15 Tonnen Stahl

Kosten von 670.000 Euro: Neue Brücke im Selbachpark eingebaut

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Endlich da: Am Mittwochvormittag wurde die neue Selbachpark-Brücke mithilfe eines Autokrans eingeschwenkt. „Um Pfingsten herum“ soll sie freigegeben werden.
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Der Teich im Selbachpark hat eine neue Brücke. Die Freigabe soll „um Pfingsten herum“ stattfinden. Aufgrund der Kosten-Verdopplung hagelte es im Vorfeld viel Kritik.

Pelkum – Vor rund eineinhalb Jahren wurde die marode Holzbrücke im Selbachpark abgerissen. Seit Mittwoch ist die Lücke im Wegesystem rund um den Teich in Hamm, die sie hinterlassen hat, geschlossen: Mithilfe eines Autokrans wurde die rund 15 Tonnen schwere neue Brücke, eine Stahlkonstruktion, eingeschwenkt und auf den Widerlagern abgesetzt.

Nach Kosten-Diskussion: Neue Brücke im Selbachpark eingebaut

Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis sie von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden kann. „Um Pfingsten herum“ dürfte es aber soweit sein, schätzt Martin Parkner, der bei der Stadt Hamm für die Bau und die Unterhaltung von Brücken zuständig ist.

Gebaut wurde die rund 670.000 Euro teure Selbachpark-Brücke von der Firma Rohr- und Metallbau Busch GmbH aus Osterwald im Tecklenburger Land. Rund zehn Wochen habe man an ihr gebaut, erzählt Geschäftsführer Andreas Busch, der am Mittwoch mit seinen Kollegen vor Ort war, um die in zwei Teilen angelieferte Brücke an Ort und Stelle zusammenzusetzen, das Einschwenken zu begleiten und die Feinjustierung vornehmen.

Neue Selbachpark-Brücke: Per Schwertransport geliefert

Die erst kurz zuvor fertiggestellten Brückenelemente waren in der Nacht zu Mittwoch vom Firmensitz in Osterwald nach Pelkum in den Selbachpark gebracht worden – und das alles weitgehend störungsfrei. Für die rund 150 Kilometer lange Strecke benötigten die beiden Schwertransporte etwa drei Stunden.

Feinjustierung: Die Stahlbauer legten selbst Hand an der neuen Brücke an.

Über eine extra angelegte Baustraße zwischen der Reitanlage und dem Freibad wurden die beiden Brückenteile ans nördliche Brückenufer gebracht und dort ab 7.30 Uhr am Mittwoch montiert – 12 Tonnen Oberbau mit Geländer und Lauffläche und 3 Tonnen Stahlkonstruktion als Unterbau. Anschließend wurde das Bauwerk eingeschwenkt, was keine halbe Stunde dauerte. Insofern zeigten sich alle Beteiligten zufrieden.

Laut Parkner gab es zu dieser Art Brückentyp keine Alternative. Aufgrund ihrer Anfälligkeit und vergleichsweise kurzen Lebensdauer ließen immer mehr Kommunen ihre Holzbrücken abreißen, um sie durch Brücken aus Stahl zu ersetzen. Deren Lebenserwartung sei um ein Vielfaches höher.

Neue Brücke: Freigabe erst in drei Wochen

Genutzt werden kann die neue Brücke allerdings erst in etwa drei Wochen. Die Stadt warnte die Bürger dringend davor, sie schon jetzt zu betreten oder mit dem Rad zu befahren. „Wir werden daher auch entsprechende Absperrungen aufstellen.“

Mit dem Zusammensetzen der Brückenelemente, dem Einschwenken und der Feinjustierung ist die Arbeit der Stahlbauer erst einmal beendet. Um der Brücke den erforderlichen Halt zu geben, müssen jetzt noch zwei Ankerstäbe – jeweils auf einer Seite – in Beton gegossen werden. Außerdem muss die Brücke noch an das Wegenetz auf der nördlichen und der südlichen Seite des Teichs angeschlossen werden. Wenn das alles passiert ist, kann sie endlich freigeben wurden.

Kritik an Brücke: Kosten haben sich verdoppelt

Aufgrund der Baumaßnahme ist derzeit ein Großteil des Rundwegs am Teich gesperrt. „Bis in den Mai hinein“ werden noch kleinere Baufahrzeuge im Umfeld der Brücke verkehren, um die Restarbeiten an dem Bauwerk durchführen zu können.

Ob es nach den Querelen und der teils heftigen Kritik der vergangenen Monate offiziell eingeweiht wird, beispielsweise durch das feierliche Durchschneiden eines Bandes, steht noch nicht fest. Bürger, Teile der Bezirksvertretung Pelkum und auch der Steuerzahlerbund NRW hatten mit Blick auf die Verdoppelung der Kosten den Bau der Brücke kritisiert und auch deren Nutzung in Frage gestellt. Dem entgegnete Parkner, dass es sich bei der Brücke um einen Blickfang vor Parkkulisse und ein nachhaltiges Bauwerk handle. Außerdem werde dadurch die Parkanlage aufgewertet, so Parkner.

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