Neue Umfrage, viele Meinungen

Spaltpilz Hamm?! So denken die Einwohner über ihre Stadt

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Lieben oder hassen, dazwischen gibt es nicht viel: „Hamm“ spaltet seine 180.000 Einwohner. Und die reiben sich immer wieder gern an ihrer Stadt, wie auch unsere jüngste Umfrage eindrucksvoll dokumentiert. 

Hamm - „Hand aufs Herz: Wieso lebt ihr gern in Hamm?“, fragten wir vor wenigen Tagen auf der WA-Facebookseite (hier klicken). Einmal mehr explodierten die Kommentare regelrecht: Befürworter wie Kritiker schütteten ihre Herzen aus - manche regelrecht verliebt, andere bemerkenswert bissig. Unterm Strich zeigt sich: Die Anzahl der Pro-Stimmen schlägt die der Contra-Stimmen nur leicht ... aber wer sie verteidigt, findet dafür oft mehr Worte. Und immer wieder fällt das Stichwort „Heimat“.

„In jeder Stadt gibt es schöne und weniger schöne Ecken. Ich mag an Hamm die Kulturangebote, die Naherholungsgebiet“, findet Petra Strassdas. Und ergänzt: „Außerdem bin ich hier einfach zuhause. Und wer es hier nicht mag, kann sich ja eine der vielen anderen Städte aussuchen - gibt ja genug.“ Die Kultur-Expertin ist eine von mehreren lokalen Promis, die ihre Meinung in unserer Umfrage frei heraus äußern. Conny Kraft ist eine weitere. „Hergezogen, Herz verloren - ich lebe jetzt seit Ende der 90er hier und liebe es“, schwärmt die Lippewelle-Moderatorin.

Hamm - „nicht die schönste oder beste Stadt, aber eben unsere“

Ähnlich herzlich äußert sich Marina Weber. Jahrelang war die heute 66-Jährige Frontkämpferin für den Erhalt des St.-Josef-Krankenhauses, ehe sie diesen verlor - doch die Heimatliebe verschließt die Wunden. „Ich mag unsere Stadt, und da beziehe ich alle Ortsteile mit ein“, sagt sie: „Ich lebe in Bockum-Hövel und bin ganz nahe dem Münsterland - ich gehe aus dem Haus, und nach wenigen Schritten bin ich im Ländlichen, wo ich bei meinen Spaziergängen die Seele baumeln lassen kann...“

„Diese Verbindung spürt man nur, wenn man hier geboren und aufgewachsen ist“, meint eine Leserin. Ihr Zusatz „Nicht die schönste, beste oder lebenswerteste Stadt, aber eben unsere“ entspricht der vieler weiterer Umfrageteilnehmern.

Hamm - 23 Gründe, bloß nie zu kommen (2018 veröffentlicht)

