Soest wurde am Donnerstag wieder einmal heftig von einem Unwetter getroffen. Vor allem in Hattrop wuchs zunehmend die Sorge.
Soest – Wieder hat Starkregen den Soestern und ihrer Feuerwehr einen schweren Tag bereitet. Am Donnerstag flutete eine Unwetterzelle Teile der Innenstadt. Schon zu diesem Zeitpunkt gab es große Sorge im Hochwasser-geplagten Hattrop. Der Pegel des Soestbachs stieg unerbittlich – und die nächste Starkregenfront stand bevor.
Die Verfasser von Unwetter-Prognosen und -Warnungen sollten Recht behalten: Gegen 15 Uhr war für Soest und Umgebung die höchste Warnstufe violett ausgerufen worden. Die Feuerwehr Soest ließ gegen 15.20 Uhr ihr Gerätehaus in der Innenstadt besetzen, wenig später wurden die ersten überfluteten Keller gemeldet. Die Feuerwehrleute arbeiteten Einsatzstelle für Einsatzstelle ab, priorisierten dabei nach der möglichen Gefahr.
So eilten sie gegen 16 Uhr zum Rigaring: Unter der neuen Fahrradbrücke war die Straße überflutet, ein BMW-Fahrer hatte die Fähigkeiten seines SUV überschätzt und blieb stecken, war in seinem Wagen gefangen. Auch der Grandweg wurde – wie schon in der Vergangenheit überflutet – diesmal jedoch nicht so schlimm wie am 1. Juni 2018. Dennoch äußerte ein direkter Anwohner seinen Unmut über die offenbar überforderte Kanalisation.
Hochwasser in Soest: Die Sorge in Hattrop wächst
Noch während in der Innenstadt die Einsätze abgearbeitet wurden, wuchs in Hattrop die Sorge: Das Dorf war bereits 2018 und 2021 abgesoffen. Am Donnerstag stieg der Pegel des Soestbachs wieder rasant an. Nahrung bekam der Bach diesmal auch aus Richtung Paradiese.
Starkregen überflutet Soest: Hattrop in Flut-Sorge - Rigaring wird zum Fluss
Ein Hattroper berichtete, dass er sein Haus schon am Mittwoch mit Sandsäcken präpariert hatte. Viele Hattroper hatten vorgesorgt, konnten auf eigene Sandsäcke zurückgreifen und ihre Häuser schützen. Feuerwehren aus dem ganzen Kreis Soest kamen frühzeitig hinzu, lieferten mit dem THW tausende Sandsäcke. Thorsten Krabbe von der Feuerwehr Soest berichtete, dass schnellstmöglich die Häuser gesichert wurden, die 2018 und 2021 zuerst geflutet worden waren.
Und auch die anderen Häuser wurden gesichert: Mit Sandsäcken und einem Hochwasserschutzsystem, das der Kreis Soest erst kürzlich angeschafft und in Lippstadt stationiert hatte. Bei der Hochwasser-Vorsorge bekamen die Soester Feuerwehrleute tatkräftige Unterstützung ihrer Lippstädter Kameraden.
Am Abend entspannte sich die Lage: Die zweite Starkregenzelle brachte weniger Niederschlag als befürchtet. So stieg der Soestbach-Pegel nicht weiter – und Hattrop konnte durchatmen. Am Ende schlugen im Soester Stadtgebiet rund 30 Einsatzstellen für die Feuerwehr zu Buche. Etwa 80 waren es kreisweit.
Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer machte sich am Abend selber ein Bild vor Ort und betonte: „Gut, dass von den Anwohnern Verantwortung übernommen und Vorsorge betrieben wird. Wichtig war es zudem, dass die Feuerwehr frühzeitig da war. Auch, um den Anwohnern zu signalisieren: Ihr seid nicht alleine. Ich finde es großartig, wie schnell auch über Soest hinaus starke Hilfe anrückte. Das war wieder einmal ein Beweis unserer Leistungsbereitschaft.“