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Markus Hannekenschließen
Beispiellose Wut-Serie in Hamm: Vandalen haben in Hamm binnen weniger Stunden die Scheiben von mehr als 30 Bushaltestellen zerstört beziehungsweise sogar zerschossen. Auch an 20 Autos wurden Beschädigungen gemeldet.
Hamm - In der Nacht von Montag auf Dienstag (24./25. April) haben bislang Unbekannte in Hamm den gläsernen Windschutz von mehr als 30 Bushaltestellen sowie rund 20 Autofenster in fast allen Stadtbezirken zerstört. Der Polizei zufolge nahm die Serie gegen 0.40 Uhr ihren Anfang; sie endete gegen 5 Uhr. Nach WA-Informationen begann sie in Rhynern und setzte sich von dort nordwärts fort.
Die Dimension dieser Vorgänge macht ein Zitat von Thomas Averdung deutlich: „Wir haben im Schnitt pro Jahr so 30 bis 35 beschädigte Wartehäuschen“, sagt der Gruppenleiter des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke. „Die haben wir nun in nur einer Nacht!“
Nicht nur die Polizei ist angesichts des beispiellosen Ausmaßes der Zerstörungswut alarmiert, sondern auch die Stadtwerke: Sie sind in Hamm für den Großteil des Busliniennetzes und die dazugehörige Pflege der Haltestellen verantwortlich. Als Werkzeug nutzten die Vandalen offenbar eine Druckluftpistole - Zeugen hörten gegen 0.45 Uhr mutmaßliche Schüsse, klirrendes Glas sowie ein unmittelbar danach wegfahrendes Fahrzeug. Die Polizei hat indes noch keine klaren Erkenntnisse zum Hergang, sie ermittelt in „alle Richtung“, so Behördensprecherin Hannah Reineke: „Alles ist möglich.“
Schüsse auf Bushaltestellen in Hamm: Polizei ermittelt
Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, kann die Polizei noch nicht sagen, eine Übersicht über die betroffenen Haltestellen wird aktuell noch von Mitarbeitern des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke erstellt. Sie wird vermutlich erst am Mittwoch vorliegen.
„Den reinen Materialschaden schätzen wir auf rund 10.000 Euro“, sagt Stadtwerkefrau Helm. „Dazu kommen Kosten für Aufräumarbeiten.“ Es werde Wochen dauern, bis alle Wartehäuschen wieder hergestellt sind, ergänzt sie. „Solange müssen die Fahrgäste leider ohne den Schutz auf den Bus warten müssen.“ Tröstlich immerhin: Die Scheiben sind aus Spezialglas; an den Scherben kann man sich keine Schnittverletzungen zuziehen.
Dutzende Bushaltestellen in Hamm zerstört: Das sind einige davon




Schüsse auf Bushaltestellen in Hamm: auch Autos demoliert
In derselben Nacht wurden außerdem Scheiben von mindestens zwanzig geparkten Autos beschädigt. In den meisten Fällen zerstörten der oder die Tatverdächtigen eine Scheibe, betroffen seien Autos im gesamten Stadtgebiet, meldete die Polizei am Mittag.
Ein möglicher Zusammenhang zwischen den Sachbeschädigungen an den Autos und den Bushaltestellen sei Bestandteil der laufenden Ermittlungen, heißt es. Eine mögliche räumliche Nähe zwischen den Vorfällen kann bislang nicht eindeutig benannt werden.
Die polizeilichen Ermittlungen dauern an. Hinweise zu den Taten oder zu verdächtigen Personen nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02381/916-0 sowie per Mail unter hinweise.hamm@polizei.nrw.de entgegen.
Bestandteil der Ermittlungen sind noch eine weitere Auffälligkeiten: In Bergkamen und Werne wurden in den Nacht auf Dienstag nämlich ebenfalls zwei Bushaltestellen demoliert, in Bergkamen außerdem mindestens zehn Autoscheiben eingeschlagen. Die Kripo im Kreis Unna geht von einem Zusammenhang aus.
Der Diebstahl eines kleinen Hundes hatte halb Hamm am Montag beschäftigt - immerhin gab es ein Happy-end...
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