Umstrukturierung

Rheinmetall plant Bau von Satelliten: NRW-Werk liefert bald moderne Kriegsgeräte

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Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat eine Umstrukturierung seines Werks in Neuss angekündigt. Nun steht fest: Dort sollen künftig Satelliten produziert werden.

Neuss - Im Rheinmetall-Werk in Neuss wurden bisher nur Produkte für den zivilen Bereich gefertigt. Da die Rüstungsbranche derzeit jedoch boomt und es sich mit militärischen Komponenten viel Geld verdienen lässt, soll das nicht so bleiben. Schon im nächsten Jahr soll das Rheinmetall-Werk in Neuss mit der Produktion von militärischen Geräten beginnen. Der Rüstungskonzern will damit den Weltraum erobern.

Rheinmetall plant Satelliten-Bau: NRW-Werk liefert bald moderne Kriegsgeräte

Rheinmetall will künftig Satelliten bauen. Das verkündete das Düsseldorfer Rüstungsunternehmen in einer Mitteilung. Konkret handelt es sich bei den Satelliten um moderne Kriegsgeräte. Denn: Die Satelliten sollen laut Rheinmetall Streitkräften „entscheidende Vorteile bei Überwachung, Zielerfassung, Aufklärung oder die eigene Posi­tio­nie­rung auf dem Gefechtsfeld bringen.“

Genauer sei der Bau von SAR-Satelliten geplant. Diese würden im Gegensatz zu herkömmlichen Satelliten unabhängig von Wetterbedingungen oder Tageszeit hochauflösende Bilder erzeugen können.

Rheinmetall-Standort in Neuss startet Produktion von militärischen Komponenten

Damit gibt es nun Gewissheit: Der Standort in NRW soll nun also tatsächlich militärische Komponente fertigen. Dass es eine Umstrukturierung in dem Werk in Neuss geben soll, wurde schon vor einigen Monaten bekannt. Bislang werden dort Produkte für den zivilen Bereich gefertigt. Wie ein Rheinmetall-Sprecher im Gespräch mit wa.de betont, solle die Satellitenproduktion zusätzlich zum zivilen Produktionsanteil hinzukommen. „Nach jetzigem Planungsstand sollen in Neuss künftig also - neben dem zivilen Produktionsanteil - Satelliten, Schutzsysteme und mechanische Komponenten gefertigt werden, die dem militärischen Bedarf dienen“, so der Sprecher. Konkretere Angaben könne man aber noch nicht machen.

Allein wolle Rheinmetall diesen Schritt aber nicht gehen. Als Partner stellt der Rüstungskonzern das finnische Unternehmen ICEYE vor. Man wolle ein Joint Venture, also eine Art Gemeinschaftsunternehmen, gründen. Dafür stehen allerdings noch endgültige Vereinbarungen sowie behördliche Genehmigungen aus. Mit Beginn der Produktion von Satelliten in Neuss plane man im zweiten Quartal 2026.

Rheinmetall und ICEYE haben bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet. Rheinmetall hatte 2024 die Rechte zur Vermarktung der Satelliten von ICEYE in Deutschland und Ungarn gesichert.

Rubriklistenbild: © Rech / Imago

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