Recklinghausen

Tipp für Abenteurer – altes Bergwerk ist heute ein beliebtes Ausflugsziel

  • schließen

Im Trainingsbergwerk Recklinghausen rattern noch die Maschinen. Besucher können das Bergbauzeitalter bei Führungen erleben und selbst Hand anlegen.

Recklinghausen – Tief unter der Erde in Recklinghausen (NRW) ist die Zeit stehen geblieben. Genauer gesagt: das Zeitalter des Bergbaus im Ruhrgebiet. Hier rattern sie noch, die alten Maschinen und mit einem Aufzug geht es tief hinab unter Tage. Früher wurden im Trainingsbergwerk der Ruhrkohle AG Bergleute, Elektriker und Schlosser ausgebildet, berichtet die Stadt Recklinghausen. Heute können Interessierte sich dort an den Maschinen ausprobieren und die Welt des Bergbaus an originalen Geräten erkunden.

Trainingsbergwerk in Recklinghausen ist heute für die Öffentlichkeit zugänglich

„Das Gefühl, 1000 Meter unter der Erde zu sein, ist unvergleichlich“, schreibt der Verein Trainingsbergwerk Recklinghausen auf seiner Website. Darin haben sich ehemalige Bergleute, deren Freunde und andere „bergbauverrückte Menschen“ zusammen geschlossen, um mit der alten Trainingsbergwerk ein Stück Geschichte lebendig zu halten.

Im Trainingsbergwerk Recklinghausen sind noch heute alte Maschinen zu sehen. (Archivbild)

Das Team bietet Führungen an, bei denen Interessierte das Trainingsbergwerk nicht nur besichtigen, sondern auch selbst mit anpacken können. Sie bedienen die alten Maschinen, sehen wie die Kohle abgebaut wurde und die ganz Harten orientieren sich während der ganzen Führung auch mal nur Grubenlampe.

Und warum das alles? Es gelte das alte Bergmannsmotto „Kumpel für die Ewigkeit“, heißt es auf der Website des Vereins. Man wolle Interessierten so die Möglichkeiten bieten, „in unserem Bergwerk die Tradition aufrechtzuerhalten und das Gemeinschaftsgefühl zu bewahren.“ Der Verein kämpfe dadurch für den Erhalt der Zeche und bewahrt „die einzigartige Atmosphäre, die wir alle lieben.“ Wie sehr der Bergbau das Ruhrgebiet auch heute noch prägt, wird nicht zuletzt an den Tagesbrüchen deutlich, bei denen ganze Straßen regelmäßig absacken.

Führungen durchs Trainingsbergwerk Recklinghausen – inklusive Currywurst

Tatsächlich scheinen die Führungen durch das Trainingsbergwerk für Interessierte keine Wünsche offenzulassen. Sogar ein „typisch bergmännisches Essen“, die Currywurst, kann auf Wunsch dazu gebucht werden. Wer sich nur einen „ersten Eindruck von der Arbeit unter Tage“ verschaffen will, bucht die zweistündige Schnupperführung. Dabei führen die Bergleute durch das Trainingswerk und stellen die Maschinen und Geräte vor.

Ein großes Tor führt zum Trainingsbergwerk Recklinghausen. (Archivbild)

Wem das nicht reicht, der bucht die sogenannte „Aktivführung“ und kann dabei „selbst Hand anlegen und das Gefühl erleben, wie der Bergmann malocht hat“, heißt es auf der Website. Die Führung dauert drei Stunden. Eine Fahrt mit dem Personenzug, der die Arbeiter damals unter Tage brachte, kann dazu gebucht werden.

Das Trainingsbergwerk Recklinghausen

Was? Altes Trainingsbergwerk für Bergleute, Elektriker und Schlosser. Heute für die Öffentlichkeit zugänglich.

Wo? Trainingsbergwerk Recklinghausen e.V., Wanner Straße 30, 45661 Recklinghausen

Öffnungszeiten? Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr

Preise? Schnupperführung (2 Stunden): 12 Euro; Aktivführung (3 Stunden): 15 Euro; Lok und Aktivführung (3 Stunden): 22 Euro, Erlebnisführung (3 Stunden): 22 Euro (Zu allen Führungen kann eine Currywurst und ein alkoholfreies Getränk dazu gebucht werden)

Hinweis: Kinder unter 8 Jahren können das Trainingsbergwerk aus sicherheitstechnischen Gründen nicht besuchen.

Wer mehr Nervenkitzel sucht, bucht einfach die Erlebnisführung, die ebenfalls drei Stunden dauert. Besonders authentisch: Die Welt unter Tage wird dabei nur mit einer Kopflampe erkundet. Interessierte brauchen für alle Führungen festes Schuhwerk. Die Schutzausrüstung bekommen die Besucher vom Trainingsbergwerk gestellt.

Im Trainingsbergwerk Recklinghausen können Paare heiraten

Doch das alte Bergwerk bietet nicht nur Führungen. Paare, die sich dem Bergbau besonders verbunden fühlen, können dort sogar heiraten. Auch die Internationale Grubenlampenbörse findet im Mai 2024 dort statt. Wer sich für Industriegeschichte interessiert und dabei gerne Rätsel löst, kann einen der drei Escape-Rooms dort besuchen. Im Jahr 2024 ist das Trainingsbergwerk Recklinghausen außerdem einer der Veranstaltungsorte, an dem das Großevent Extraschicht stattfindet.

Im Trainingsbergwerk Recklinghausen sind noch alte Bergbaumaschinen zu sehen. (Archivbild)

Die Steinkohleförderung wurde in Deutschland im Dezember 2018 eingestellt. Wie der Verein mitteilt, endete damit ein Kapitel Industriegeschichte. Seit diesem Jahr wird das Bergwerk auch nicht mehr von der Ruhrkohle AG betrieben, sondern finanziert sich selbst über den Förderverein. Damit soll das Trainingsbergwerk noch für Generationen erhalten bleiben. (ebu)

Rubriklistenbild: © Rupert Oberhäuser/imago

Kommentare