VonHannah Deckeschließen
Die Lichtverschmutzung nimmt weltweit immer weiter zu. In NRW gibt es viele Regionen, an denen es nie richtig dunkel wird, wie eine Karte zeigt.
Hamm - Ob Polarlichter oder Sternschnuppen: Wer den Nachthimmel mit all seinen Facetten und spektakulären Phänomenen betrachten möchte, braucht in erster Linie eines: Dunkelheit. Leichter gesagt als getan. Denn es finden sich immer weniger Orte, an denen es nachts so richtig dunkel wird. Auch in Nordrhein-Westfalen ist Lichtverschmutzung ein Problem.
Wo es in NRW nachts nie richtig dunkel wird
„Raus aus den Städten“ heißt es immer wieder, wenn es um die idealen Bedingungen zum Sternegucken geht. Wer einen Blick auf Polarlichter werfen möchte, braucht einen noch dunkleren Ort. Oft reicht etwa der Stadtrand nicht aus, zu groß ist die Lichtverschmutzung. „Die Geschwindigkeit, mit der Sterne für Menschen in städtischen Umgebungen unsichtbar werden, ist dramatisch“, sagte jüngst Christopher Kyba, Forscher am Deutschen Geoforschungszentrum GFZ in Potsdam.
Die Lichtverschmutzung nimmt weltweit zu – auch in NRW. In welchen Regionen es nachts nicht mehr richtig dunkel wird, zeigt die sogenannte „Light Pollution Map“ (Lichtverschmutzungskarte). Dort ist zu sehen, wo die Lichtverschmutzung am höchsten ist – und wo in NRW die dunkelsten Orte sind (Stand 2023). Dabei zeigen grüne und gelbe Töne eine mittlere Lichtverschmutzung an. Rote Flecken sind Orte mit der größten Lichtverschmutzung.
Hier ist die Lichtverschmutzung in NRW am größten
Auf den ersten Blick ist – wenig überraschend – zu sehen, dass die Lichtverschmutzung in den Ballungsgebieten am höchsten ist, etwa im Ruhrgebiet, sowie rund um Düsseldorf und Köln. Schaut man genauer hin, stechen dabei einige Orte noch einmal deutlich hervor: die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn, die Chemieparks in Krefeld, Marl, Dormagen und Leverkusen, der Bereich rund um das Westfalenstadion in Dortmund sowie Industriegebiete und einige Innenstädte wie etwa von Essen.
Ausgehend von den „Hotspots“ – Ruhrgebiet über Düsseldorf bis zur Kölner Bucht – nimmt die Lichtverschmutzung schrittweise ab. So ist etwa im Sauerland deutlich zu erkennen, dass die Region sehr ländlich geprägt ist und sich die Lichtverschmutzung dort primär auf die Städte und nicht auf das Umland konzentriert. Gleiches ist in der Eifel und im Siegerland zu erkennen.
Ideal zum Sternegucken: Die dunkelsten Orte in NRW
Die wenigste Lichtverschmutzung in NRW finden Menschen in der Gegend zwischen Winterberg, Hallenberg, Schmallenberg und Bad Berleburg. Auch am Diemelsee und im Bereich zwischen Warstein und Meschede werden die Nächte noch richtig dunkel. In der Eifel nimmt die Lichtverschmutzung ab, je weiter man Richtung belgische Grenze kommt.
Wissenschaftler und Umweltorganisationen warnen vor schädlichen Folgen für die Umwelt, Gesundheit und Tierwelt, wenn der Himmel lange nach Sonnenuntergang noch in einer künstlichen Dämmerung strahlt.
„Light Pollution Map“
Der Lichtverschmutzungskarte basiert auf Daten der NASA, genauer gesagt der VIIRS (Visible Infrared Imaging Radiometer Suite). Dabei handelt es sich um ein Radiometer, das sich an Bord der Satellitenplattform Suomi National Polar-orbiting Partnership (NPP) befindet. Es misst die sichtbaren und infraroten Wellenlängen über Land, Ozean und Atmosphäre.
Quelle: NASA
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