VonHannah Deckeschließen
In den Niederlanden tritt ein neues Gesetz in Kraft. Das NRW-Nachbarland sagt Einwegplastik den Kampf an. Der Urlaub könnte teurer werden.
Hamm - Einwegplastik belastet die Umwelt und verursacht hohe Kosten bei der Entsorgung. Seit Jahren kämpft die Europäische Union (EU) mit verschiedenen Vorschriften gegen den vielen Plastikmüll – und dabei primär Einwegkunststoff – an. Daran halten müssen sich alle Mitgliedstaaten – also auch die Niederlande. Dort muss seit Juli 2023 für To-Go Produkte, die Plastik enthalten, ein Aufpreis bezahlt werden. Ab Januar 2024 tritt ein weiteres Gesetz in Kraft. Der Urlaub im NRW-Nachbarland könnte teurer werden.
Neues Gesetz in den Niederlanden: Ab 2024 könnte der Urlaub teurer werden
„Die Menge an Einwegplastik in der Umwelt nimmt jedes Jahr zu. Auch in den Niederlanden werfen wir jeden Tag 19 Millionen Becher und Lebensmittelverpackungen, die Plastik enthalten, nach einmaligem Gebrauch weg“, erklärt die niederländische Regierung. Es handle sich um ein „großes Umweltproblem“, da Plastik oft giftige Stoffe enthalte, die die Natur nicht abbauen könne.
Deshalb haben die Niederlande beschlossen, mit mehreren Maßnahmen gegen den Plastikmüll anzukämpfen. Einige wurden – wie auch in anderen EU-Ländern – bereits vor zwei Jahren eingeführt, etwa das Verkaufsverbot von bestimmten Einwegprodukten aus Plastik und die Logo-Pflicht auf Kunststoffprodukten.
Der nächste Schritt folgte im Sommer 2023. Kunden von Gastronomien und Supermärkten in den Niederlanden müssen draufzahlen, wenn sie Einwegbecher- und -behälter aus Plastik für Getränke und Mahlzeiten „to go“ haben möchten. „Die Kosten bestimmt der Laden bzw. Unternehmer selbst. Die Regierung empfiehlt, je nach Produkt einen Aufpreis von 0,05 bis 0,25 Euro zu berechnen“, heißt es seitens der Regierung. Gleichzeitig müssen die Gastronomen eine wiederverwendbare Alternative anbieten.
Plastikverbot in den Niederlanden wird verschärft – neues Gesetz ab 2024
Im neuen Jahr wird das Plastikverbot in den Niederlanden dann noch einmal verschärft. „Ab dem 1. Januar 2024 sind Einwegbecher und -behälter mit Kunststoffanteil für den Verzehr vor Ort komplett verboten“, so die Regierung. Dies gelte etwa für Gastronomien, Veranstaltungen, Büros, Institutionen und Vereine. Mehrweggeschirr soll beim Essen und Trinken vor Ort zur Pflicht werden. Die Regierung spricht von einem „Wegwerfverbot“.
Die Pflicht, vor Ort nur noch Mehrweggeschirr anzubieten, kann Touristen teuer zu stehen kommen. Immerhin müssen sich die Betriebe und Institutionen irgendwo die Mehrkosten wieder hereinholen. Vor allem bei Veranstaltungen dürfte das deutlich zu spüren sein. Der Urlaub in Amsterdam wird ab 2024 auch wegen etwas anderem teurer: Die Kurtaxe wird erheblich erhöht. Übernachtungen im Hotel werden dann spürbar teurer sein.
Neues Verbot in den Niederlanden ab 2024 – aber kontrolliert wird es noch nicht
Aber auch, wenn das Gesetz ab 1. Januar 2024 gilt: Kontrolliert werden soll die neue Regelung zunächst nicht. Die niederländische Umweltministerin Vivianne Heijnen reagierte in einem Brief vom 14. Dezember 2023 an das Parlament auf zwei Anträge zu der Regulierung von Einwegkunststoff. Beide Anträge zielten darauf ab, die Ausnahmen von der Mehrwegpflicht deutlich auszuweiten.
Heijnen halte eine Anpassung der Regelung für „sehr unklug“. Die Umsetzung der Anträge habe weitreichende Folgen für das gesteckte Ziel, den Einsatz von Einwegplastik in den Niederlanden bis 2026 deutlich zu senken. Und da am 22. November ein neues Parlament gewählt wird, könne Heijnen so schnell keinen Ausgleich schaffen.
Also will die Staatssekretärin die Entscheidung über die Anträge ihrem Nachfolger überlassen – und hat gleichzeitig in Auftrag gegeben, dass das Einwegplastikverbot für Essen und Trinken vor Ort sowie der Aufschlag für To-Go Produkte zunächst kontrolliert werden soll. Aber: „Das Anbieten einer Alternative oder die Annahme von ‚Bring Your Own‘ bleibt Pflicht.“ Zudem fordere Heijnen die Unternehmen, Gastronomen und Vereine „dringend“ auf, sich an die Regeln zu halten.
Das niederländische Parlament diskutierte jüngst über Steuererhöhungen. Die Politiker wollten die Tabaksteuer weiter erhöhen und auch die Glücksspielsteuer anheben.
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