VonMarkus Hannekenschließen
Nach dem kaum fassbaren Angriff auf einen Radfahrer in Hamm hat die Polizei den Messerstecher identifiziert. Ein SEK-Einsatz lief zwar ins Leere, doch nun soll ein Foto die Fahndung vorantreiben.
Hamm - Am Nordenstiftsweg in Hamm hat es am Mittwoch (22. Mai) einen SEK-Einsatz gegeben. Rund um einen Wohnkomplex in Höhe des Rheinsberger Platzes waren gegen 9 Uhr Polizisten in Schutzkleidung und mit schusssicheren Westen zu sehen. Die Aktion hing mit dem rätselhaften Messerangriff am Westentor am 18. Mai zusammen. Das ist bestätigt.
Eine Festnahme gab es bei dem Einsatz nicht, wie Staatsanwältin Maribel Andersson nach der Aktion mitteilte. Die Ermittler hätten die „falsche Anschrift“ gehabt. Das Problem sei, dass der Gesuchte aktuell „keinen festen Wohnsitz“ habe. Er sei zuvor über Fingerabdrücke an der Tatwaffe - also an dem Messer - identifiziert worden. Der Tatverdächtige ist demnach ein 26-jähriger Mann, der seit längerer Zeit in Hamm lebt. Er sei polizeibekannt und „unter laufender Bewährung, aber nicht wegen Gewaltdelikten“.
Messerstecher vom Westentor: Name und Foto
Die Dortmunder Polizei gab den Namen des Mannes am späten Nachmittag mit Raman S. an. Es sei davon auszugehen, dass sich der 26-Jährige im Stadtgebiet in Hamm aufhalte. Ein am Mittwoch veröffentlichtes Foto zeigt ihn vor etwa zwei Jahren (ein zweites finden Sie unten im Artikel). Zeugen, die Angaben zur Tat oder den flüchtigen Täter machen können, sollen sich beim Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0231-1327441 oder bei einer nahe gelegenen Polizeidienststelle melden. Die Polizei warnt zugleich: „Sollten Sie den Mann sehen, sprechen Sie ihn auf keinen Fall an und rufen Sie sofort über den Notruf 110 die Polizei!“
Hinweis
Da die Polizei den Tatverdächtigen am Donnerstag, 23. Mai, festnehmen konnte, haben wir das Bild sowie den vollständigen Namen aus datenschutzrechtlichen Gründen gelöscht.
Am besagtem Samstag hatte der Gesuchte einem 49-jährigen Radfahrer um kurz nach 9 Uhr unvermittelt mit einem Messer mit 13-Zentimeter-Klinke in die Wange gestochen und ihn schwer verletzt. Andersson ist mit Blick auf die Personalien davon überzeugt, dass sich die beiden Männer tatsächlich nicht kannten, es also eine fatale Zufallsbegegnung war. Der Tatverdächtige sei der Drogenszene zugehörig; womöglich hielt er sich mehr oder weniger regelmäßig im Szenetreff im nahegelegenen Nordringpark-Bereich auf.
Messerstecher vom Westentor: Fahndung mit Haftbefehl
Die Fahndung nach dem Messerstecher geht also weiter; er wird nun mit einem Haftbefehl gesucht. Bisher registrierte Zeugenhinweise seien nicht zielführend gewesen.
Von der Dortmunder Staatsanwaltschaft war zunächst eine Mordkommission eingesetzt worden. Zwei Tage später wurde aufgrund der Beschreibung des Opfers das oben gezeigte Phantombild des Angreifers erstellt und veröffentlicht.
Messerstecherei am Westentor in Hamm: Foto zeigt mutmaßliche Tatwaffe




Das 49-jährige Opfer war zunächst in einem Hammer Krankenhaus behandelt, später dann nach Dortmund verlegt worden. Inzwischen sei der Mann dort entlassen worden, so Andersson. Vermutlich werde er eine Narbe im Gesicht zurückbehalten.
Der am Mittwochmorgen gefilzte Bereich im Hammer Norden ist in den vergangenen Jahren auffällig oft Ziel von Polizeieinsätzen gewesen. Erst am 13. Mai hatte ein Mann seinem Mitbewohner ein Messer tief in den Hals gestochen. Am Dienstagmorgen (21. Mai) schlugen dort zwei Unbekannte einen 37-Jährigen; sie stahlen sein Mobiltelefon und die Geldbörse. Die Polizei sucht die Tatverdächtigen.
Der Stadtbezirk Hamm-Mitte hat im Lauf des Jahres 2023 eine signifikante Zunahme von Kriminalität erlebt. Dennoch versichert der Polizeipräsident, die Bürger könnten sich sicher fühlen. In Dortmund ordnete der Polizeipräsident unterdessen für einen bestimmten Personenkreis ein Messertrageverbot an.
Messerstecher vom Westentor: ein weiteres Foto
Rubriklistenbild: © Max Lametz


