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Im Juni, dem Monat der Sommersonnenwende, ist der Erdbeermond über NRW zu sehen. 2025 bietet er eine seltene Besonderheit.
Update vom 11. Juni: In der Nacht auf Donnerstag kommen Liebhaber von Himmelsphänomenen endlich auf ihre Kosten. Denn ab dem späten Mittwochabend ist der Erdbeermond über NRW zu sehen. Und er bietet in diesem Jahr eine Besonderheit. Wenn er ab 22.35 Uhr am Nachthimmel erscheint, wird er außergewöhnlich tief stehen. Das führt dazu, dass es besonders groß und rot erscheint. Die nächste Chance, den Erdbeermond in dieser Form beobachten zu können, wird sich erst wieder im Jahr 2043 ergeben. Die Experten des Portals weather.com sprechen vom generell tiefsten Vollmond der vergangenen 18 Jahre.
Erdbeermond über NRW: Wann der besondere Vollmond zu sehen ist
[Erstmeldung] Hamm - Jetzt kann der Sommer so richtig beginnen. Zumindest der astronomische Sommeranfang wird bald offiziell eingeläutet: Denn am 21. Juni erreicht die Sonne gegen 4.42 Uhr über dem Himmelsäquator ihren höchsten Stand – Es kommt zur Sommersonnenwende. Doch in dem Monat ereignen sich noch weitere Phänomene, die wir hoch über unseren Köpfen beobachten können. Das wohl beeindruckendste aus der Riege der Naturschauspiele im Juni ist wohl der sogenannte Erdbeermond. Ein Experte verrät, wann Sie wohin blicken sollten und was genau es mit dem Erdbeermond auf sich hat.
Zuerst einmal für all jene, die etwas zu viel Fantasie haben: Nein, im Juni wird kein Mond am Himmel erscheinen, der die Form einer Erdbeere hat. Und auch auf den Geschmack von Erdbeeren, die 2025 übrigens ein paar Probleme bereiten, hat der Mond im Juni keine Auswirkungen. Und nicht einmal seiner einprägsamen rötlichen Färbung verdankt der Erdbeermond seinen Namen. Stattdessen liegen die Wurzeln der Bezeichnung weit in der Vergangenheit.
Laut Dr. Björn Voss, Direktor des Planetariums Hamburg, waren es indigene Völker, die dem besonderen Mond seinen Namen gaben. „In früheren Zeiten war es vielmehr so, dass der Erdtrabant den Menschen dabei half, ihren Alltag und das Jahr zeitlich zu strukturieren“, erklärt der Experte. „Seine verschiedenen Namen im Jahreslauf verraten uns, was sie zu der entsprechenden Zeit beschäftigte, welche Traditionen sie pflegten und welche Arbeiten anstanden. Im Juni war es die anfallende Erdbeerernte – wie auch heute noch.“
Auch wenn die Menschen heutzutage keine Himmelsphänomene mehr benötigen, um sich in ihrem Alltag zurechtzufinden: Neugierige und erstaunte Blicke zieht der Erdbeermond aber auch heute noch auf sich. Wer selbst Zeuge des Juni-Vollmondes werden möchte, solle laut Voss in der Nacht vom 11. auf den 12. Juni aufmerksam sein und den Blick nach oben richten.
Im Monat der Sommersonnenwende: Blutmond über NRW zu sehen
Mit der rötlichen Färbung des Vollmondes hat im Übrigen der Stern Antares etwas zu tun. Dieser 550 Lichtjahre von der Erde entfernte Stern strahlt nämlich ein rötliches Licht aus, welches wiederum auf das Aussehen des Vollmondes Auswirkungen hat.
Dr. Björn Voss beschreibt das Phänomen mit fast schon poetischen Worten: „In der Nacht auf den 11. Juni bildet der rote Überriese gemeinsam mit dem prallen Junivollmond ein leuchtendes Duo am dämmrigen Firmament“, sagt der Astrophysiker. „Gegen 1 Uhr bietet sich uns der wohl schönste Himmelsanblick des Monats. Denn dann ist die maximale Dunkelheit der hellen Sommernächte erreicht und die beiden Himmelskörper haben gemeinsam einen markanten Auftritt.“
Ebenfalls markant am Juni-Vollmond: Er wirkt heller und größer. Das liegt daran, dass der Mond besonders tief am Horizont steht. „Daher vergleicht ihn unser Gehirn automatisch mit Bäumen, Häusern und anderen Objekten, was ihn viel größer erscheinen lässt“, so Dr. Björn Voss. „Höher am Himmel fehlen diese Vergleichsmöglichkeiten.“
Der Erdbeermond ist nicht der einzige Vollmond im Jahr, der sich durch seine rötliche Färbung auszeichnet. Auch das Phänomen des Blutmondes sorgt für ein eindrucksvolles Schauspiel am Nachthimmel.
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