Aktuelle Zahlen der Polizei

Bilanz zum 11.11. in Köln: Drei Vergewaltigungen angezeigt, mehr Körperverletzungen als 2018

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Sexualstraftaten, Körperverletzung, Taschendiebstähle: Die Polizei hatte am 11.11. in Köln allerhand zu tun. Die Statistik zu Auftakt des Karnevals.

Köln – Die Szenen vom diesjährigen 11.11. in Köln, als die Zülpicher Straße aus allen Nähten platzte, beschäftigt die beteiligten Parteien auch einige Tage nach dem Sessionsauftakt weiter. Auch die an diesem Tag viel gefragte Polizei Köln, die exakt sieben Tage nach dem Party-Chaos im „Kwartier Latäng“ eine aktualisierte Kriminalitätsbilanz veröffentlicht hat.

Die Polizei Köln hatte am 11.11.2022 alle Hände voll zu tun – mit mehr Straftaten als in den Vorjahren.

„Mit Stand vom 18. November 2022 liegen der Polizei inzwischen 399 Strafanzeigen für die Altstadt sowie die Neustadt vor, in denen die innerstädtischen „Feiermeilen“ zu finden sind“, so die Behörde. Am 12.11., also einen Tag nach dem Jecken-Auftakt, waren es noch 145 gewesen. Inzwischen hat die Polizei diese Statistik jedoch nach oben korrigiert, weil in den vergangenen Tagen weitere Anzeigen eingingen.

Karneval Köln 2023: Polizei-Bilanz zum 11.11. – mehr Fälle als in Vorjahren

11.11. in Köln: Fotos zeigen überfülltes Zülpicher Viertel an Karneval

Feiernde auf der Zülpicher Straße in Köln.
Am späten Nachmittag ist es auf der Zülpicher Straße immer noch voll, aber nicht mehr so überfüllt, wie noch am Mittag. © 24RHEIN
Polizei in Schutzkleidung sichert die Absperrungen an der Zülpicher Straße.
Polizisten in Schutzkleidung sichern die Absperrungen an der Zülpicher Straße. © Thomas Banneyer/dpa
An der Zülpicher Straße feiern Zehntausende Karneval am 11.11. in Köln.
Party-Zone: An der Zülpicher Straße feiern Zehntausende Karneval am 11.11. in Köln. © Ippen Media
Polizeibeamte haben den Zugang zur Zülpicher Straße wegen Überfüllung abgeriegelt.
Der Zugang zur Zülpicher Straße in Köln wurde wegen Überfüllung von der Polizei abgeriegelt. © Thomas Banneyer/dpa
Eine Polizeikette steht an der Absperrung zum Zülpicher Viertel.
Eine Polizeikette steht an der Absperrung zum Zülpicher Viertel. © Thomas Banneyer/dpa
Zahlreiche Karnevalisten stehen an einer Absperrung, da Polizeibeamte den Zugang zur Zülpicher Straße wegen Überfüllung abgeriegelt haben.
Mit digitalen Anzeigen weist die Stadt darauf hin, dass das Zülpicher Viertel geschlossen wurde. © Thomas Banneyer/dpa
Tausende Feiernde auf der Zülpicher Straße in Köln.
Schon am Vormittag war es auf der Zülpicher Straße voll. © Thomas Banneyer/dpa
Dicht gedrängt stehen die Menschen zum Karnevals-Auftakt auf der Zülpicher Straße in Köln.
Dicht gedrängt stehen die Menschen zum Karnevals-Auftakt auf der Zülpicher Straße in Köln. © Thomas Banneyer/dpa
Feiernde an einem Zugang an der Zülpicher Straße.
Auch an den Zugängen zur Zülpicher Straße war das Gedränge schon am Mittag groß. © 24RHEIN
Polizisten stehen an einem abgesperrten Zugang zum Zülpicher Viertel in Köln.
Polizisten stehen an einem abgesperrten Zugang zum Zülpicher Viertel in Köln. © Thomas Banneyer
Polizei kontrolliert das abgeriegelte Kwartier Latäng beim Auftakt des Kölner Karnevals auf der Zülpicher Straße.
Polizeikontrollen am abgeriegelten Kwartier Latäng beim Auftakt des Kölner Karnevals auf der Zülpicher Straße. © Christoph Hardt/Panama Pictures/Imago
Ein Fahrzeug der Polizei auf dem Weg zum Haupteingang im Zülpicher Viertel in Köln.
Gegen 13:30 Uhr ist die Polizei mit mehreren Fahrzeugen Richtung Haupteingang im Zülpicher Viertel gefahren. © 24RHEIN

