Hochwassermarke überschritten

Rheinpegel in Köln unter 7 Meter – weitere Maßnahmen sind nötig

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Der Rhein in Köln ist stark angestiegen. Straßen wurden gesperrt, Ufer geflutet. Jetzt sinkt der Pegel – allerdings nur langsam.

Köln – Das regnerische Wetter der vergangenen Tage ist auch am Rhein bei Köln nicht spurlos vorübergegangen. Innerhalb kürzester Zeit ist der Kölner Rheinpegel angestiegen. Straßen mussten gesperrt werden, Schiffe durften nur noch langsam über den Kölner Rhein fahren. Am Montagmorgen wurde sogar die 7-Meter-Marke überschritten. Jetzt gibt es gute Nachrichten: Die große Welle ist offenbar vorbei. Der Pegel sinkt langsam, heißt es bei den Kölner Stadtentwässerungsbetrieben (StEB).

Der aktuelle Pegelstand in Köln
Mittwoch, 22. November, 6 Uhr6,97 Meter

Übrigens: Auch weitere NRW-Städte wie Duisburg, oder Düsseldorf haben ebenfalls mit den Folgen des Hochwassers im Rhein zu kämpfen. Und auch in Bonn sorgt das Hochwasser bereits für geflutete Straßen.

Hochwasser in Köln: Rhein-Pegel zeitweise über 7 Meter – Hochwasserwelle bis Ende der Woche

Das Hochwasser in Köln steigt weiter

Am späten Montagabend erreichte der Rheinpegel einen Stand von 7,17 Meter. Seitdem ist der Rhein langsam gesunken. Laut ersten Hochrechnungen sollte der Pegel spätestens am Mittwoch unter 7 Meter fallen. Wie die Steb mitteilen, ist das am frühen Morgen auch eingetroffen. Der Rheinpegel lag bei einer Messung um 6 Uhr am Morgen bei 6,97 Metern. Doch auch dann jetzt weiterhin Hochwasserschutzmaßnahmen nötig.

Rheinpegel steigt: Fotos zeigen das Hochwasser in Köln

Hochwasser am Rhein in Köln. Nur noch die Baumkronen und die Spitzen einiger Straßenschilder sind noch zu erkennen.
Der aktuelle Wasserpegel des Rheins liegt bei 7,14 Meter (Stand 20. November). Großteile des Uferbereichs am Rhein sind vollständig überflutet. (Foto von Montag, 20. November) © Oliver Berg/dpa
Rhein Hochwasser in Köln beim Pegel von 693 cm aus Sicht des Deutzer Rheinufers auf die Innenstadt von Köln.
Bei Hochwasser kann auch der untere Teil des Rheinboulevards in Deutz gesperrt werden. Am Donnerstag, 16. November, betrug der Pegel bereits 5,73 Meter. Zum Zeitpunkt des Fotos (Sonntag, 19. November) misst der Pegel 6,96 Meter. © Marc John/Imago
Rhein Hochwasser in Köln beim Pegel von 693 cm aus Sicht des Deutzer Rheinufers auf die Innenstadt von Köln.
Der Wasserpegel des Rheins ist am Sonntag, 19. November so hoch, dass die unteren Stufen des Rheinboulevards in Deutz nicht mehr zu erkennen sind. Die Treppen führen nun in den Rhein. © Marc John/Imago
Rhein Hochwasser in Köln beim Pegel von 693 cm aus Sicht des Deutzer Rheinufers auf die Innenstadt von Köln.
Bereits am Sonntag (19. November), mit 6,96 Metern sind Teile des Rheinboulevards überflutet. Auch die Parkplätze an der Bastei sind überschwemmt. © Marc John/Imago
Aufgrund des Hochwassers sind entlang des Rheins im Bereich Bayenthal die Wege überschwemmt.
Aufgrund des Hochwassers sind am Sonntag (19. November) im Bayenthal die Wege entlang des Rheins überschwemmt. Spaziergänger mussten hier ausweichen. © 24RHEIN
Zahlreiche Wege wurden am Rhein durch das Hochwasser überschwemmt.
Zahlreiche Wege wurden am Rhein durch das Hochwasser überschwemmt. (Bild vom 18. November 2023) © 24RHEIN
Wasser am Rheinufer
Auch an Gehwegen in der Nähe der Mühlheimer Brücke ist das Hochwasser am Sonntag, (19. November) zu spüren.  © 24RHEIN
Hochwasser am Rhein in Köln. Straßen und Gehwege sind überflutet. Ein Schiff auf dem Rhein.
Die erste Hochwassermarke (6,20 Meter) wurde bereits überschritten. Seit Samstag dürfen die Schiffe auf dem Rhein nur noch auf der Flussmitte und mit geringerer Geschwindigkeit fahren. (Foto von Montag, 20. November) © Oliver Berg/dpa

Denn dann stehen noch immer die Parkplätze an der Bastei, der untere Bereich des Rheinboulevards und der Leinpfad – zumindest teilweise – unter Wasser. Der Normalstand des Kölner Rheins, also der statistisch berechnete 10-Jahres-Mittelwert, liegt nämlich bei 3,21 Meter.

Hochwasser in Köln: Was passiert ab welchem Pegelstand?

► 3,21 Meter: Normalstand (10-Jahres-Mittelwert, statistisch berechnet).

► 4,50 Meter: Im Kanalnetz werden erste Hochwasserschutzmaßnahmen durchgeführt. Ab dieser Marke spricht man laut StEB offiziell von Hochwasser.

