Wahlergebnisse

In Merz‘ Heimat: CDU siegt gegen SPD bei Kommunalwahl in NRW

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Bei der NRW-Kommunalwahl gibt es einen klaren Sieger. In Friedrich Merz‘ Heimat trotzt die CDU dem Bundestrend. Die SPD erlebt hingegen einen Absturz.

Düsseldorf - Die CDU feiert Erfolge. Bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen haben die Christdemokraten erneut die Spitzenposition eingenommen und sich klar vor der SPD positioniert. Während die Sozialdemokraten in ihrem einstigen Kernland weiter an Boden verlieren, festigt die CDU ihre Stellung in NRW.

CDU triumphiert bei NRW-Wahl: „Abstrafung der Regierung Merz ist das auf keinen Fall“

Nach der dritten Hochrechnung der NRW-Wahl erreicht die CDU 34,6 Prozent. Dieses Ergebnis entspricht ungefähr dem der Bundestagswahl in NRW. „Eine Abstrafung der Regierung Merz ist das damit auf keinen Fall“, erklärt der Politikwissenschaftler Martin Gross im Gespräch mit wa.de von Ippen.Media.

CDU-Landeschef Hendrik Wüst und Kanzler Friedrich Merz, gebürtiger Sauerländer, dürften mit dem Ergebnis bei der NRW-Wahl zufrieden sein. Auf dem Foto sieht man Merz bei seinem Antrittsbesuch als Bundeskanzler in Nordrhein-Westfalen im historischen Rathaus Münster.

Obwohl die CDU in bundesweiten Umfragen zuletzt Verluste hinnehmen musste, zeigt sich dies in NRW nicht: „Die CDU bleibt in Nordrhein-Westfalen präsent und hat jetzt die Vorherrschaft der SPD übernommen“, so Gross. Besonders die ältere Bevölkerung unterstützt die CDU stark. Laut infratest dimap erreichten die Konservativen bei den über 70-Jährigen 46 Prozent.

SPD erleidet Rückschläge bei NRW-Wahlen: „Nicht mehr das, was sie mal war“

Für die SPD verlief die Wahl deutlich schlechter. Die Sozialdemokraten stehen vor ihrem schlechtesten Kommunalwahlergebnis und erreichen laut dritter Hochrechnung nur 22,0 Prozent. Dies ist eine bittere Niederlage für die einst so starke SPD in NRW. Experte Gross bezeichnet das Resultat als „enttäuschendes Ergebnis“ und stellt fest: „Die SPD ist in Nordrhein-Westfalen nicht mehr das, was sie mal war“.

In ehemaligen Hochburgen wie Gelsenkirchen, wo die SPD voraussichtlich gegen die AfD in die Stichwahl muss, hat die Partei an Einfluss verloren. Auch in anderen Städten des Ruhrgebiets verzeichnete die SPD Rückgänge. „Das sind Arbeiterstädte, frühere Industrieproduktion, Kohleabbau“, erläutert Gross. „Hier sind viele Arbeitsplätze verloren gegangen, die Arbeitslosigkeit ist höher als im Landesdurchschnitt.“

Gross betont, dass auch die Migration zum Niedergang der SPD beiträgt: „Auf dem Arbeits- und auch Wohnungsmarkt spüren die einstigen SPD-Wähler natürlich die Konkurrenz von Menschen aus dem Ausland“, erklärt er. „Und das trifft natürlich auf eine Bevölkerung, die seit den 60er, 70er Jahren einen krassen Strukturwandel hinter sich hat.“

Kommunalwahl NRW: „Die AfD ist die neue Arbeiterpartei“

Von den Verlusten der SPD profitiert die AfD. „Ehemalige SPD-Wähler sind zuletzt gar nicht zur Wahl gegangen, jetzt gehen sie zur AfD.“ Die AfD erzielte mit über 16 Prozent ihr bestes Kommunalwahlergebnis in NRW. „Die AfD ist der große Gewinner. Sie kam zwar von einem geringen Niveau, konnte ihr Ergebnis aber verdreifachen“, so Gross. Besonders in ehemaligen SPD-Hochburgen war die AfD stark. „Man kann sagen: Die AfD ist die neue Arbeiterpartei“, meint der Politikwissenschaftler der LMU München. Dennoch liegt die AfD in NRW unter den Ergebnissen, die sie in bundesweiten Umfragen erreicht.

Für die Grünen war der Wahlabend enttäuschend. Bei der NRW-Wahl 2020 hatten sie noch ein gutes Ergebnis erzielt, verloren nun aber im Vergleich zur Vorwahl rund siebeneinhalb Prozentpunkte. „Die Grünen sind der große Verlierer“, beobachtet Gross. Sie büßen nach einem sehr starken Ergebnis 2020 rund siebeneinhalb Prozentpunkte ein, könnten aber in einigen Städten punktuell Erfolge erzielen und womöglich gar den Bürgermeister stellen.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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