Und weiter: „Im Vergleich zum Jahr 2021 (Schlusszahl der erfassten Delikte nach mehreren Wochen: 350) sind demnach insgesamt 49 Straftaten mehr angezeigt worden. Auch im Fünfjahresvergleich liegen die Fallzahlen über dem Höchststand (371) des Jahres 2018“, so die Polizei weiter. Am 11.11. in Köln verzeichnet die Polizei mit insgesamt 399 Strafanzeigen also einen deutlichen Anstieg – doch wie sehen die bislang bekannten Zahlen für 2022 konkret aus?

202220212018
Fallzahlen Staftaten399350371

Karneval Köln 2023: Sexualdelikte, Körperverletzungen, Taschendiebstähle am 11.11.

Straftaten am 11.11. in Köln – der Überblick

► Sexualstraftaten 2022: 15 (bisheriger Höchstwert: 15, 2018)

► Raub-Überfälle 2022: 7 (bisheriger Höchstwert: 6, 2019)

► Körperverletzungen 2022: 117 (bisheriger Höchstwert: 105, 2018)

► Taschendiebstähle 2022: 107 (bisheriger Höchstwert: 62, 2018)

► Sachbeschädigungen 2022: 17 (bisheriger Höchstwert: keine Angabe)

Quelle: Polizei Köln; Stand der Daten: 18. November 2022

Karneval Köln 2023: Drei Vergewaltigungen am 11.11. angezeigt

Bei den Vergleichswerten aus 2018 und 2019 handelt es sich um die Werte jeweils vom 18. November dieses Jahres. Was für 2022 auffällt: Es kam zu exakt gleich vielen Sexualstraftaten wie im bisherigen Jahr 2018, nämlich 15. In drei Fällen sei eine Vergewaltigung in einer Gaststätte oder Bar angezeigt worden.

Ebenfalls interessant: Die Anzahl der Taschendiebstähle hat sich 2022 im Vergleich zum bisherigen „Jahres-Bestwert“ aus 2018 beinahe verdoppelt (Anstieg von 62 auf 107). Auch bei Körperverletzungsdelikten gab es einen Anstieg um zwölf Fälle im Vergleich zu 2018, als es noch 105 waren.

Chaos, Müll und KVB-Zusammenbruch – so lief der 11.11. in Köln

► Am 11.11. wurde der Sessionsauftakt im Kölner Karneval gefeiert.

► Innerhalb weniger Stunden war die Zülpicher Straße überfüllt. Dennoch strömten unzählige weitere Menschen in die Kölner Innenstadt. Die Folge: Chaos, Müll und Verschmutzung.

► „Wenn es sich so wiederholt, wird das nicht gut gehen. Das Glück darf man nicht noch einmal herausfordern. Die Security war völlig überfordert“, klagt Bezirksbürgermeister Andreas Hupke.

► „Ich bin wirklich fassungslos. Das ist ein Desaster mit Ansage gewesen. Das war haarscharf an einer Katastrophe vorbei“, so FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite

► Anders sieht es Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Das Konzept der Stadt hatte zum Ziel, die Anwohnenden, die einer besonderen Belastung ausgesetzt, bestmöglich zu schützen und für die Sicherheit der Feiernden zu sorgen. Das ist uns überwiegend gelungen“

Polizei zum 11.11. in Köln: Wie viele mögliche Täter wurden bereits gefasst?

Art der StraftatenAnzahl Fälle 2022Anzahl gefasster Tatverdächtiger
Sexualstraftaten154
Raub-Überfälle73
Körperverletzungen11796
Taschendiebstähle1072
Sachbeschädigungen177

Wichtig: Die Polizei teilt mit, dass sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht abschließend sagen lässt, welcher Anteil dieser Strafanzeigen tatsächlich mit den Feiern zum 11.11. in Zusammenhang stünde. So könne es beispielsweise auch sein, dass sich an diesem Tag in Köln ein Körperverletzungs-Delikt ereignet habe, der in die oben gezeigte Statistik mit einzählt – allerdings nicht im Rahmen der Karnevals-Feierlichkeiten geschehen sei. (ots/mo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Thomas Banneyer/dpa

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