- VonBernd Krögerschließen
Update: In Rünthe zwei Bushaltestellen, im weiteren Stadtgebiet zehn Pkw. In der Nacht zu Dienstag haben Unbekannte Scheiben zertrümmert. In Hamm gibt es Parallelen dazu.
Bergkamen/Werne/Hamm – Zerstörungswut in besonderem Ausmaß stellt die Polizei in der Region vor ein Rätsel und lässt Bürger wie Betroffene ratlos zurück: Auf die Glaswände von Bushaltestellen und Autofenster hatten es Unbekannte abgesehen, die in der Nacht von Montag auf Dienstag in Rünthe, um die Stadtmitte und Werne wahllos zugeschlagen haben.
Paralelle Vorfälle in Hamm
Dasselbe geschah auch in Hamm, wo in derselben Nacht nach erster Bilanz mehr als 30 Scheiben in Wartehäuschen und an Autos zertrümmert wurden. Die Ermittler dort haben Hinweise darauf, dass der oder die Täter teils mit einer Druckluftpistole geschossen und diesen massiven Schaden angerichtet haben.
Zehn Pkw und drei Bushaltestellen
Die Kreispolizei Unna hat am Nachmittag eine erste Schadensbilanz vorgelegt. In der Fichtestraße, Töddinghauser Straße, Hochstraße, Rünther Straße und Lünener Straße in Bergkamen wurden an mindestens zehn Fahrzeugen Scheiben eingeschlagen. Gestohlen wurde aus den Fahrzeugen aber nichts, wie Sprecher Christian Stein berichtete. Darüber hinaus wurden die Bushaltestelle an der Rünther Straße (Freiherr-von-Ketteler-Schule) und am Ostenhellweg das neue, noch nicht aktivierte Häuschen in Höhe des Kaufland-Marktes zerstört, sowie in Werne die Station Fürstenhof/Ottostraße. Hier sehen die Ermittler einen Zusammenhang.
In Hamm gab‘s Schüsse - und hier?
Und wie steht es mit den Parallelen zu Hamm? Wurde auch in Rünthe geschossen? „Zu dem Tatwerkzeug können wir noch keine Angaben machen“, antwortete Stein. Ansonsten deckten sich Tatzeitraum, örtliche Nähe und die gezielte Attacke auf Scheiben derart, „dass ein Zusammenhang nicht ausgeschlossen werden kann“.
Anwohnerin reagiert auf Vorfall
Margret Fieweger hat als Anliegerin am Ostenhellweg mitangesehen, wie Arbeiter des Bauhofes die Scherben an der Bushaltestelle zusammengekehrt haben, auf die sie schon sehnlich wartet. „Mein Mann sitzt im Rollstuhl, der kann nur an dieser Haltestelle ein- und aussteigen“, betonte die Seniorin, warum ihr, wie den Nachbarn im Hinterland, die im Bau befindliche, barrierefreie Anlage für den Schnellbus 20 nach Hamm wichtig ist. An der Industriestraße, wo nur ein Schild am Straßenrand die Haltestelle markiert, würde der Gatte „ja sofort in den Graben rollen“.
Welche Alternative zum Glas?
Was die 75-Jährige in dem Kopfschütteln über den Vandalismus aber obendrein wurmt: „Wieso werden die Häuschen immer wieder aus Glas gebaut, wenn sie ständig zerstört werden? Das ist doch eine Frage der Grundsätzlichkeit: Muss man das genauso wieder hinstellen?“ Da gegenüber am Ostenhellweg die Anlage in Gegenrichtung entsteht, sollte dort nicht wieder ein Glashaus installiert werden: „Warum nimmt man nicht Metall?“
Die Redaktion hat zu dem Themenkomplex im Rathaus angefragt. Die Antwort steht noch aus.
Polizei bittet um Hinweise
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und geht von einem Zusammenhang aus. Zeugen, die Verdächtiges beobachtet haben, werden gebeten, sich mit Hinweisen an die Polizeiwache Kamen unter der Rufnummer 02307/921-3220 zu wenden.