- VonDaniel Schinzigschließen
Nach langer Krise ist endgültig Schluss: Ein Modeunternehmen aus NRW schließt bundesweit alle Geschäfte. Ein Unternehmen soll die Marke übernehmen.
Halle - Die beliebte und bekannte Modemarke Gerry Weber aus Halle sorgt schon seit längerer Zeit für negative Nachrichten. Nachdem in den vergangenen Jahren mehrere Insolvenzanträge gestellt worden waren, ist nun endgültig Schluss mit dem Unternehmen aus NRW. Gerry Weber schließt alle seine Läden in ganz Deutschland, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Es gibt bereits ein Übernahmekonzept.
NRW-Modeunternehmen schließt bundesweit alle Läden – Marke verkauft
So soll die Marke Gerry Weber von einem spanischen Familienunternehmen namens Victrix übernommen werden. Dem Übernahmekonzept sei laut dpa seitens des vorläufigen Gläubigerausschusses bereits zugestimmt worden. Rettung für die etwa 40 Filialen, die in Deutschland bisher noch verblieben sind, bedeutet dies allerdings nicht. Die spanische Modefirma möchte Gerry Weber zukünftig nämlich über Handelspartner verkaufen, die auch andere Marken im Angebot haben. Die Filialen sollen nun nach und nach schließen. Wer den Online-Shop von Gerry Weber besucht, bekommt nur noch die Nachricht „Vielen Dank für Ihr Vertrauen. Unser Onlineshop ist nicht mehr erreichbar“ angezeigt.
Gerry Webber Filialen und Outlets gibt es unter anderem aktuell noch an diesen Standorten in NRW:
- Düsseldorf
- Elsdorf
- Halle (Outlet)
- Menden
- Warburg
Gerry Weber befindet sich seit geraumer Zeit in einer schwierigen Lage. Sanierungsbemühungen in den Jahren 2019 und 2023 blieben erfolglos, selbst drastische Einsparungen führten nicht zum gewünschten Erfolg. Im Jahr 2023 schloss Gerry Weber 122 von 171 eigenen Geschäften und Outlets in Deutschland, was den Abbau von etwa 450 Arbeitsplätzen zur Folge hatte. Diese drastischen Maßnahmen zeigten jedoch keine Wirkung. Zuletzt wurde die Reißleine am Stammsitz in Halle gezogen.
Alles Filialen von Gerry Weber schließen – Was hat der neue Besitzer für Pläne?
Nun wird eine radikale Kehrtwende vollzogen, und nur die Marke soll fortbestehen. Die Spanier, deren Modemarke Punt Roma heißt, übernehmen auch die Produktion. Der Modehersteller Gerry Weber, der einst einem renommierten Tennisturnier in Halle/Westfalen seinen Namen als Sponsor verlieh, wird verschwinden. Wie viel das Familienunternehmen aus Mataró bei Barcelona für die deutsche Damenmode-Marke zahlt, bleibt unbekannt. Über die finanziellen Einzelheiten der Vereinbarung sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es.
„Gerry Weber passt perfekt zu unserer Kernmarke Punt Roma“, erklärte das Management der Victrix-Gruppe. „Wir bauen damit unsere Position im gehobenen Mittelpreissegment aus, vor allem in Mittel- und Osteuropa, wo Gerry Weber eine hohe Bekanntheit hat.“ Durch die schnelle Anpassung von Produktion und anderen Abläufen an die bestehenden Victrix-Strukturen werde ein reibungsloser Übergang für den Handel und die Endkunden gewährleistet. (Mit Material der dpa)
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