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Ministerin Feller diskutiert Schulfinanzierung und Digitalisierung. Die Finanzierung der Schulen ist eine große Herausforderung. Es wird ein Gutachten zur Schulfinanzierung in NRW erwartet.
Drensteinfurt – Hohen Besuch hatte die Teamschule am Donnerstag: Schulministerin Dorothee Feller nahm sich einen Vormittag Zeit, um den drängenden Fragen von Schulleitern, Lehrkräften und Politikern Rede und Antwort zu stehen.
„Offenes Ohr und Ernsthaftigkeit“: Ministerin Feller bezieht Stellung zur Schulpolitik
Beim Neujahrsempfang der CDU hatte Teamschulleiterin Anja Sachsenhausen die Ministerin zu einem Austausch eingeladen. „Nur zwei Wochen später vereinbarten wir einen Termin“, berichtete sie. Da viele Probleme alle Schulen betreffen, lud Sachsenhausen auch die Leitungen und Stellvertretungen der drei Grundschulen zu dem Gespräch ein. Außerdem waren Schuldezernentin Silke Scheerer, Schulrätin Elisabeth Bollmann, Bürgermeister Carsten Grawunder, Landrat Dr. Olaf Gericke, die städtischen Vertreter Elke Göller und Frank Kronshage, Berufsberaterin Michaela Sengbusch, Ratsmitglied Andreas Brinkmann und interessierte Lehrkräfte gekommen.
Ein zentrales Thema war die Finanzierung der Schulen. „Ich komme mit dem Geld im Haushalt nicht aus“, betonte Elke Göller, Sachgebietsleiterin für Bildung, Sport und Kultur. Sie forderte mehr Unterstützung für Schulabgänger nach Klasse neun. Michaela Sengbusch sah zusätzlichen Förderbedarf bei Kindern und Jugendlichen mit besonderem Unterstützungsbedarf.
Ratsmitglied Brinkmann sprach von den hohen finanziellen Belastungen, die Schulen mit sich bringen, und lobte zugleich das enorme Engagement aller Beteiligten – vom Hausmeister bis zur Schulleitung. Auch die Digitalisierung stand im Fokus: „Wir sollten alles machen, was nötig ist, aber nicht alles, was möglich ist.“ Besonders die Folgekosten des Digitalpakets I und die Frage nach der dauerhaften Betreuung der Systeme bereiteten Sorgen.
Ministerin Feller: An Schulpolitik soll nicht gespart werden
Ministerin Feller bezog klar Stellung: „Finanzielle Herausforderungen gibt es überall. Jedes Ministerium muss sparen – außer das Schulministerium.“ Der Schuletat des Landes NRW belaufe sich auf 77 Milliarden Euro, über die Kommunen eigenständig verfügen können. „Fakt ist: Der Schulträger ist für die äußeren Schulangelegenheiten zuständig – auch für die Unterhaltung der Digitalisierung. Das Digitalpaket I war eine zusätzliche Unterstützung in der Coronazeit. Anfang 2026 soll es ein Digitalpaket II geben.“ Feller betonte: „Wir werden nicht an der Schulpolitik sparen.“ Über 90 Prozent der Kosten entfielen auf das Personal. Ein vom Land in Auftrag gegebenes Gutachten zur Schulfinanzierung in NRW stehe noch aus, werde aber später berücksichtigt.
Klare Richtlinien gebe es bei der Ausbildung und Besoldung von Seiten- und Quereinsteigern: „Die Eingruppierung richtet sich nach der Qualifikation, also nach dem Abschluss“, so Feller. Man dürfe nicht vergessen, dass das Lehramt eine wissenschaftliche Ausbildung sei. „Es wird Veränderungen geben – etwa eine stärkere Gewichtung des Praxisteils. Aber der Schwerpunkt bleibt eine pädagogische und didaktische Ausbildung. Ein duales Studium wird es nicht geben. Und es kann nicht sein, dass jemand im Sommer sein Abi macht und direkt danach vor Schülern steht.“
Schulleiterin Anja Sachsenhausen zeigte sich zufrieden mit dem Besuch: „Die Schulministerin hatte ein offenes Ohr und hat Ernsthaftigkeit gezeigt. Sie geht die Themen an – aber Veränderung braucht Zeit.“ Feller habe auch betont, dass Schule nicht für alles verantwortlich sein könne. In erster Linie sei sie eine Bildungseinrichtung. Auch die Eltern trügen Verantwortung. Für die Kommunen bleibe die Finanzierung der wichtigste Faktor. Sachsenhausen fasste zusammen: „Wir schauen auf das Kind: Was fehlt ihm, wo können wir fördern? Dafür brauchen wir mehr Personal.“
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