VonSarah Hankeschließen
Wer noch auf den letzten Drücker für seine bellenden und miauenden Lieblinge eine Unterbringung sucht, hat schlechte Karten. Vor dem Start der Sommerferien sind die Tierpensionen im Kreis Soest bereits voll. Es gibt bereits Anfragen für 2024.
Kreis Soest – In den Tierpensionen im Kreis Soest herrscht in den Sommerferien alles andere als Urlaubsstimmung. Die Kapazitäten sind ausgeschöpft, es gibt bereits Anfragen für die nächsten Ferien in 2024.
„Es ist die Hölle los“, sagt Ludger Küster von der Hundehütte Soest. Auch jetzt noch, zwei Wochen vor den Sommerferien, erreichen ihn täglich Anfragen. „Ich muss bestimmt fünf Absagen pro Tag geben.“ Bis zum 6. August gebe es in der Hundepension keine freien Plätze mehr – schon seit Februar. Dass auch Anfragen von Tierbesitzern mit längerer Anfahrt kommen, zeige, dass die Kapazitäten für den tierischen Urlaub auch in der Umgebung ausgeschöpft sind.
Tierpensionen waren schon 2022 proppevoll
Bereits 2022 sei der Andrang groß gewesen – als die Covid-19-Reisebeschränkungen aufgehoben waren und das Reisen wieder möglich war. Dass die Welle an Anfragen in diesem Jahr noch größer ist – damit hat der Herdenschutzhundeprofi nicht gerechnet. Auch wegen der Inflation. „Man hat das Gefühl, dass alle gerne schnell rauswollen“, so Küster, der vor gut vier Jahren mit der Hundeschule und Hundepension, die er mit seiner Frau Alexandra Janocha betreibt, von Welver nach Lippborg gezogen ist. Dass die beiden in den Ferien alle Hände voll zu tun haben, liege vielleicht an der guten Anbindung an die B475. Aber auch daran, dass sich viele Menschen in der Coronazeit Hunde angeschafft haben. Die Tourismusbranche boomt – die Tierpensionen im Gleichschritt.
In der Tierpension Kosfeld in Soest-Ruploh merkt man hingegen eher nicht, dass die Pandemie einen Unterschied gemacht hat. „Wir waren immer schon für die Sommerferien früh ausgebucht“, sagt Iris Kosfeld, die zusammen mit Ehemann Heinz die Tierpension betreibt. Sie wurde vor 69 Jahren von ihrem Vater in Dortmund gegründet. Seit 25 Jahren bietet die Pension Urlaub für Katze, Hund und Pferde, aber auch für Meerschweinchen oder Kaninchen.
Viele Menschen hätten sich zwar während der Coronapandemie ein Haustier angeschafft, sagt Kosfeld, die auch im Tierschutz engagiert ist. Viele hätten sich aber bereits von den angeschafften Tieren wieder getrennt.
Tierpensionen auch bei Schützenfeste und Kirmes begehrt
35 bis 40 Hunde können in der Pension urlauben – manche würden auch gleich zwei bis drei vorbeibringen. Eng wird es bereits auch schon bei den Katzen, Meeris und Kaninchen. Kosfeld empfiehlt, sich so früh wie möglich um die Unterbringung für das Haustier zu kümmern. Nicht nur in den Ferien sei die Tierpension begehrt. „Zum Beispiel über Pfingsten, wo die Leute Schützenfeste feiern, oder zur Allerheiligenkirmes. Solche Tage gehen immer.“ Buchungen für 2024 sind bereits erfolgt.
Eine lange Warteliste gibt es auch am Pfotenwohl Hundehotel in Ostönnen. „Wir sind für die Sommerferien schon weit im Voraus ausgebucht“, sagt Betreiberin Inga Grotehöfer. Auch für die Herbstferien 2023 gibt es keine freien Plätze mehr. Für 2024 gibt es schon Anfragen. Viele würden im Urlaub Pläne für die nächste Ferienzeit schmieden und beim Abholen des Hundes gleich die nächsten Buchungen erledigen. Über zu wenig Arbeit kann sie sich nicht beklagen. „Wir sind auch gut durch die Coronazeit gekommen“, sagt sie. Viele hätten ihren Hund trotzdem bei ihr abgegeben, um die Routine beizubehalten.
Beim Tierheim Soest gibt es erst nach den Ferien wieder Kapazitäten. Dass gerade vermehrt Tiere ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben werden, ist ein trauriger Trend, den Birgit Oberg, Leiterin des Soester Tierheims, derzeit aber nicht betätigen kann. Es herrsche normales Abgabeverhalten, den Grund nenne längst nicht jeder Tierhalter.
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