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Am Nachmittag waren es schon teils weit über 20 Zentimeter Schnee: Die Polizei hatte deutlich mehr zu tun als die Feuerwehr, Lkw und Busse standen quer. Andere genossen aber auch die schönen Seiten des Wintereinbruchs.
Warstein - Zahlreich waren die Warnungen im Vorfeld, der ADAC riet sogar dazu, am Donnerstag bei Möglichkeit das Auto stehenzulassen und aus dem Homeoffice zu arbeiten. Teilweise wurde sogar von einer „Schneewalze“ gesprochen, die sich insbesondere auf Nordrhein-Westfalen zubewege. Schnee fiel seit der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auch in Warstein. Und das ergiebig. Am Donnerstagnachmittag waren es im Warsteiner Stadtgebiet teils schon weit über 20 Zentimeter. Für ein komplettes Chaos sorgte der Schnee zwar nicht bis zum Nachmittag, mancher Lkw oder Bus kam allerdings an seine Grenzen – gerade an Steigungen. Der Winterdienst war im Dauereinsatz.
Einsätze für Polizei und Feuerwehr
Manches Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Warstein hatte vermutlich eine schlaflose oder zumindest unruhige Nacht erwartet. Umgestürzte Bäume? Kollisionen aufgrund von Eis und Schnee? Weder noch. Keinerlei Einsätze waren in der schneereichen Nacht von Mittwoch auf Donnerstag abzuarbeiten, schilderte Feuerwehr-Pressesprecher Carsten Lehmann am Donnerstagmorgen. Für die Löschgruppe Mülheim/Sichtigvor gab es bis zum Donnerstagmittag lediglich einen „Ast auf Straße“.
Einsatzlos blieben die Beamten der Warsteiner Polizeiwache nicht, den einen oder anderen Blechschaden aufgrund von schneeglatten Straßen gab es doch aufzunehmen, schilderte Pressesprecher Marco Baffa-Scinelli. Bis Mittag zählte er sieben an der Zahl im Warsteiner Stadtgebiet, alle aber ohne Verletzte.
Grundsätzlich ging es gerade im Berufsverkehr am Donnerstagmorgen etwas langsamer zu. Ein Lkw-Fahrer aus den Niederlanden musste dabei besonders viel Geduld aufbringen. Erst „hing“ er an der Warsteiner Bilsteinstraße und kam kaum vorwärts in Richtung Eichsgen. Als er das dann geschafft hatte und seine Fahrt in Richtung Hirschberg fortsetzte, ereilte ihn selbiges Schicksal auf Höhe des Besucherparkplatzes 2 des Bilsteintals auf der L 735. Weitere Lkw steckten ab der Mittagszeit am Stimm-Stamm und auch in Belecke fest, ein Bus in Richtung Rüthen schaffte es nur mit Abschlepphilfe die Suttroper Kreisstraße hinauf.
Winterdienst des Betriebshofes
Während viele Hauseigentümer in der Morgendämmerung zu Schaufel und Salz griffen und vor der eigenen Tür schoben, waren die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes seit 3.30 Uhr unterwegs. „Alle Fahrzeuge sind besetzt“, erklärte Ingo Schaup als Leiter des Betriebshofes. Heißt: Fünf Großfahrzeuge sowie das Multicar: „Das ist etwas wendiger mit seinem 2,20 Meter breiten Schneepflug. Das bietet sich dann für die Altstadt an, beispielsweise in Belecke oder rund um die Alte Kirche in Warstein.“
Alle Fahrzeuge sind besetzt.
Weil der Schneefall auch den Tag über weiter anhielt, musste an vielen Stellen auch mehrmals geschoben werden. Beschwerden bezüglich nicht geräumter Straßen würden sich aber „in Grenzen“ halten, so Schaup am Donnerstagmorgen.
Busverkehr und Schulbetrieb
Lediglich „der frühe Bus aus Hirschberg“ sei aufgrund des Schneefalls ausgefallen, hieß es aus dem Sekretariat der Sekundarschule in Belecke am Morgen. Ansonsten sei alles, abgesehen von kleineren Verspätungen, regulär gelaufen.
Etwas turbulenter lief der Morgen am Europa-Gymnasium. „Diverse Busse“, so hieß es aus dem Schulsekretariat, seien aufgrund des Schneefalls ausgefallen. Einige seien später gefahren, manche gar nicht. Das galt dann auch für die Schülerinnen und Schüler. „Inzwischen sind aber fast alle da“, hieß es gegen 10 Uhr. Der Sonderbus, der die Schüler für Kooperationskurse nach Rüthen fährt, fiel komplett aus: „Da musste auf Linienbusse umgestiegen werden, das hat die RLG aber gut kommuniziert.“
Gegen Mittag teilte die RLG mit, dass die Linie 650 (Markt, Schoren, Kohlmarkt) witterungsbedingt für den Donnerstag eingestellt werde.
Die schönen Seiten des Winters
Wer im Straßenverkehr unterwegs war, musste stellenweise Geduld mitbringen. Die, die lediglich auf ihre zwei Beine angewiesen waren, konnten das Schneewetter umso mehr nutzen.
Die ersten Schneeballschlachten fanden schon auf den Schulwegen statt, andere machten aus der Not gleich eine Tugend: Statt per Elterntaxi wurden Sohn oder Tochter mancherorts einfach per Schlitten zu Grundschule oder Kindergarten gebracht. So wie bei Roman Krähwinkel mit seinem dreijährigen Sohn Jago in Allagen, der die Fahrt auf dem Schlitten zum Familienzentrum Nestwerkstatt sichtlich genoss.


