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Sieben Männer in NRW unter Terrorverdacht festgenommen

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Bei einem Schlag gegen eine Terrorzelle in NRW wurden sieben Verdächtige festgenommen.
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Die Bundesanwaltschaft hat in Nordrhein-Westfalen eine mutmaßliche islamistische Terrorzelle aufgedeckt und sieben Verdächtige festnehmen lassen.

Köln – Die Bundesanwaltschaft hat in Nordrhein-Westfalen eine mutmaßliche islamistische Terrorzelle aufgedeckt und sieben Verdächtige festnehmen lassen. Den Männern wird vorgeworfen, eine terroristische Vereinigung in Deutschland gegründet und Anschläge geplant zu haben. Das teilte die Bundesanwaltschaft, die oberste deutsche Anklagebehörde, am Donnerstag (6. Juli) in Karlsruhe mit. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach von einem „bedeutenden Schlag gegen den islamistischen Terrorismus“.

Terrorverdacht in NRW: Sieben Männer festgenommen – wollten Anschläge im Sinne des IS verüben

Fünf der in Deutschland festgenommenen Männer stammen aus Tadschikistan, die weiteren aus Kirgistan und Turkmenistan. Sie seien kurz nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine nach Deutschland gekommen und hätten sich hier zu einer terroristischen Vereinigung zusammengeschlossen, so die Ermittler. Laut der Anklagebehörde haben sie eine radikal-islamische Einstellung: Ziel dieser Vereinigung sei es gewesen, „in Deutschland öffentlichkeitswirksame Anschläge im Sinne des IS zu verüben“, so die Bundesanwaltschaft weiter.

Dieser Vereinigung habe auch ein Tadschike angehört, der nun in den Niederlanden festgenommen wurde, gemeinsam mit seiner kirgisischen Frau. Auch sie stehen im Verdacht, terroristische Straftaten vorbereitet zu haben. Die Gruppe habe mit Mitgliedern des regionalen IS-Ablegers „Islamischer Staat Provinz Khorasan“ (ISPK) in Kontakt gestanden.

IS-Terrorverdacht: Razzia in mehreren Orten in NRW

NRW-Innnenminister Reul hat nach den Razzien gegen Islamisten ein Statement in Düsseldorf abgegeben.

Die Festgenommenen sind zwischen 20 und 46 Jahre alt, wie NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf sagte. Bei einigen der Razzien in Gelsenkirchen und Oldenburg galten die Personen nicht als verdächtig, sollen aber aus dem Bekanntenkreis der Verdächtigen kommen. Ein Mann aus dem Kreis Soest zählt ebenso zum Kreis der Beschuldigten. Er wurde jedoch nicht festgenommen. Insgesamt hatte es demnach 15 Durchsuchungen gegeben, in folgenden Städten:

  • Bielefeld
  • Bornheim
  • Düsseldorf
  • Ennepetal
  • Gelsenkirchen (2 Festnahmen)
  • Gladbeck
  • Kamen
  • Lippstadt
  • Oldenburg
  • Warendorf
  • Witten

Die Durchsuchung in Warendorf soll sich nach Informationen von wa.de von Ippen.Media in einer Flüchtlingsunterkunft abgespielt haben.

IS-Terrorverdacht in NRW: Festgenommene hatten bereits mögliche Tatorte ausgekundschaftet

Und die Planungen waren weit fortgeschritten, so die Anwaltschaft: Es seien bereits mögliche Ziele in Deutschland ins Visier genommen und mögliche Tatorte ausgekundschaftet worden. Zudem sollen die Beschuldigten versucht haben, sich Waffen zu beschaffen. Einen konkreten Anschlagsplan habe es hingegen noch nicht gegeben. Sechs der in Deutschland verhafteten Verdächtigten hätten seit April 2022 Geld für den IS gesammelt und in das Ausland transferiert.

Im Laufe des Donnerstags und des Freitags sollen die Männer dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt werden. Das Paar aus den Niederlanden sollte am Freitag vor den Untersuchungsrichter in Rotterdam kommen. (jw/mg mit dpa)

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