VonMaximilian Gangschließen
Das Großaquarium Sea Life in Königswinter musste schließen. Tausende Fische brauchen einen neuen Platz. Den finden sie unter anderem im Sea Life am Centro Oberhausen. Eine logistische Mammutaufgabe.
Oberhausen – Ein herber Verlust für Königswinter bei Bonn: Anfang des Jahres musste das Großaquarium Sea Life schließen. 2000 Meereslebewesen brauchten nun schnell einen neuen Platz. Sie wurden jetzt auf verschiedene andere Standorte in Deutschland und Europa umverteilt. 200 Fische und andere Lebewesen kamen nun ins Sea Life am Centro Oberhausen (Neue Mitte). „Das ist logistisch schon ziemlich herausfordernd“, wie Martin Lind, General Manager bei Sea Life, gegenüber wa.de erklärt.
| Sea Life Oberhausen | |
| Adresse | Zum Aquarium 1, 46047 Oberhausen |
| Öffnungszeiten | Täglich von 10 Uhr bis 18:30 Uhr |
| Größe | Rund 4.000 Quadratmeter auf zwei Ebenen |
| Tiere | Über 5.000 in mehr als 50 Becken und Aquarien |
Sea Life am Centro Oberhausen: „Sprinter mit zwei Becken auf der Ladefläche“
Die Großaquarien-Ausstellungskette arbeitet bei solchen Aufgaben schon immer mit einem zertifizierten Transporteur aus den Niederlanden zusammen, der auf solche Aufgaben spezialisiert ist. „Der Transport läuft dann so: Man stellt sich einen Mercedes Sprinter vor, der zwei große Becken auf der Ladefläche hat“. Die Becken sind gesichert, und die Fahrzeuge sind je nach Tierart mit Sauerstoff und den notwendigen Wasserarten ausgestattet.
Umzug zum Sea Life Oberhausen: „Dann hoffen wir, dass alles gut geht“
Und bei 2000 Tieren kann man sich vorstellen, dass einige Fahrten notwendig sind: „Wir planen mehrere Transporte, jeweils mit optimaler Fahrtroute“, so der General Manager. Daraus ergibt sich ein Zeitplan – „und dann hoffen wir, dass alles gut geht“. Bei den Tieren aus Königswinter ist alles gut gegangen. Der letzte Transport wurde am Mittwoch (8. Februar) beendet. „Es hat hervorragend geklappt. Stand jetzt ist Königswinter fischfrei“, freut sich Lind.
Sea Life am Centro Oberhausen: 5000 Fische, Rochen und Haie bekommen Gesellschaft
„Für Tiere ist ein solcher Transport immer mit einem hohen Stresslevel verbunden, weil sie – im Gegensatz zum Menschen – natürlich nicht wissen, was mit ihnen passiert“. Deshalb sei es die Priorität der Verantwortlichen, den Transportweg möglichst kurz zu halten, um die Belastung für die Tiere zu minimieren.
Der deutschlandweit größte Sea Life-Standort in Oberhausen bot sich da aufgrund der örtlichen Nähe an – nun gesellen sich die Neuankömmlinge zu den 5000 Tieren, die dort bereits leben. Bisher wohnen dort unter anderem:
- Schwarzspitzen-Riffhaie
- Oktopusse
- Zwergotter
- Seepferdchen
- Rochen
- Schildkröten
- Ammenhaie
- Zebrahaie
- Piranhas
- Zitteraale
Nicht nur in das Sea Life Oberhausen: Tiere ziehen innerhalb von Deutschland und Europa um
Doch nicht nur in NRW finden die Fische ein neues Zuhause. Auch in den Sea Life Standorten in Berlin, Speyer und Konstanz leben von nun an Tiere aus dem Sea Life Königswinter. Und einige sind sogar ins europäische Ausland gezogen: nach Paris, in das niederländische Scheveningen und nach Blankenberge an der belgischen Küste. Zusätzlich werden auch Meerestiere an zwei Standorten an der Ostsee untergebracht, die nicht zu Sea Life gehören. Die Verteilung lief dabei über ein europäisches Aquariennetzwerk.
Sea Life am Centro Oberhausen: Aquariennetzwerk hilft auch bei dem Umgang mit Nachwuchs
„Da hilft man sich gegenseitig aus“, erklärt Lind. Die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen ist auch unabhängig vom Umzug wichtig, denn: Sie hilft unter anderem auch dabei, mit tierischem Nachwuchs umzugehen. Die europäischen Standorte von Sea Life betreiben keinen Wildfang – ohne Verteilung und wechselnde Tierkonstellationen besteht also die Gefahr von Inzucht. „Deshalb werden die Nachzuchten innerhalb Europas aufeinander verteilt“.
Das Sea Life in Oberhausen zieht jährliche viele Besucher an. Häufig sorgt der hohe Andrang an den verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Neuen Mitte in Oberhausen bisweilen noch für stockenden Verkehr und eine gereizte Parkplatzsituation – gerade am Wochenende. Das soll sich bald ändern: Die Linie 105 soll in Zukunft vom Hauptbahnhof Essen direkt bis in die Neue Mitte durchfahren. (mg)
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