- VonFrank Osiewaczschließen
Nahe des Hauptbahnhofs in Hamm ist der neue „SiKo“-Point von Polizei und KOD eröffnet worden. Zugleich wurde der Katalog möglicher Sanktionen für „Störer“ verschärft.
Hamm – Stadt Hamm und Polizei setzen gemeinsam ein Ausrufezeichen für mehr Sicherheit im Bahnhofsquartier. Seit Freitagmittag ist mit dem „SiKo-Point“ der gemeinsame Ankerpunkt von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst (KOD) am Platz der Deutschen Einheit geöffnet. Damit sei eine neue Phase der Sicherheitskooperation (kurz „SiKo“) für das Bahnhofsquartier angebrochen, sagte Polizeipräsident Thomas Kubera.
Seit Freitag macht die Polizei rund um den Bahnhof und in der Bahnhofstraße zudem von einem neuen, schärferen Instrument Gebrauch: Für sogenannte „Störer“, also Personen, die an einem Ort wiederholt massiv auffallen, werden Aufenthaltsverbote verhängt. Die „Verbannung“ aus dem Bezirk gilt drei Monate. Wer trotzdem angetroffen wird, riskiert einen Aufenthalt im Polizeigewahrsam und ein Zwangsgeld. Am Freitag wurden sogleich die ersten drei Verbote verhängt. Bisher galt lediglich das Instrument des Platzverweises, der maximal für 14 Tage verhängt werden kann.
Die drei Büro-Container, die zusammen den „SiKo-Point“ bilden, werden von morgens bis abends, aber nicht zu vorhersehbaren Zeiten besetzt sein. Jeweils zwei Kräfte des KOD und der Polizei sind im Einsatz und starten von hier zu ihren Streifen durchs Quartier. Die Container sind gesichert, haben verspiegelte Scheiben und verfügen über einen Datenanschluss. Wenn die Einrichtung nicht besetzt ist, können Ratsuchende sich über die am SiKo-Point ausgewiesenen Nummern telefonisch an KOD und Polizei wenden.
Mehr Sicherheit, mehr Sicherheitsgefühl
In die Zusammenarbeit KOD und der Polizei wird auch die aufsuchende Sozialarbeit der Stadt Hamm integriert. Neben Kontrollen durch den KOD und die Polizei sprechen Streetworker suchtabhängige und obdachlose Personen direkt an. Die „Achse“ zur aufsuchenden Sozialarbeit mache die Konstellation perfekt, sagte Kubera. Zudem ist auch die Bundespolizei Partner in der SiKo.
Mehr Sicherheit, mehr Sicherheitsgefühl: „Anwohner, Gewerbetreibende und Besucher des Quartiers werden zufriedener sein“, so der Polizeipräsident. Oberbürgermeister Marc Herter sagte: „Wir stellen und hier breitbeinig auf und machen deutlich: Hier gelten unsere Regeln.“ Das Auftreten sei nicht Martialisch, aber verbindlich. „Wir machen es bestimmten Personen mit kriminellen Absichten ungemütlich.“
Container sollen keine Dauerlösung sein
Herter und Kubera hatten die Container-Lösung Anfang Dezember bei der Quartiersversammlung angekündigt. Diese sollen aber keine Dauerlösung sein. Parallel laufen Gespräche mit Immobilieneigentümern über die Anmietung eines geeigneten Ladenlokals im Bahnhofsquartier für den SiKo-Point weiter.
Das Bahnhofsquartier ist neben der Südstraße einer von zwei Kriminalitätsbrennpunkten, für die Polizeipräsident Thomas Kubera Videobeobachtung angeordnet hat. Die Polizei hofft auf Zuteilung zweier mobiler Kameratürme. Vergeben werden diese vom Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste. Ein Signal, ob es die gewünschten zwei werden und wann das Gerät in Hamm ankomme, gebe es noch nicht, so Kubera am Freitag am Rande.