23 Gründe, bloß niemals nach Hamm zu kommen

1. In diesem Regionen-Niemandsland ist einfach alles grau in grau. Selbst im Sommer.
1. In diesem Regionen-Niemandsland ist einfach alles grau in grau. Selbst im Sommer. © Mroß
2. Dann diese ganzen Nachkriegsbauten. Jedes Haus sieht gleich langweilig aus.
2. Dann diese ganzen Nachkriegsbauten. Jedes Haus sieht gleich langweilig aus. © Wiemer
3. Überall nur verfallene Gebäude.
3. Überall nur verfallene Gebäude. © Wiemer
4. Die ganze Stadt ist irgendwie so... gesichtslos.
4. Die ganze Stadt ist irgendwie so... gesichtslos. © Wiemer
5. Es lohnt sich nicht, den Bahnhof zu verlassen.
5. Es lohnt sich nicht, den Bahnhof zu verlassen. © Rother
6. Auch die Umgebung von Hamm kann man vergessen. Nicht mal der kleinste Hügel.
6. Auch die Umgebung von Hamm kann man vergessen. Nicht mal der kleinste Hügel. © Henrik Wiemer
7. Die Stadt ist so langweilig wie ihr Nachtleben.
7. Die Stadt ist so langweilig wie ihr Nachtleben. © Pirates
8. Gute Bands? Kommen nicht aus Hamm.
8. Gute Bands? Kommen nicht aus Hamm. © Giant Rooks
Hammer Summer Hamm
9. In Hamm bleiben alle immer nur zuhause, weil in der Stadt nichts los ist. © Wiemer (Archiv)
10. Die Hammer Kirchen kann man voll vergessen. Es gibt einfach keine schönen.
10. Die Hammer Kirchen kann man voll vergessen. Es gibt einfach keine schönen. © Szkudlarek
11. Allenfalls ein paar Neubauten aus den vergangenen Jahren.
11. Allenfalls ein paar Neubauten aus den vergangenen Jahren. © Rother
12. Tatsächlich sieht man nur Industrieruinen.
12. Tatsächlich sieht man nur Industrieruinen. © Wiemer
13. Und dann diese Bewohner von Hamm. Nur Rentner. Wer jung ist, zieht weg.
13. Und dann diese Bewohner von Hamm. Nur Rentner. Wer jung ist, zieht weg. © Mroß
14. Denn hier gibt es nicht einmal was zu feiern.
14. Denn hier gibt es nicht einmal was zu feiern. © Szkudlarek
15. Abends kann man höchstens mal zu diesem einen Imbiss gehen, der immer wie ausgestorben ist.
15. Abends kann man höchstens mal zu diesem einen Imbiss gehen, der immer wie ausgestorben ist. © Spiralke
16. Leidenschaft ist auch im Sport ein Fremdwort.
16. Leidenschaft ist auch im Sport ein Fremdwort. © Mroß
17. Dazu dieser Verkehr in Hamm. Unerträglich.
17. Dazu dieser Verkehr in Hamm. Unerträglich. © Szkudlarek
18. Nirgendwo findet man Ruhe, wenn man sie sucht.
18. Nirgendwo findet man Ruhe, wenn man sie sucht. © Rother
19. Hamm ist einfach zu zugebaut.
19. Hamm ist einfach zu zugebaut. © Blossey
20. ...und völlig überaltert.
20. ...und völlig überaltert. © Sudermann
21. Nachts ist Hamm einfach nur dunkel. (Ist wohl auch besser so.)
21. Nachts ist Hamm einfach nur dunkel. (Ist wohl auch besser so.) © Rother
22. Mein Slogan für diese Stadt? „Hamm – auch aus der Luft ätzend“.
22. Mein Slogan für diese Stadt? „Hamm – auch aus der Luft ätzend“. © Blossey
23. Bleiben Sie einfach, wo Sie sind. Hier gibt es überhaupt nichts zu sehen.
23. Bleiben Sie einfach, wo Sie sind. Hier gibt es überhaupt nichts zu sehen. © Szkudlarek

Hamm - „politisch seit ein paar Jahren eine Vollkatastrophe“

Etwas pragmatischer erklärt Werner Nimmert (unter anderem Geschäftsführer der Nibotec Fertigungstechnik GmbH) seine Hamm-Sympathie: „Weil ich hier ein Unternehmen aufgebaut habe. Und dass die Menschen so bodenständig sind. Es eine tolle Unternehmerschaft gibt. Und zu guter letzt weil Hamm eine Eishalle und ein Eishockey-Team hat....“

Auch Frank Jäschke ist in Hamm Unternehmer. Wie gewohnt fährt der Spediteur auch in unserer Umfrage klare Kante, wenn er sagt: „Weil Hamm Logistikstadt ist. Und ich damit Geld verdiene. Es gibt viele schöne Ecken in Hamm, aber politisch und Innenstadtansehen seit ein paar Jahren eine Vollkatastrophe“, so Jäschke, bevor er augenzwinkernd ergänzt: „Ach ja, und ich wohne in Westtünnen bei Hamm...“

Hamm - „die unhöflichste und respektloseste Stadt überhaupt“

Wer die Stadt Hamm gar nicht mag, formuliert das oft genug sehr drastisch. So melden sich einige Nestflüchter so oder ähnlich zu Wort: „Bin vor 10 Jahren so weit weg von Hamm wie ich nur konnte“ oder „Ich habe tatsächlich 15 Jahre nur dort gearbeitet und bin nach dem Dienst sofort heimgefahren - da kann man nicht leben“ oder „Ich bin in Hamm geboren und habe 50 Jahre dort gelebt und bin froh, dass ich hier nicht mehr wohne“.

Wieder andere leben nur hier, weil sie müssen. Wie diese Leserin: „Habe hier leider noch ein schulpflichtiges Kind. Sonst wäre ich hier schon längst weg. (...) Zwei meiner Kinder sind hier schon weg, die würden nie wieder nach Hamm ziehen.“ Auch diese Leserin beruft sich auf familiäre Zwänge: „Hätte ich meinen Mann nicht kennengelernt… wäre ich definitiv im Sauerland geblieben! (...) Hamm ist die unhöflichste und respektloseste Stadt überhaupt!“

Alle Antworten hier! Unsere Umfrage auf Facebook:

Hamm - frühere Meinungen zum Nachlesen (Auswahl):

Rubriklistenbild: © Henrik Wiemer

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