Schock-Prognose für NRW: „Da geht überhaupt nichts mehr beim Wetter“
VonHannah Decke
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Die meisten werden sich beim Blick auf die April-Prognose freuen. Doch die Wetter-Vorhersage für die kommende Woche in NRW lässt eigentlich nichts Gutes erahnen.
Hamm - „April, April, der macht, was er will“, so lautet eine bekannte Bauernregel. Und ja, auch der April 2025 macht aller Voraussicht nach, was er will – wenn auch nicht ganz so launisch und wechselhaft, wie es die Volksweisheit eigentlich meint. Denn ein besonderes Phänomen sorgt dafür, dass beim Wetter erst einmal so gar nichts wechselt.
„In den nächsten zehn bis 14 Tagen passiert beim Wetter eigentlich überhaupt nichts mehr“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net in seinem Prognose-Video vom 2. April. Ein Hoch folge dem nächsten. In der kommenden Woche, ab dem 7. April, gebe es dann eine „stabile Omega-Wetterlage“. Das heißt: „Da geht überhaupt nichts mehr beim Wetter in Mitteleuropa und bei uns in Deutschland“, so der Wetter-Experte.
Schock-Prognose für NRW: „Da geht überhaupt nichts mehr beim Wetter“
Kurz zusammengefasst lautet die Prognose für NRW: trocken, warm, sonnig – und das voraussichtlich bis Mitte April. Für die meisten Menschen wird das selbstverständlich ein Grund zur Freude sein. Nach bis zu 23 Grad am Freitag, 4. April, wird es zwar am ersten Wochenende kurzfristig etwas abkühlen – Dominik Jung spricht von einem „krassen Temperatursturz“ –, doch mit Beginn der neuen Woche wird es zunehmend wieder wärmer in NRW.
Das traumhafte Frühlingswetter hat allerdings auch eine Schattenseite. Laut Dominik Jung bleibt es „im Westen fast komplett trocken bis zum 18. April“ – und das ist alarmierend. Denn schon der Februar und der März waren deutlich zu trocken. Laut einer ersten Auswertung der Messergebnisse des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für den März 2025 liegen zwei Städte aus NRW auf den Top-Plätzen bei „besonders trockene Orte“. In Geldern fielen gerade einmal 1,4 Liter pro Quadratmeter, in Kleve waren es 1,5 Liter pro Quadratmeter. Beide Orte liegen am Niederrhein. Laut DWD war Regen im März 2025 „absolute Mangelware“. Es sei der trockenste März seit 1929 in NRW gewesen.
„Deutlich zu wenig Niederschlag“: Wetter im April könnte Dürre-Lage verschärfen
Und auch für den April sagen die Wettermodelle „deutlich zu wenig Niederschlag“ voraus, betont Dominik Jung. Die obersten Bodenschichten in 25 Zentimeter Messhöhe seien im Westen „komplett trocken“. Eine entsprechende Karte vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung zeigt weite Teile von NRW im dunkelroten Bereich. Dies bedeutet „außergewöhnliche Dürre“.
Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW
Die anhaltende Dürre kann ernsthafte Folgen für Landwirtschaft, Wälder und auch Flüsse in NRW haben. So führt der Rhein aktuell außergewöhnlich wenig Wasser – mit Auswirkungen auf die Schifffahrt und damit auch auf die Wirtschaft. Ein Klimatologe sagte der BILD-Zeitung, dass der Pegel am Rhein derzeit so niedrig sei wie sonst im Spätsommer. Die Schiffe können nur 40 bis 50 Prozent beladen werden.
Dominik Jung nennt die aktuelle Situation „besorgniserregend“, die Lage könne sich in den kommenden Wochen noch verschärfen. „Was derzeit nach einer Wetteranomalie aussieht, könnte im Sommer zu einem handfesten Krisenszenario werden“, so der Experte.