Razzia am Morgen

Terrorverdacht: Bundesanwaltschaft bestätigt Durchsuchung im Kreis Soest

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Auch im Kreis Soest gab es am Donnerstag eine Durchsuchung im Zusammenhang mit den Anti-Terror-Ermittlungen der Bundesanwaltschaft. (Archivfoto)
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In Nordrhein-Westfalen wurde eine mutmaßliche islamistische Terrorzelle ausgehoben. Die Bundesanwaltschaft bestätigt eine Durchsuchung im Kreis Soest.

Kreis Soest - Bei dem Einsatz gegen eine mutmaßliche islamistische Terrorzelle wurden in Nordrhein-Westfalen 15 Objekte durchsucht. Gegenüber unserer Redaktion bestätigte Dr. Ines Peterson, Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe, dass eine der Durchsuchungen auch im Kreis Soest stattgefunden hat. Gegen einen Mann aus Lippstadt hatte es einen Anfangsverdacht gegeben.

Am Donnerstagmorgen rückten Beamte des Bundeskriminalamtes und des Landeskriminalamtes NRW im Auftrag der Generalbundesanwaltschaft an der Anschrift des Lippstädters an. Peterson erklärte, dass der Mann nicht festgenommen wurde. Im Gegensatz zu sieben anderen Männern im Alter zwischen 20 und 46 Jahren hatte es gegen den Lippstädter keinen Haftbefehl gegeben. Gegen den Lippstädter gebe es den Anfangsverdacht, Mitglied oder Unterstützer einer terroristischen Vereinigung zu sein. Weil es sich zunächst lediglich um einen Anfangsverdacht handelt, machte die Sprecherin keine detaillierteren Angaben zum Verdächtigen.

Neben Lippstadt hat es laut Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) Durchsuchungen in Bielefeld, Bornheim, Düsseldorf, Ennepetal, Gelsenkirchen, Gladbeck, Kamen, Warendorf und Witten gegeben. Sieben Männer im Alter zwischen 20 und 46 Jahren wurden festgenommen.

Terrorverdacht in NRW: Razzien seit den frühen Morgenstunden

Seit den frühen Morgenstunden liefen am Donnerstag Razzien in NRW, Niedersachsen und in den Niederlanden, sagte Reul. Die in Deutschland festgenommenen Männer wurden demnach alle in NRW festgesetzt. Fünf von ihnen kommen aus Tadschikistan, zwei weitere aus Kirgisistan und Turkmenistan. Laut Bundesanwaltschaft wurde ein weiterer Mann aus Tadschikistan und dessen kirgisische Frau von niederländischen Behörden festgesetzt.

Reul sagte, die Beschuldigten seien regelmäßig zwischen Deutschland und den Niederlanden hin- und hergereist. Ihnen wird vorgeworfen, in Deutschland eine terroristische Vereinigung gegründet und Anschläge geplant zu haben. Außerdem sollen sie die Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) unterstützt haben. ds/dpa

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