VonSven Schneiderschließen
Primark schließt Standorte in Deutschland und will sich neu positionieren. Die Filiale in Wuppertal ist nicht betroffen. Aber die Stadt ist vorbereitet.
Wuppertal – Der Start in Deutschland 2009 hätte für Primark kaum besser laufen können. Die Geschäfte waren fast schon überlaufen, der Umsatz enorm. Das damalige Erfolgsrezept: Für vergleichsweise wenig Geld erhalten Kunden viele Kleidungsstücke. In den vergangenen Jahren jedoch sank der Umsatz der Modekette drastisch. Nun werden vier Primark-Filialen geschlossen, zwei davon in Nordrhein-Westfalen. Was heißt das für den Standort in Wuppertal?
Primark in Wuppertal auf dem Prüfstand
Primark beschäftigt in Deutschland noch rund 4500 Mitarbeiter in 30 Shops. Einer davon steht in der Wuppertaler Innenstadt. Zwar ist eben jener von einer baldigen Schließung nicht betroffen. „Von den aktuellen Schließungsplänen sind nur die vier benannten Stores betroffen“, sagte Primark auf Anfrage von wa.de. Eine Entwarnung gab es jedoch nicht. „Wir wollen im deutschen Markt nachhaltig wachsen und werden daher in den kommenden Monaten das deutsche Storeportfolio weiter überprüfen und uns auf dem Markt neu positionieren“, hieß es weiter.
Klar ist zumindest auch im Bergischen Land: Ein Rückzug von Primark käme nicht völlig überraschend. Gegenüber Radio Wuppertal sprach Oberbürgermeister Uwe Schneidewind über mögliche Alternativen, sollte die Modekette den Kubus am Döppersberg verlassen. Sprich: Die Stadt hat sich schon einmal vorsichtshalber Gedanken darüber gemacht, was mit dem Bau im Falle einer Schließung geschehen könnte. Laut dem 56-Jährigen sei es möglich, dort die Zentralbibliothek einzurichten. Auch ein Museum sei denkbar. Über konkrete Schließungsabsichten von Primark in Wuppertal wisse OB Schneidewind aber nichts.
Der Mutterkonzern Associated British Foods (ABF) kündigte schon im Dezember 2022 an, sich neu positionieren zu wollen. Filialen in Berlin und Weiterstadt wurden bereits geschlossen. Der Grund: ein gravierender Einschnitt bei den Einnahmen. Fuhr Primark noch 2019 einen Umsatz von 916 Millionen Euro ein, sank dieser zwei Jahre später auf nur noch 380 Millionen Euro.
Primark schließt weitere Standorte in NRW – Standort Wuppertal auf dem Prüfstand
Am Dienstag vermeldete die Modekette, die Rentabilität in Deutschland befinde sich aktuell „auf einem inakzeptablen Niveau“. Langfristig solle das Geschäft „wieder rentabel gemacht werden“, heißt es. Die erste Maßnahme folgte zugleich. Neben Kaiserslautern und Frankfurt werden mit Krefeld und Gelsenkirchen zwei NRW-Standorte von Primark geschlossen. Zusammen mit der Filiale in Wuppertal befinden sich derzeit acht im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands:
Welchen Plan Primark in Deutschland künftig verfolgt, ist derzeit noch offen. Möglich sei es, dass einzelne Filialen zwar von einer Schließung verschont bleiben. Eine grundsätzliche Verkleinerung der Shops hingegen sei eine Alternative. Aktuell prüft Primark Investitionen in neue Standorte. Allerdings nur dort, wo „die Gefahr der Kannibalisierung mit existierenden Stores gering ist.“
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