VonBenjamin Strokaschließen
Erst Kaufhof und jetzt auch noch die Primark-Filiale. Gelsenkirchen verliert zwei wichtige Geschäfte in kurzer Zeit. Ein schwerer Schlag für die Innenstadt.
Gelsenkirchen – Die Nachricht ist ein weiterer Schock für die Innenstadt von Gelsenkirchen. Die Primark-Filiale in der Bahnhofstraße wird geschlossen. Der Standort ist einer von vier in ganz Deutschland, die Primark im Zuge einer Umstrukturierung schließen will. Nach der angekündigten Schließung der Kaufhof-Filiale ist die Primark-Schließung der nächste schwere Schlag für die Einkaufstraße in Gelsenkirchen.
Nach Galeria-Ankündigung schließt jetzt auch noch die Primark-Filiale in Gelsenkirchen
Beide Geschäfte liegen fast direkt gegenüber voneinander, in sehr großen Ladenlokalen. Und beiden Immobilien droht nun über längere Zeit ein Leerstand. Denn die Kaufhof-Filiale steht auf der Schließungsliste von Galeria Karstadt Kaufhof. Im Zuge eines weiteren Insolvenzverfahrens muss Galeria harte Einschnitte im Filialkonzept vornehmen. Allein in NRW werden in den nächsten Monaten 15 Standorte geschlossen. Zum 30. Juni 2023 soll die Filiale in Gelsenkirchen der Vergangenheit angehören.
Als wäre dieser Schlag für die Gelsenkirchener Innenstadt nicht schon schwer genug, wird nun auch noch die Primark-Filiale dichtgemacht. Das teilte die Billigmodekette aus Irland am Dienstag (25. April) in einem Schreiben an die Belegschaft mit, das inzwischen auch veröffentlicht wurde. Man befinde sich in einer „herausfordernden Situation“ heißt es dort. Und in einigen Regionen in Deutschland sei man mit Primark-Filialen „überrepräsentiert“. Dazu zählt in den Augen von Primark offenbar auch das Ruhrgebiet, wo nur wenige Kilometer von Gelsenkirchen entfernt auch noch ein Primark-Standort in Essen und etwas weiter einer in Dortmund existieren. „Als Konsequenz ist die Rentabilität in den deutschen Stores auf einem inakzeptablen Niveau“, heißt es vonseiten Primarks weiter.
Schließung von Primark und Galeria als Chance für Gelsenkirchen?
Eine Folge daraus: Primark wird insgesamt vier seiner aktuell noch 30 Filialen in Deutschland schließen. Neben Gelsenkirchen trifft es mit Krefeld eine weitere NRW-Filiale. Die anderen von der Schließung betroffenen Standorte sind Kaiserslautern und Frankfurt (Nordwestzentrum). Wann genau Primark in Gelsenkirchen schließt, ist hingegen noch nicht offiziell bekannt. Laut Informationen von Radio Emscher Lippe, die sich auf eine Mitarbeiterin beziehen, soll die Filiale aber zum Jahresende am 31. Dezember geschlossen werden.
Um die Attraktivität der Innenstadt wieder zu steigern und zu verhindern, dass die beiden Geschäfte über längere Zeit leer stehen werden, müssen sich die Entscheider in Gelsenkirchen jetzt also Konzepte einfallen lassen, die greifen. Ein Beispiel in der eigenen Stadt zeigt aber auch, dass die Schließungen nicht unbedingt der Todesstoß für die Innenstadt sein müssen. Denn dem ehemaligen Hertie-Warenhaus in Gelsenkirchen-Buer wurde vor einigen Jahren mithilfe eines Mixed-Use-Konzepts als Linden-Karree neues Leben eingehaucht. Die Schließungen können unter Umständen also auch eine Chance sein.
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