Mysteriöser Todesfall

Nordringpark: Letztes Rätsel um Leiche im Teich gelöst

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Hier im Teich des Nordringparks trieb die Leiche im Hochsommer 2022.
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  • Frank Lahme
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Im Sommer 2022 wurde in einem Teich mitten in Hamm die Leiche eines jungen Mannes geborgen. Jetzt, ein halbes Jahr später, wurde die Todesursache bekannt.

Hamm – Das letzte Kapitel um den rätselhaften Tod eines 23-jährigen Somaliers, der am 19. Juni 2022 im Teich des Nordringsparks gefunden worden war, ist geschlossen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dortmund liegen nun auch die bislang fehlenden Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen vor. Demnach hatte der Mann sowohl Kokain als auch zwei Arzneimittel gegen Epilepsie in sich.

Die Dosen seien nicht tödlich gewesen, die Epilepsie-Medikamente könnten aber eine „zentrale Dämpfung“ im Körper des Ertrunkenen ausgelöst haben, erklärte Staatsanwältin Maribel Anderssson zum Abschluss des Todesermittlungsverfahrens: „Es ist wahrscheinlich ein tragischer Unfall gewesen; ein Fremdverschulden konnte nicht nachgewiesen werden.“

Der junge Mann hatte zuletzt allein eine städtische Unterkunft in Werne bewohnt. Über den weiteren Verbleib des Leichnams liegen der Redaktion keine Informationen vor.

Vormund aus Kiel meldet sich in der Redaktion

Vor seiner Zeit in Werne und Hamm hatte der Somalier eine längere Zeit in Kiel gelebt. Zweieinhalb Jahre lang nahm sich dort ein Vormund des „unbegleiteten Flüchtlings“ an. Nachdem er mit Verspätung vom Tod seines früheren Schützlings in Hamm erfuhr, meldete sich der Mann zwischenzeitlich in der WA-Redaktion, um möglichst aktuelle Informationen zu erhalten. 

Der inzwischen 79-Jährige hatte sich zwischen 2016 und 2018 um den jungen Mann gekümmert, den er 15-jährig in einer Arztpraxis kennenlernte. „Ein- und ausgegangen“ sei der Somalier bei dem älteren Ehepaar während dieser Zeit. Der Kieler beschreibt ihn als eigentlich liebenswerte Person, die aber auch immer wieder Probleme verursacht habe, ehe es nach dem 18. Geburtstag zum Bruch gekommen sei. In Deutschland sei der junge Flüchtling bereits seit 2001 gewesen, in Kiel sei er erstmalig erfasst worden. Entsprechend gut habe er Deutsch gesprochen.

Ein loser Kontakt sei zwar auch nach dem Ende der Vormundschaft zunächst geblieben, erzählt der 79-Jährige. Doch wie der Somalier schließlich nach Werne kam, weiß er nicht. Mit Gewissheit in Erinnerung ist ihm jedoch, dass er schwimmen konnte.

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