VonTorben Nieckeschließen
Zumindest mit dem ersten Eindruck hat der neue Papst Leo XIV. die Pfarrei Christus König überzeugt. Pater mahnt, dem neuen Ponitfex etwas Zeit zu geben, um den Erwartungen gerecht zu werden.
Halver – Kardinal Robert Francis Prevost ist nun Papst Leo XIV. Damit hat erstmals ein US-Amerikaner das höchste Amt innerhalb der Katholischen Kirche inne. Die Resonanz dafür ist größtenteils positiv – so auch in Halver.
„Mein erster Eindruck ist sehr gut“, sagt Pater David Ringel von der Pfarrei Christus König. Er sieht in Papst Leo XIV. einen „Mann der Mitte“, der die Linie seines Vorgängers fortführen und die weltweite Kirche zusammenführen könne. „Ich sehe in ihm einen echten Brückenbauer – ganz im Sinne des Titels Pontifex“, so Ringel.
Positiver Ersteindruck von Papst Leo XIV: Ein „Brückenbauer“ und „Vermittler“
Der neue Papst sei sprachbegabt, gut unter den Kardinälen vernetzt und mit beiden amerikanischen Kontinenten bestens vertraut – Eigenschaften, die ihn zu einem starken Vermittler machen könnten. Dass er bereits im vierten Wahlgang die nötige Mehrheit erhalten habe, zeige auch seine Überzeugungskraft und Ausstrahlung – beides, so Ringel, dringend nötige Qualitäten für das Amt. Auch die Namenswahl begrüßt der Pater: Leo XIII., sein letzter Namensvetter, galt als Friedenspapst und Versöhner.
Zugleich mahnt Ringel zur Geduld: „Wir müssen ihm Zeit geben.“
Weniger Verständnis habe er hingegen für die Protestaktion von mehreren Amerikanerinnen, die statt weißem oder schwarzen Rauch – wie bei dem Konklave üblich – pinken Rauch aufsteigen ließen. Damit kritisierten sie, dass die Wahl des neuen Papstes nur von Männern getroffen werde und fünfzig Prozent der Kirchenmitglieder – die Frauen – ausgeschlossen werden. Pauschal ließe sich das nicht so festhalten. „Bei uns spielt die Frau eine genauso wichtige Rolle in der Gemeinde, wie auch der Mann“, stellt Pater David Rengel fest.
Dass dies nicht überall der Fall sei, ist ihm aber ebenfalls bewusst. Den Zeitpunkt des Protestes findet er jedoch unpassend. „Das ist ein Thema, dass nicht von jetzt auf gleich gelöst werden kann. Da muss die ganze Kirche mitgenommen werden und viele unterschiedliche Richtungen unter einen Nenner gebracht werden“, erklärt er die Komplexität des Themas. Vorschnelle Entscheidungen könnten gravierende Folgen für die gesamte Institution Kirche haben. „Wenn überhaupt, muss das als fließender Prozess geschehen“, ist sich Pater David sicher.
