Nach schwerer Krankheit

Gemeinde trauert: Beliebter Pfarrer im Alter von 62 Jahren gestorben

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Die Menschen in Hamm trauern um Pfarrer Matthias Eichel, der nach langer schwerer Krankheit gestorben ist. Nicht nur in seiner Gemeinde hat er prägende und segensreiche Spuren hinterlassen.

Pelkum - Er war Gemeindepfarrer durch und durch und hinterlässt segensreiche und prägende Spuren. Am Montag ist Matthias Eichel, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Pelkum-Wiescherhöfen, nach langer schwerer Krankheit gestorben. „Wir sind sehr traurig, dass er nicht mehr bei uns ist, und zugleich getragen von Gottes Liebe, die Matthias Eichel fast 30 Jahre in seiner Gemeinde verkündigt und gelebt hat“, teilte das Presbyterium am Mittwoch mit.

Beliebter und geschätzter Pfarrer im Alter von 62 Jahren gestorben

Geboren am 25. November 1962 in Recklinghausen und geprägt durch ein christliches Elternhaus und evangelisches Pfarrhaus, entschied er sich, Theologie zu studieren. Nach dem Studium in Münster und Heidelberg führten ihn Vikariat und Hilfsdienst zurück ins Ruhrgebiet nach Recklinghausen und Erkenschwick. Im Februar 1996 wurde Mathhias Eichel zusammen mit seiner Frau, Kerstin Goldbeck, in die 3. Pfarrstelle der Gemeinde Wiescherhöfen gewählt. Im Zuge der Vereinigung mit der Gemeinde Pelkum 2013 war er dann mit 100 Prozent vor allem an der Friedenskirche tätig.

Der Klimaschutz lag Pfarrer Matthias Eichel sehr am Herzen. Auf dem Dach des Gemeindehauses ließ er eine PV-Anlage installieren.

Die Menschen in der Gemeinde und im Kirchenkreis haben ihn gemocht und geschätzt. Mit Unbeirrbarkeit und Hartnäckigkeit setzte er sich seit 2013 als Klimabeauftragter im Kirchenkreis für die Bewahrung von Gottes Schöpfung ein. Das zeigte sich auch in seiner Gemeinde. Die PV-Anlage auf dem Dach des Gemeindehauses, betrieben vom Verein „Güldene Sonne“, geht maßgeblich auf seine Initiative zurück. Und erst vor wenigen Wochen konnte er die Einweihung einer Ladesäule für E-Autos auf dem Parkplatz des Gemeindehauses feiern.

In Erinnerung bleiben aber auch seine menschliche Wärme, seine Anteilnahme an persönlichen Schicksalen, seine Zuwendung zu den Kindern im KinderKirchenClub und in den Kitas, sein unermüdliches Engagement über die Gemeinde hinaus für die Menschen im Stadtbezirk. Viele Jahre war er aktiv im christlich-muslimischen Dialog. Mit dem Wochenmarkt an der Friedenskirche ging er neue Wege, um nahe bei den Menschen zu sein. Durch die Kleiderkammer unter der Mitwirkung vieler Ehrenamtlicher und der Küsterin Helma Troppa baute er die Friedenskirche zu einem diakonischen Zentrum im Stadtteil aus. Gottesdienst zu feiern war die lebendige Kraftquelle seines Glaubens. Dabei suchte er auch nach anderen Orten und Möglichkeiten. So feierte die Gemeinde mit ihm Gottesdienst „anderswo“ auf dem Bauernhof, in der Kita oder auf der Halde. Mit dem Gottesdienst Sound & Silence am Freitagabend ging er noch einmal neue Wege.

Nachruf: Den Menschen sehr nahe gewesen

In politischen und gesellschaftlichen Fragen hatte Matthias Eichel einen klaren Kompass: „Gott steht immer auf der Seite der Schwächeren. Darum ist Kirche nicht möglich ohne Engagement für Gerechtigkeit und Frieden, für Demokratie und soziale Gleichheit, für Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung.“

Mit Pfarrer Matthias Eichel verliert die Gemeinde einen Theologen und Seelsorger, der vielen Menschen nahe war. Er hat viel hinterlassen, das die Menschen dankbar an ihn erinnern wird. „Wir trauern mit seiner Familie und allen, die ihm verbunden sind. Wir wissen ihn geborgen in Gottes unbegreiflicher Liebe, die sich über ihn erbarmt.“

Die Beerdigung ist am Samstag, 12. April. Der Gottesdienst beginnt um 11.30 Uhr in der Friedenskirche.

Rubriklistenbild: © Maximilian Koch/Imago

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