Nach Angriff am Westentor

Polizei Hamm prüft Messerverbot für Straftäter - Vorbild Dortmund

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In Reaktion auf eine steigende Zahl von Messerdelikten prüft die Polizei in Hamm die Einführung eines Messerverbots für vorbestrafte Personen.

Hamm - In Hamm prüft die Polizei die Einführung eines personenbezogenen Messerverbots. Das teilte Sprecher Hendrik Heine auf WA-Anfrage im Zusammenhang mit der jüngsten Attacke am Westentor mit. Vorbild ist eine seit Dienstag geltende Anordnung des Dortmunder Polizeipräsidenten Gregor Lange für Dortmund und Lünen.

Der von einem möglichen Verbot betroffene Personenkreis umfasst bekannte Straftäter, die von der Polizei als gefährlich eingestuft werden; im Visier haben die Beamten dabei rund 400 Personen. Sie werden nun einzeln überprüft und bekommen die Verbotsverfügung persönlich zugestellt. Das Verbot gilt für drei Jahre. Wer trotzdem mit einem Messer erwischt wird, muss 250 Euro zahlen, im Wiederholungsfall 500 Euro.

In Hamm wurde am Westentor eine Person mit einem Messer verletzt. Dieses Foto zeigt die mutmaßliche Tatwaffe.

Messerangriffe in Hamm: Zahlen aus dem Jahr 2023

In Hamm hat die Polizei im 2023 106 Messerangriffe registriert, davon 17 im öffentlichen Raum. Es gab keine Sexualdelikte mit Messereinsatz. Bei 22 Delikten wurden verbotene Messer eingesetzt, in 84 Fällen waren es beispielsweise Küchenmesser. Bei verbotenen Messern war das Mitführen das häufigste Delikt (14 Mal), bei sonstigen Messern Körperverletzungen (32) und Bedrohungen (24). Hier gab es auch 4 Straftaten gegen das Leben.

„Tatwaffe Messer: In Hamm immer öfter Hauptrolle in Tötungsdelikten“: So lautete der Titel einer entsprechenden Aufarbeitung, die wa.de bereit im April 2018 veröffentlichte.

Rubriklistenbild: © Max Lametz

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