Windrad

Windradturm geht in Sekunden zu Boden – A44 für Sprengung gesperrt

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Eine Faltsprengung legte beim Rückbau der Alt-Windräder in Mawicke in Sekunden das Turmelement zu Boden.
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Der Turm eines Windrads wurde in Werl-Mawicke gesprengt. Dafür musste die A44 kurzzeitig gesperrt werden. Das 88 Meter hohe Bauwerk ging in Sekunden zu Boden.

Werl - In Sekunden wurde am Mittwoch ein 88 Meter hohes Bauwerk auf den Boden geholt. Mit einem Knall, der durch und durch ging, wurde der Turm eines Windrads in Mawicke gesprengt. Für die Sprengung musste die A44 kurzzeitig gesperrt werden. „Es ist alles nach Plan gelaufen“ teilt der Bauleiter der SL Windenergie, Arif Doruk, als Auftraggeber mit.

Windradturm geht in Sekunden zu Boden – Sprengung verlief nach Plan

Die Firma SL-Windenergie nimmt nach der Repowering-Maßnahme und dem Bau zweier größerer Windräder derzeit den Rückbau der fünf Alträder vor. Gut 20 Jahre haben die Räder an dieser Stelle für Strom gesorgt.

Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke

Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke
Sprengung eines Windrad-Turms in Mawicke © Uta Müller

Dazu bediente man sich einer sogenannten Faltsprengung. Das erläuterte Elmar Osseforth, Projekt-Manager der AS Green Consult. Die Firma ist von der SL Windenergie mit dem Rückbau der Anlagen beauftragt. Zwei Sprengladungen werden am Fuß und ungefähr auf einem Drittel der Höhe angebracht und im Bruchteil einer Sekunde nacheinander gezündet. Genau so fällt auch der Turm bei der Sprengung. Das untere Drittel knickt zur einen Seite und die oberen zwei Drittel zur anderen Seite. So könne man gewährleisten, dass die Komponenten sich nicht auf einer größeren Fläche verteilen, erklärt Arif Doruk, Bauleiter bei der SL Windenergie.

Windradturm geht in Sekunden zu Boden – A44 für Sprengung gesperrt

Zweifel an der Stabilität eines Windradturms kamen bei dem Anblick jedenfalls nicht mehr auf, da dieser fast als ein Stück zu Boden ging. Es sind Erddämme aufgeschüttet worden, die zusätzlich auch eine mögliche Staubentwicklung in sehr kleinem Rahmen eindämmten - ein sogenanntes Fallbett. „Der Turm fällt dann auf die Kranstellfläche, die sowieso schon verfestigt ist“ so Arif Doruk.

Für die Unternehmen sei die Sprengung die kostengünstigere Lösung gegenüber dem Abbau auf großer Höhe mit einem dann benötigten Großkran. Trotzdem bedarf es mancher Planung im Vorfeld. Allein die Vorarbeiten für die Sprengung dauerten rund eine Woche. Vorher sind der Rotor, Rotorblätter, Maschinenhaus und ein noch auf dem Turm sitzendes Stahlelement aus rund 98 Metern Nabenhöhe abgebaut worden. Die Arbeitsschritte nehmen Wochen in Anspruch. Schon allein der Aufbau der großen Schwerlastkräne brauche Zeit. Erst dann kann die ganze obere Technik abgebaut werden. Es folgt die Zerkleinerung der Rotorblätter und der anderen Komponenten.

„Es ist viel Logistik drum herum“ sagt Elmar Osseforth. In Mawicke musste die nahe gelegene A44 kurzzeitig gesperrt werden. Das will alles organisiert und genehmigt werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei vor allem bei der Sorge vor Ablenkung der Verkehrsteilnehmer. Der ganz und gar nicht leise Knall und der Anblick des fallenden Objekts könnten die Aufmerksamkeit der Autofahrer beeinträchtigen und berge damit Unfallgefahr. In der nächsten Zeit werden auch die anderen drei Türme fallen und auch die Fundamente werden mit einer Lockerungs-Sprengung gelöst. Ein Turm wurde ohne Sprengung abgebaut, da er aus Stahlsegmenten bestand.

Direkt anschließend an die Sprengung begann bereits das Zerkleinern des Betonturms mittels Bagger mit großem Bohrhammer. Das Stahlverstärkungen im Inneren werden herausgelöst. Die „Kleinteile“ des Turms fänden entweder bei weiteren Bauprojekten der SL Windenergie oder im Straßenbau eine Verwendung. Sie werden zuvor noch einer Brechanlage zugeführt. Die Rotoren aus glasfaserverstärktem Kunststoff wurden übrigens schon vor Ort zerkleinert und aus ihnen werden in Portugal wieder Möbel hergestellt.

Die demnächst nur noch dort stehenden zwei Windräder seien gerade im Inbetriebnahmeprozess, erläutert Unternehmenssprecherin Stefanie Flam noch ergänzend. Das hieße, das zwischendurch durchaus auch nochmal ein Stillstand wahrzunehmen sei. „Aber sie speisen schon ins Netz ein.“

In Werl sollen außerdem vier Großwindräder errichtet werden. Diese sollen neue Maßstäbe in der lokalen Energieversorgung geben. Die Anlagen an der Scheidinger Straße haben das Potenzial, mehr als den lokalen Strombedarf aller Haushalte zu decken.

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