Frühere Tochterfirma von Deichmann

Schuhhändler insolvent: Halbes Dutzend Filialen in NRW betroffen

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Wieder hat ein Unternehmen Insolvenz angemeldet. Ein Schuhhändler ist in finanzielle Schieflage geraten. Die Filialen stehen vor einer ungewissen Zukunft, auch in NRW.

Hamm - Der Einzelhandel kämpft. Vor allem die Bekleidungsbranche hatte zuletzt große Schwierigkeiten. Eine bekannte Modefirma kündigte jüngst an, alle Filialen in Deutschland zu schließen. Nach 40 Jahren verabschiedete sich ein alteingesessenes Modeunternehmen aus Dortmund von seinen Kunden. Und jetzt hat der Schuh- und Modehändler Onygo mit 19 deutschen Filialen Insolvenz angemeldet. Es gibt auch mehrere Standorte in NRW.

Ehemalige Tochtergesellschaft von Deichmann hat Insolvenz angemeldet

Erst im Frühjahr 2024 übernahm der Hamburger Unternehmer Frank Revermann die ehemalige Deichmann-Tochter. Doch nun reicht das Kapital nicht mehr aus, um den Betrieb fortzuführen. Am 22. April 2025 eröffnete das Amtsgericht Hamburg ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, wie Revermann dem Hamburger Abendblatt mitteilte.

Revermann bleibt in der Verantwortung, erhält jedoch Unterstützung von einem Sachwalter. Die Gründe für die finanzielle Schieflage des Unternehmens wurden nicht genannt. Kürzlich stellte das Unternehmen seinen Onlineshop ein.

Die Zukunft der Onygo-Filialen nach Insolvenz ungewiss

Onygo beschäftigt nach eigenen Angaben 150 Mitarbeitende. Laut der Unternehmenswebsite betreibt die Schuhkette deutschlandweit 19 Filialen, darunter sechs in Nordrhein-Westfalen. Ob diese Standorte erhalten bleiben, ist noch unklar. In NRW handelt es sich um folgende Filialen:

Onygo kehrte im März 2023 ins Centro Oberhausen zurück. Nur wenige Monate später machte die Filiale wieder zu.

Revermann bemühe sich, möglichst viele Arbeitsplätze und Filialen zu sichern. Die Verhandlungen mit den Vermietern über die Anpassung der Mietkonditionen an die veränderte Marktsituation seien entscheidend, erklärte er dem Abendblatt. Revermann äußerte zu den Plänen: „Es ist unser Anspruch und unsere Aufgabe, die Rechte aller Gläubiger zu wahren. Wir fühlen uns insbesondere gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verpflichtet.“

Verändertes Konsumverhalten und der zunehmende Online-Handel führen zu einem Rückgang der Umsätze im stationären Handel. Laut dem BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren sanken die Umsätze mit Schuhen 2024 auf 11,62 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 0,8 Prozent entspricht. Besonders der stationäre Schuhfachhandel ist betroffen – so musste auch Görtz infolge einer Insolvenz mehrere Filialen schließen. Bis zur Insolvenz war Frank Revermann CEO von Görtz.

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / Westend61

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