Kurz: CCAA

„Colonia Claudia Ara Agrippinensium“: Warum Köln einst einen anderen Namen hatte

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Köln hieß ursprünglich Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Das geht auf Kölns Gründungsmutter und das römische „It-Girl“ Agrippina die Jüngere zurück.

Köln – „Kölle“, „Stadt mit K“ oder „Köllefornia“ – Köln hat viele Spitznamen. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie gehen auf den ursprünglichen Namen von Köln zurück: Colonia Claudia Ara Agrippinensium, kurz CCAA. Aber was heißt das eigentlich und warum heißt die Stadt am Rhein so?

Als Colonia Claudia Ara Agrippinensium gegründet: Wie Köln entstanden ist

Kölns Name Colonia Claudia Ara Agrippinensium geht auf die Römerin Iulia Agrippina zurück (IDZRNRW-Montage).

Der Name Colonia Claudia Ara Agrippinensium geht auf die alten Römer zurück, die vor 2000 Jahren den Grundstein für das heutige Köln legten. Damals allerdings noch unter dem Namen Oppidum Ubiorum – also „Stadt der Ubier“. Die Ubier waren dabei ein verbündeter germanischer Stamm auf der Schäl Sick, wie es im MiQua-Blog heißt.

Aber wie kam es dann zum Namen „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“? Den Namen und die damaligen Stadtrechte hat Köln einer Frau zu verdanken. Aus der Siedlung in der germanischen Provinz am Rhein wurde dank Iulia Agrippina, auch Agrippina die Jüngere genannt, eine Kolonie und schließlich sogar die Hauptstadt der römischen Provinz Niedergermaniens (heute Teile von Deutschland, Belgien und den Niederlanden).

CCAA: Was Agrippina mit Köln zu tun hat und wie die Römerin noch heute geehrt wird

Agrippina war eine kölsche Mädche durch und durch. Sie ist im Jahr 15 oder 16 nach Christus im heutigen Köln geboren. Als Tochter von Germanicus und Agrippina sowie Urenkelin von Kaiser Augustus zählte sie zur Upper Class und galt später als echtes „It-Girl“. Die als schön geltende Agrippina war für ihren Ehrgeiz, Stolz und Mut, aber auch für ihren Machthunger bekannt, heißt es. Nach zwei Ehen heiratete sie schließlich ihren Onkel Kaiser Claudius.

Iulia Agrippina: Das ist Agrippina die Jüngere

► Iulia Agrippina wurde im Jahr 15 oder 16 nach Christus im damaligen Oppidum Ubiorum (heute Köln) geboren. Damit ist sie eine echte kölsche Mädche. Ihre Eltern sind Germanicus und Agrippina. Zur Unterscheidung von ihrer Mutter wurde sie Agrippina, die Jüngere genannt.

► Sie war Urenkelin des Kaisers Augustus und gehörte damit zum engsten Umfeld der Kaiserfamilie. Damit gehörte sie zur oberen Gesellschaft. In ihrer Jugend lebte sie wahrscheinlich bei ihrer Großmutter in Rom.

► In erster Ehe war sie mit Gnaeus Domitius Ahenobarbus verheiratet. Aus dieser Ehe entstand ihr einziger Sohn Lucius Domitius Ahenobarbus, später bekannt als Kaiser Nero.

► Von ihrem Bruder wurde sie zeitweise verbannt. Erst nach einer Ermordung konnte Agrippina zurück nach Rom und ihre Macht ausbauen. Dafür heiratete sie in zweiter Ehe einen wohlhabenden und einflussreichen Senator. Allerdings soll sie ihn nach wenigen Jahren vergiftet haben, um ihren Onkel und römischen Kaiser Claudius zu heiraten.

► Kaiser Claudius verlieh ihr den Titel „Augusta“, womit sie zur ersten römischen Kaiserin ernannt worden ist. Außerdem wurde ihr Geburtsort zur Kolonie benannt – nach ihrem Namen.

►Im Jahr 59 n. Chr. wurde Agrippina von ihrem Sohn Kaiser Nero getötet.

Im Jahre 50 nach Christus verlieh Kaiser Claudius auf Wunsch seiner Ehefrau Agrippina ihrer Geburtsstadt den Rang einer Kolonie nach römischem Namen. Der neue Name der Stadt: Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA), also „Stadt römischen Rechts am Ort eines dem Kaiser geweihten Altars, unter Claudius gegründet auf Initiative Agrippinas“.

Als Dank für Agrippinas Einsatz wird sie noch heute in Köln geehrt. Die Band Lupo hat ihr mit „CCAA“ einen Song gewidmet. Und auch im Kölner Karneval wird sie geehrt. Denn die Jungfrau im Kölner Dreigestirn soll an die Gründerin erinnern. Das Ornat ist an eine Toga angelehnt. Außerdem wählte André Fahnenbruck als Hommage an Agrippina den Namen Jungfrau Agrippina.

Wie aus Colonia Claudia Ara Agrippinensium dank Adenauer Köln wurde

Als Abkürzung wurde in der römischen Kolonie neben CCAA übrigens auch „Coellen“ genutzt. Und daraus entstand im Laufe der Zeit Cölln und Cöln. Dass die Domstadt schließlich mit „K“ und nicht mehr mit „C“ geschrieben wird, geht auf Konrad Adenauer zurück. Er hat nicht nur das Kölner Brückengrün oder die Sojawurst erfunden.

Adenauer hat als Kölner Oberbürgermeister am 1. Februar 1919 den Namen der Domstadt geändert. „Der Städtename Köln wird von jetzt an mit ‚K‘ geschrieben“, erklärte der CDU-Politiker damals. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago &

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