Centro Oberhausen steht vor großen Veränderungen –„Einzigartig in Deutschland“
VonPeter Sieben
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Das Konzept vom Centro Oberhausen verändert sich. Der neue Center Manager Andreas Ulmer ist dafür mitverantwortlich. Im Interview erklärt er, was er für Pläne hat.
Während andernorts Shopping-Center dichtmachen, hat er große Pläne für das Centro Oberhausen. Wie die aussehen, verrät er im Gespräch mit wa.de
Ist das Konzept Shopping-Center zukunftsfähig?
Definitiv. Aber es entwickelt sich weiter. Die wenigsten kommen nur zu uns, weil sie sich eine Hose kaufen wollen. Das geht im Zweifel heutzutage im Internet vielleicht einfacher. Es geht bei uns um das Erlebnis, das wir unseren Kundinnen und Kunden bieten.
Das Centro setzt neuerdings auf Events, an der Promenade gibt es neue Gourmet-Restaurants, nebenan läuft eine Zaubershow und ins Sealife kann man auch noch gehen. Wer will, kann hier mehrere Tage verbringen. Ist die Neue Mitte sowas wie das Las Vegas von NRW?
Wir können und wollen uns sicher nicht mit Las Vegas vergleichen. Was aber stimmt: genau wie dort, geht es hier um Erlebnisse. Und ich kann verstehen, dass Menschen die Tatsache, dass es hier viele sehr verschiedene Angebote gibt, mit Malls in Amerika assoziieren. Und Events und Festivals werden im und am Centro eine immer größere Rolle spielen.
Das Thema ist elementar und das spiegeln uns auch unsere Kunden. Die möchten sich an einem Ort aufhalten, in dem Nachhaltigkeit gelebt wird. Wir wollen Vorreiter sein, dafür hat Unibail Rodamco Westfield das Projekt Better Places 2030 gestartet. Ein Ziel: Gruppenweit wollen wir 50 Prozent weniger CO2 ausstoßen.
Wie wollen Sie das beim Centro erreichen?
Zum Beispiel durch eine bessere Gebäudestruktur. Oder durch Optimierungen beim Thema Mobilität. Unser neues Parkleitsystem etwa sorgt einerseits dafür, dass Kundinnen und Kunden am Wochenende weniger Stress bei der Parkplatzsuche haben, andererseits werden weniger Abgase emittiert, weil es weniger Stau gibt. Und beim Weihnachtsmarkt haben wir 2022 kein Feuerwerk gemacht, sondern eine Drohnenshow. Das werden wir dieses Jahr definitiv auch machen.
Streit um Decathlon-Ansiedlung am Centro Oberhausen
Zuletzt gab es Streit um die geplante Ansiedlung von Decathlon ans Centro. Und das Möbelhaus XXXL-Lutz plant ebenfalls eine große Filiale in der Neuen Mitte. Kritiker sagen: Die Zentralisierung macht die umliegenden Innenstädte kaputt. Was sagen Sie dazu?
Ich verstehe die Oberhausener Innenstadt und das Centro als eine Einheit. Beides trägt dazu bei, dass die Stadt Oberhausen attraktiv bleibt. Einerseits für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort, andererseits für Touristinnen und Touristen von außerhalb. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit allem, was wir hier machen, zur Gesamtattraktivität von Oberhausen beitragen. Auch für die Neue Mitte, die bald größer wird. Und das ist meines Erachtens einzigartig in Deutschland: Keine andere Stadt hat die Möglichkeit, innerstädtisch zu wachsen, in Düsseldorf oder Köln geht das nicht. Hier ist das eine Chance. Und das Centro ist sozusagen das Herz der Neuen Mitte.
Da könnte man ja fast sagen, dass das Projekt ohne das Centro nicht funktionieren kann. Würden Sie sagen, das Centro ist für Oberhausen too big to fail?
Fail ist keine Option. Für beide Seiten nicht. Wir wollen hier bleiben und den Standort in Zusammenarbeit und im Austausch mit der Stadt attraktiv gestalten und wir gehen davon aus, dass Oberhausen unsere Anwesenheit zu schätzen weiß. Das Centro gibt es seit 1996. Es ist seitdem eine Erfolgsgeschichte und ich bin überzeugt, dass es das bleibt.