VonLaura Ruthmannschließen
1,4 Milliarden Katholiken haben mit Papst Leo XIV. ein neues Oberhaupt bekommen. Katholiken in Meinerzhagen und Kierspe haben eine eindeutige Meinung.
Meinerzhagen/Kierspe – Nicht der weiße Rauch und keine Eil-Meldung waren es, die den Kiersper Pastor Gregor Myrda und Pastor Patrick Schnell, moderierender Priester im Leitungsteam der Pfarrei St. Maria Immaculata (Meinerzhagen – Kierspe – Valbert), über die Wahl von Papst Leo XIV. unterrichteten. Es war Pastor Stefan Beilicke aus dem Pastoralteam, der seine Kollegen als erster informierte. Alle drei zeigten sich am Tag nach der Papstwahl zufrieden und optimistisch. Auch Lektorin und Seelsorgerin Petra Kurzawski aus Kierspe äußert sich hoffnungsvoll.
Pastor Myrda: „Er ist die Mitte“
„Ich bin sehr zufrieden“, kommentiert Pastor Gregor Myrda die Wahl des US-Amerikaners Robert Francis Prevost zum Nachfolger von Papst Franziskus. „Er ist nicht konservativ, er ist nicht progressiv. Er ist die Mitte“, begründet Myrda. „Kurienkardinäle sind oft konservativer.“ Auch sein erster Eindruck von Papst Leo XIV. sei positiv gewesen: „Es war eine gute Rede am Anfang. Er wirkte nett und sympathisch.“ Auch die Namenswahl des neuen Papstes stimme Myrda optimistisch: „Papst Leo XIII., der 1903 starb, hat die christlich-soziale Lehre geprägt. Der neue Papst steht somit auch in einer Linie mit Papst Franziskus, der rund um den Petersdom in Rom Einrichtungen für Obdachlose eröffnen ließ.“
Während eines Krankenbesuchs habe Myrda von der Wahl erfahren. „Pastor Beilicke hat mir geschrieben und schon haben wir veranlasst, dass kurz nach 18 Uhr die Glocken in Kierspe läuteten.“ Myrda gibt zu: „Ich habe ihn gar nicht gekannt. Ich hätte auf den Patriarchen von Jerusalem als Nachfolger von Franziskus getippt.“
Pastor Schnell: Aus der Mission
„Ich habe mich gefreut, dass die Entscheidung so schnell getroffen wurde“, bilanziert Pastor Patrick Schnell die Papstwahl. „Auch ich saß gebannt vor dem Fernseher“, verrät Schnell. Seine Reaktion: „Eine gute Wahl von dem, was man so hört. Er kennt alle Bereiche der Kirche einigermaßen gut. Und er ist auf einer Linie mit Papst Franziskus.“ Ein Aspekt ist Schnell beim neuen Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken besonders wichtig: „Es ist ein Bischof aus der Mission. Seine Wahl ist ein Wink des Heiligen Geistes“, ist sich der Pastor sicher. „Mission ist unsere eigentliche Aufgabe, Mission braucht die Kirche der Zukunft.“ Wie sieht eine zukunftsfähige Kirche für Schnell aus? „Eine Kirche, die das Wort Gottes zu den Menschen bringt.“ Und auch er verrät abschließend: „Stefan Beilicke hat mir ‚weißer Rauch‘ geschrieben.“
Pastor Beilicke: „Gut in die Zukunft schauen“
„Mit großer Spannung und Freude saß ich vor dem Fernseher“, berichtet Pastor Stefan Beilicke. Sein Fazit: „Ich denke, es wird ein guter Papst. Er ist sozial engagiert. Mit ihm können wir gut in die Zukunft schauen.“ Ein Zeichen des Willkommens: „In Meinerzhagen haben um 18.10 Uhr die Glocken für eine viertel Stunde geläutet“, weiß Beilicke. Am Dienstag diese Woche hat Pastor Beilicke noch in St. Marien in Meinerzhagen zum Rosenkranz-Gebet für die Wahl des Papstes eingeladen.
Petra Kurzawski: Name gibt Hoffnung
Petra Kurzawski, Lektorin und ehrenamtliche Krankenhausseelsorgerin in Lüdenscheid, hat im Rahmen des kfd-Predigerinnentags in St. Marien gepredigt. „Mir gibt es Hoffnung, dass er in seiner Namenswahl den Bezug zu Leo XIII. hergestellt hat, einem Papst, der die erste Sozialenzyklika verfasst hat“, betont sie. „Seine ersten Worte an seine Gemeinde waren geprägt von den Worten zum Frieden, aber auch von der Synodalität der Kirche. Das gibt mir Hoffnung, dass der von Franziskus eingeschlagene Weg weitergeführt wird. Mir gefällt auch, dass er von vielen als 'Mann der Mitte' bezeichnet wird, denn nur gemeinsam können die notwendigen Entscheidungen für die Zukunft umgesetzt werden.“

