Ausflugsziel

Im Sauerland befindet sich das größte betauchbare Bergwerk Deutschlands

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Im stillgelegten Bergwerk in Nuttlar können Taucher eine Reise in längst vergangene Zeiten unternehmen. Dort können unterirdischen Gänge erkundet werden.

Nuttlar an der Ruhr - Das Tauchen wird oft mit warmen Gewässern, farbenfrohen Korallenriffen und einer Vielzahl von exotischen Fischen assoziiert. In Nuttlar an der Ruhr (NRW) jedoch, bietet sich Tauchern eine völlig andere Erfahrung: das Erkunden von unterirdischen Bergbaukammern, mit kilometerlangen Gängen und aufgetürmten Schiefermauern. Seit der Stilllegung des Bergwerks Nuttlar, ist es Abenteurern möglich, in dem größten betauchbaren Bergwerk durch Höhlen zu tauchen.

Bergwerk Nuttlar bietet Tauchgänge durch alte Bergbaukammern

Im Unterwasserreich des Bergwerks Nuttlar können Taucher eine Reise in die Vergangenheit unternehmen. Das Bergwerk verfügt über fünf Ebenen, auch Sohlen genannt, von denen die unteren beiden auf einer Strecke von etwa zwölf Kilometern vollständig unter Wasser stehen. Auf der mittleren Förderstrecke können Taucher eine maximale Tiefe von 14 Metern erreichen, während auf der unteren Förderstrecke Tauchgänge bis zu 30 Metern Tiefe möglich sind.

Das Bergwerk Nuttlar schloss im Jahr 1985. Infolgedessen wurden der Strom und die Pumpen, die das ständig einströmende Wasser in die Ruhr leiteten, abgeschaltet. Es dauerte mehr als sieben Jahre, bis der heutige Wasserstand im Bergwerk erreicht war. Nun können Taucher alles so vorfinden, wie es vor Jahren von den Bergleuten zurückgelassen wurde.

Im Bergwerk Nuttlar im Sauerland können Taucher die stillgelegten Stollen erkunden.

Um im Bergwerk Nuttlar tauchen zu können, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Sporttaucher ohne Zertifizierung im Höhlentauchen können unter Anleitung eines Tauchlehrers das Höhlentauchen ausprobieren. Die Kosten für 45 Minuten betragen 69 Euro. Allerdings müssen sich Interessierte zuvor eine Ausrüstung ausleihen.

Führungen im Bergwerk Nuttlar seit August 2023 nicht mehr möglich

Bis August 2023 konnten Besucher das Bergwerk Nuttlar auch trockenen Fußes erkunden. Bei einer Führung wurden sie mit einem Bergwerkshelm und Profi-Helmlampen ausgestattet und durch die unterirdischen Seen und riesigen Hallen bis hin zu den Förderstrecken mit dem kilometerlangen Schienennetz geführt. Leider ist das Erlebnisbergwerk bis auf Weiteres geschlossen, was jedoch das Taucherbergwerk nicht betrifft.

Ein Tauchgang im Bergwerk Nuttlar bietet spannende Einblicke in längst vergangene Zeiten

Bergwerk Nuttlar im Jahr 1878 entstanden – Bis zu 200 Arbeiter beschäftigt

Das Bergwerk Nuttlar wurde 1878 gegründet. Damals begannen die Bergleute mit dem Vortrieb des ersten Stollens. Zeitweise waren bis zu 200 Arbeiter mit der Gewinnung und Vorarbeit von Dach- und Plattenschiefer beschäftigt. So entstand in der über 100-jährigen Betriebszeit ein riesiges Bergwerk-Labyrinth mit kilometerlangen Gängen und riesigen Hallen auf fünf Ebenen und einer Ausdehnung von etwa 20 Kilometern. Die schrägen Stollen, auch Bremsberge genannt, verbinden die verschiedenen Sohlen und Förderstrecken miteinander.

Rubriklistenbild: © Bergwerktauchen UG

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