In einstiger SPD-Hochburg

Historischer Machtwechsel in Dortmund: Nach 80 Jahren regiert ein CDU-Oberbürgermeister

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Nach acht Jahrzehnten kommt es in Dortmund zu einem historischen Machtwechsel im Bürgermeisteramt. Amtsinhaber Thomas Westphal wurde von der CDU abgelöst.

Dortmund - Die Stichwahl am Sonntag, 28. September, sorgte in Dortmund für ein historisches Ergebnis. Nachdem die Ruhrgebietsstadt 80 Jahre lang von der SPD regiert wurde, folgt nun ein Machtwechsel. CDU-Kandidat Alexander Omar Kalouti konnte 52,9 Prozent der Stimmen in den Dortmunder Wahlbezirken für sich gewinnen. Bereits beim Auszählen zeigte sich, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen in Dortmund wird.

Alexander Kalouti ist neuer OB in Dortmund.

Der SPD-Gegenkandidat und amtierender Oberbürgermeister Thomas Westphal hingegen kam beim zweiten Wahlgang der Kommunalwahl auf 47,08 Prozent. Westphal war seit November 2020 Oberbürgermeister der drittgrößten Stadt in NRW. Der Chefposten im Dortmunder Rathaus war seit Herbst 1946 durchgängig sozialdemokratisch besetzt.

Historischer Machtwechsel in Dortmund: Nach acht Jahrzehnten regiert die CDU

Beim ersten Wahlgang der Kommunalwahl am Sonntag, 14. September, hatte Westphal noch 27,4 Prozent der Stimmen geholt, Kalouti kam auf 17 Prozent. Insgesamt hatten sich um das Amt des Oberbürgermeisters zwölf Kandidatinnen und Kandidaten beworben.

In Dortmund zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab.

441.471 Menschen in Dortmund waren berechtigt, bei der Stichwahl ihre Stimme abzugeben. 159.435 davon gaben ihre Stimme beim zweiten Wahlgang ab. Die Wahlbeteiligung lag damit bei der Stichwahl bei 36,11 Prozent.

CDU-Mann Kalouti neuer OB in einstiger SPD-Hochburg

Der im Libanon geborene und in Deutschland aufgewachsene Kalouti wechselt vom Kulturbereich in die Dortmunder Politik. Der 57-Jährige, zuletzt Leiter der Presseabteilung am Dortmunder Theater, bringt laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) auch politische Erfahrungen aus dem Bayerischen Wirtschaftsministerium mit. Sein erklärtes Ziel: Dortmund zu einer „Modellstadt für Innovation und Zusammenhalt“ zu entwickeln.

Erst vor einigen Jahren soll Kalouti von der FDP zur CDU übergetreten sein. Mit seiner Doppelkompetenz aus Kulturmanagement und politischer Erfahrung strebe er nun eine aktivere Rolle in der Gestaltung der Ruhrgebietsmetropole an.

Auch in Münster kam es bei der Stichwahl zu einer Premiere. Erstmals regiert dort ein Oberbürgermeister der Grünen.

Rubriklistenbild: © Dieter Menne / dpa

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