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In Hamm wird es kein Verbot für den Party-Song „Layla“ geben. DJ Robin wird ihn im August sogar auf einer Hammer Bühne performen.
Hamm – Der Party-Song „Layla“ von DJ Robin und Schürze wird gerade in ganz Deutschland heiß diskutiert. Weil der Text des Ballermann-Hits zu sexistisch sei, hat die Stadt Würzburg ihn in den Festzelten des Kiliani-Fests kurzerhand verboten und auch die Düsseldorfer Rheinkirmes wird den Song nicht spielen.
Eine Entscheidung, die beim Hammer Gastronom Karsten Plaß für Kopfschütteln sorgt: „Ich finde, jeder kann seinen eigenen Musikgeschmack haben, aber sollte anderen ihren lassen. Etwas zu verbieten ist der falsche Weg.“
Am 20. August veranstaltet Plaß in seinem Beach-Club „Anker und Herz“ an der Hafenstraße eine „Malle Total“-Party. Stargäste sind DJ Robin und Schürze – mit ihrem Song „Layla“. „Wir finden ihn gut, er passt zur Malle-Party und es ist natürlich gut, einen Nummer-Eins-Hit-Sänger in Hamm zu haben“, so der Gastronom.
Ballermann-Hit „Layla“ in der Kritik
Die Künstler selbst profitieren gerade von der Diskussion um ihren Song. Die Gage habe sich seit den ersten Verhandlungen vor gut sechs Wochen deutlich erhöht. „Layla“ ist seit drei Wochen auf Platz eins der deutschen Charts und war zuletzt auch in den Partyzelten von Schützenfesten oder auf dem Hallohparkfest zu hören. Der Song handelt von einer Frau, die die Aufsicht über die Sexarbeiterinnen in einem Bordell führt. „Ich hab’ ‘nen Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler“, heißt es im Refrain.
„Man kann dem Lied Sexismus vorwerfen, aber man kann da auch mit ‘nem Schmunzeln drübergehen. Es ist ein Party-Song und keine ernsthafte Aussage“, sagt Plaß. „Es gibt doch viel schlimmere Lieder, so Rap-Songs sind oft deutlich weiter unter der Gürtellinie, da ist dieser Song doch wirklich noch harmlos. Ich weiß nicht, wo man da anfangen und aufhören soll. Verbietet man demnächst auch alle Songs von Roland Kaiser?“
Gastronomen in Hamm finden Debatte übertrieben
Auch Gastro-Kollege Ben Böhm findet die Debatte um den Party-Song übertrieben: „Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Wenn ich mir einige andere Liedtexte ins Deutsche übersetze, ist der Song Layla noch harmlos. Wir werden ihn weiter spielen“, sagt der Chef der Partykneipe „Ulrikeee“ auf der Hammer Meile.
Ein Eingreifen der Stadt – wie es in Würzburg passiert ist – wird es in Hamm nicht geben: „Verantwortlich für Partys und entsprechende Songs sind die jeweiligen Veranstalter. Bei nicht-verbotenen Stücken gibt es auch keine rechtliche Grundlage, diesen Vorgaben zu machen oder Verbote auszusprechen. Von daher sehen wir aktuell keinen Handlungsbedarf“, heißt es auf Anfrage.
Während „Layla“ also sicher am 20. August in Hamm zu hören sein wird, wird der Song beim Stunikenmarkt im September wohl nicht gespielt werden. Der Grund: „Die Kirmes in Hamm ist eine andere als in Düsseldorf. Wir haben keine Partyzelte, in denen Malle-Musik laufen würde und auch die Karussells spielen so etwas nicht. Das passt gar nicht zum Charakter unserer Kirmes“, sagt Schausteller Uwe Röhrig auf Anfrage.
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