► Ab 5 Meter: Unterer Bereich des Rheinboulevards wird gesperrt.

► 5,50 Meter: Kleine Hochwasserschutzzentrale wird eingerichtet. Der Leinpfad wird stellenweise schon angeflutet und muss bereits abgesperrt sein.

► 5,80 Meter: Parkplatz an der Bastei wird gesperrt.

► Ab 6 Meter: Die Parkplätze an der Bastei stehen teilweise unter Wasser.

► Ab 6,20 Meter: Hochwassermarke 1 – Schiffe dürfen nur noch mit verminderter Geschwindigkeit und im mittleren Stromdrittel fahren.

► Ab 6,30 Meter: Die Parkplätze an der Bastei sind vollständig überflutet.

► Ab 6,70 Meter: Campingplätze in Poll und Rodenkirchen müssen geräumt sein.

► Ab 6,80 Meter: Das Hubtor in Rodenkirchen muss geschlossen sein.

► 7 Meter: Große Hochwasserschutzzentrale wird je nach Steigerungsrate eingerichtet (Tag- und Nachtdienst). Im Rodenkirchener Auenviertel werden erste mobile Wände aufgebaut. In Porz Zündorf wird die Groov geflutet.

► Ab 8,10 Meter: Die Rheinuferpromenade der Altstadt wird teilweise überflutet, erste Hochwassertore in der Altstadt müssen geschlossen sein.

► Ab 8,20 Meter: In Zündorf wird die mobile Hochwasserschutzwand aufgestellt.

► Ab 8,30 Meter: Hochwassermarke 2 – Der Schiffsverkehr wird gesperrt.

► Ab 8,40 Meter: Der Stadtteil Kasselberg wird vom Hochwasser umschlossen und wird zu einer Insel. Der Stadtteil ist nur noch mit watfähigen Fahrzeugen, bzw. mit Booten zu erreichen (Fährdienst).

► Ab 9,40 Meter: Jetzt müssen die mobilen Hochwasserschutzwände in der Altstadt und an der Rodenkirchener Uferstraße stehen.

► Ab 9,80 Meter: Im Malerviertel/Rodenkirchen wird eine „Aqua Barrier“ aufgebaut.

► Ab 10 Metern: Sperrung des Rheinufertunnels. In Rodenkirchen werden auf dem Auenweg und der Hauptstraße Stahlwände als „zweite Verteidigungslinie“ aufgestellt.

► Ab 10,70 Meter: Katastrophenalarm.

► Ab 11,30 Meter: Überflutung der Altstadt.

Quelle: Stadt Köln

Rheinpegel in Köln steigt an: Leinpfad bereits gesperrt, Parkplatz an der Bastei dicht

An manchen Stellen des Rheins, wie beispielsweise unweit der Mülheimer Brücke, tritt das Wasser bereits über das Ufer. Dieses Foto wurde am 19. November 2023 aufgenommen.

Seit der Rhein die Fünf-Meter-Marke überschritten hat, ist bereits der untere Bereich des Rheinboulevards in Köln-Deutz gesperrt. Der Leinpfad ist seit dem Stand von 5,50 Metern stellenweise angeflutet und musste ebenfalls bereits gesperrt werden. Auch der Parkplatz an der Bastei, nahe des Ebertplatzes, ist seit dem Stand von 5,80 Metern gesperrt. Ab 6,30 Metern ist er überflutet – was am Samstagmorgen (18. November) bereits der Fall war.

Aufgrund des Hochwassers sind entlang des Rheins im Bereich Bayenthal die Wege überschwemmt. (Foto vom Sonntag)

Wer am vergangenen Wochenende entlang des Rheins spazieren wollte, musste auf andere Wege ausweichen. Das Wasser hat zum Beispiel die Wege am Ufer in Bayenthal überflutet. Auch in Richtung Rodenkirchen mussten Spaziergänger ausweichen.

Im Rodenkirchener Auenviertel werden nach Überschreiten der 7-Meter-Marke erste mobile Wände aufgebaut. In Porz Zündorf ist zudem die Groov bereits geflutet. Darüber hinaus musste das Hubtor in Rodenkirchen ab dem Pegelstand von 6,80 Metern geschlossen werden.

Ab sieben Metern werden zudem im Kanalnetz über 250 Maßnahmen durchgeführt, und Hochwasserverschlussdeckel installiert. Ab 8,30 Metern wird die Schifffahrt eingestellt. Der Katastrophenalarm wird erst bei einem extrem hohen Stand von 10,70 Metern ausgelöst. Und ab 11,30 Metern wäre in der Kölner Altstadt „Land unter“.

Kölner Rheinpegel:Datum:
7,06 Meter21. November
7,11 Meter20. November
6,96 Meter19. November
6,70 Meter18. November
6,16 Meter17. November
5,73 Meter16. November

Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) prophezeien weiteren Pegel-Anstieg in den kommenden Tagen

„Der Rheinwasserstand am Kölner Pegel steigt derzeit“, berichten die StEB. Allerdings sinkt der Rhein auch oftmals schnell wieder „Ab Wochenmitte sind deutlich fallende Wasserstände vorhergesagt“, betont der Hochwasservorhersagedienst Rheinland-Pfalz. Übrigens: Für NRW gibt es eine Karte, die zeigt, wie man sich vor Starkregen und Hochwasser schützen kann. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Marc John/imago

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