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Restaurant war einst beliebt in Oberhausen – jetzt ist es ein Lost Place

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Das „Pagoda“ war an der Promenade in Oberhausen eine Attraktion. Es gab Cocktails und chinesische Spezialitäten, für Kinder sogar eine Eisenbahn. Jetzt verfällt es.

Oberhausen – Der Werbetext lässt sich nur noch erahnen: „Heute im Angebot: Cocktails für 3,50“ steht mit Kreide geschrieben auf dem Aufsteller-Schild. Die Schrift ist verwischt und das Schild liegt auf der Seite. Seit mehr als zweieinhalb Jahre steht das einstige Restaurant „Pagoda“ am Centro Oberhausen, wo sich aktuell viel verändert, leer. Der Restaurantbetrieb hatte im Zuge der Corona-Pandemie Insolvenz anmelden müssen.

Restaurant „Pagoda“ am Centro war früher beliebt

Dabei war das Lokal in dem besonderen Gebäude früher sehr beliebt. Und auch heute noch beeindruckt der Bau: Wer mit der S-Bahn am Centro Oberhausen ankommt, sieht es sofort. Mit seinen markanten Dachvorsprüngen ist der mehrgeschossige rosafarbene Bau im Stil asiatischer Pagoden ein Hingucker. Ein Highlight: Früher fuhr im angrenzenden Park sogar eine Mini-Eisenbahn für Kinder. Doch jetzt ist aus dem einst beliebten Restaurant, das mehr als 20 Jahre lang asiatische Speisen und Cocktails anbot, ein klassischer Lost Place geworden.

Das „Pagoda“ ist nun ein Lost Place

Der Biergarten und der Park sind verwildert, Pflanzen überwuchern Teile des Gebäudes. Mehrere Scheiben sind kaputt, die Farbe blättert von den verzierten Säulen und der Putz fällt von den Wänden. Bauzäune und „Betreten verboten“-Schilder schirmen das ehemalige „Pagoda“ offenbar nur notdürftig ab: Überall gibt es Graffiti am Gebäude, auch von innen hat jemand die Scheiben beschmiert. Zigarettenstummel liegen auf dem Boden vor der Eingangstür. Vom Trubel auf der Promenade nur ein paar Hundert Meter weiter ist hier nichts zu merken, am „Pagoda“ herrscht Totenstille. Ein Geisterort mitten im Vergnügungsviertel von Oberhausens Neuer Mitte.

Beliebtes Restaurant ist jetzt ein Lost Place: So sieht es dort aus

Pagoda am Centro Oberhausen
So sah das Pagoda früher aus, die Aufnahme ist von 2016: Das chinesische Restaurant war gut besucht. © blickwinkel/imago
Restaurant Pagoda am Centro Oberhausen
Heute ist das Gebäude völlig verwahrlost. Dabei war das Pagoda mit seiner besonderen Architektur früher eine Attraktion am Centro Oberhausen: Hinter dem Gebäude fuhr sogar eine kleine Eisenbahn für Kinder.  © Peter Sieben
Lost Place in Oberhausen
Ein Schild preist noch Cocktail-Angebote an – das Lokal steht seit Jahren leer.  © Peter Sieben
Pagoda am Centro Oberhausen
Bauzäune schirmen das Gebäude nur notdürftig ab: Immer wieder treffen sich hier Jugendliche, im und am Gebäude gibt es Graffiti. Auf dem Boden vor dem Pagoda liegen Zigarettenstummel © Peter Sieben
Pagoda-Oberhausen
Die Graffiti zeigen: Ans „Betreten verboten“-Schild hält sich nicht jeder.  © Peter Sieben
Pagoda in Oberhausen
Der Eingangsbereich vom Pagoda.  © Peter Sieben
Pagoda in Oberhausen
Früher war auch der Außenbereich in den Sommermonaten gut besucht.  © Peter Sieben
Restaurant Pagoda am Centro Oberhausen
Jetzt wuchert das Restaurant allmählich zu.  © Peter Sieben
Pagoda am Centro Oberhausen
Der Biergarten ist ebenfalls völlig verwildert. © Peter Sieben
Verwilderter Biergarten vom Pagoda am Centro Oberhausen
Das Restaurant war während der Corona-Pandemie in Schwierigkeiten geraten: Vom Lockdown 2020 erholte sich der Betrieb nicht, noch im selben Jahr meldete das Pagoda Insolvenz an. © Peter Sieben
Hinterhof Pagoda Oberhausen
Das Grundstück des ehemaligen asiatischen Restaurants verwahrlost zusehends. © Peter Sieben
Restaurant Pagoda am Centro Oberhausen
Das Restaurant ist inzwischen ein Lost Place. © Peter Sieben
Kaputte Scheiben am ehemaligen Restaurant Pagoda
Das Gebäude ist teilweise schon arg angegriffen, Scheiben sind zersprungen.  © Peter Sieben

Freizeitpark soll auf das Gelände kommen

Was künftig mit dem Gebäude passiert, ist ungewiss. In dem Areal am Centro Oberhausen soll wahrscheinlich ein Freizeitpark entstehen: Karls Erlebnisdorf will sich hier in der Neuen Mitte ansiedeln. Ein Datum steht noch nicht fest, aber sowohl die Stadt Oberhausen als auch das Centro wünschen sich den Freizeitpark. Das hat Centro-Manager Andreas Ulmer jüngst noch einmal bekräftigt: „Alle sind daran interessiert, dass das klappt. Es verzögert sich nur noch etwas.“ Der Park passt ins neue Konzept, das Centro auf Events und Erlebnisse. „Die wenigsten kommen nur zu uns, weil sie sich eine Hose kaufen wollen. Das geht im Zweifel heutzutage im Internet vielleicht einfacher. Es geht bei uns um das Erlebnis, das wir unseren Kundinnen und Kunden bieten“, so der Centro-Chef im Interview mit wa.de.

Ob das Pagoden-Gebäude dann noch stehen bleiben kann? Die Optik passt dann wohl nicht mehr recht ins Bild, denn bei den Karls Erlebnisdörfern dreht sich alles um Erdbeeren. Die Parks sind bislang vor allem an der Ostseeküste bekannt, dort gibt es neben diversen Achterbahnen unter anderem Hof-Bäckereien und Mitmach-Marmeladenküchen – Thema: rustikaler deutscher Bauernhof. Womöglich wird das „Pagoda“ dann irgendwann abgerissen. (pen)

Rubriklistenbild: © Peter Sieben

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