Planung läuft

Vier Großwindräder an der Scheidinger Straße können Werls Strombedarf decken

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An der Scheidinger Straße sollen vier bis zu 250 Meter hohe Windräder gebaut werden. Ein fünftes Rad ist eventuell möglich.
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Mit der Errichtung von vier Großwindrädern soll es in Werl neue Maßstäbe in der lokalen Energieversorgung geben. Die Anlagen an der Scheidinger Straße haben das Potenzial, mehr als den lokalen Strombedarf aller Haushalte zu decken.

Werl – Nun werden Nägel mit Köpfen gemacht. Oder besser: Naben mit Rotoren. Denn an der Scheidinger Straße sollen vier bis zu 250 Meter hohe Windräder gebaut werden. Ein fünftes Rad ist eventuell möglich; aber das ist noch nicht abschließend beleuchtet. Rein rechnerisch könnten die Räder rund 24 000 Haushalte im Jahr versorgen – und damit mehr als den Strombedarf der ganzen Stadt decken.

Windräder an der Scheidinger Straße: Kosten bei 40 bis 50 Millionen Euro

Mit der planungsrechtlichen Vorbereitung zum Bau der Großanlagen beschäftigt sich der Planungsausschuss am Mittwoch, 8. Mai (18 Uhr, Mensa Sekundarschule).

Dass Windenergie östlich der Scheidinger Straße entstehen soll, steht seit einigen Monaten fest. Nun werden Details bekannt. So sollen die Räder eine Nabenhöhe von 162 Meter haben. Die Rotorspitze ragt bis zu 250 Meter in die Luft. Die Anlagen sind vergleichbar mit den neuen Rädern in Mawicke, wenn auch etwas kleiner. Die Leistung: 6 bis 7 Megawatt pro Anlage; Kostenpunkt: 40 bis 50 Millionen Euro

Windräder an der Scheidinger Straße: „Werler WInd GmbH“ in Gründung

Für das Vorhaben östlich der Scheidinger Straße ist eine Änderung des Flächennutzungsplans nötig. Die soll die Politik auf den Weg bringen. Vorgesehen ist, dass die Stadt später der sich in Gründung befindlichen Gesellschaft „Werler Wind“ beitritt – und zwar in Form einer städtischen Gesellschaft als Gesellschafter. Hinter „Werler Wind“ stecken Privatpersonen, denen Land an der Scheidinger Straße gehört, und zwei Projektierer. Der Antrag der zu gründenden GmbH auf Änderung des Flächennutzungsplans liegt vor.

Es gibt also einen Schulterschluss aus privater Hand und Stadt Werl als jeweilige Grundstücksbesitzer. Durch den zuletzt getätigten Kauf von Flächen werden zwei der Windräder auf städtischen Grundstücken liegen. „Die anderen beiden Anlagen sind auf Grundstücken eines weiteren Eigentümers geplant“, teilt die Verwaltung mit. Mit den vier – womöglich fünf – Windrädern ist das Areal ausgereizt. Das liegt auch an der Höhe und Leistungskraft. Früher hätte es für den gleichen Windertrag rund 20 kleine Räder gebraucht.

Windräder an der Scheidinger Straße: Planverfahren wird dauern

Ein Jahr lang wird das Planverfahren bestimmt dauern, so die Verwaltung. Zudem sind Gutachten und Genehmigungen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz nötig. Schnell wird es also nichts mit dem Rad-Bau.

Die Stadt Werl folgt mit dem Vorhaben dem geforderten Ausbau der Energieversorgung durch Erneuerbare Energien. Neben verbindlichen räumlichen Flächenfestlegungen im Regionalplan können Kommunen auch zusätzliche Flächen für Windenergie ausweisen. Für Werl soll am Ende des Planverfahrens „eine weitere Fläche zur konzentrierten Errichtung von Windenergieanlagen dargestellt werden“ – so, wie das in Brünningsen, Mawicke und mit der Sonderbaufläche Westhilbeck bereits geschah.

Windräder an der Scheidinger Straße: Fläche misst 27 Hektar

Im Wege einer Positivplanung wird eine weitere Sonderbaufläche „Windenergie“ ausgewiesen. Sie umfasst 27 Hektar und war als Potenzialfläche der 2023 aktualisierten „Studie zur Windenergienutzung in der Stadt Werl“ aufgetaucht. Im Flächennutzungsplan ist der Bereich als landwirtschaftliche Fläche dargestellt. Die Änderung des Plans privilegiert den Windrad-Bau. Aber auch weiterhin soll landwirtschaftliche Nutzung möglich sein.

Zudem soll die Sonderbaufläche als „Rotor-Out-Fläche“ ausgewiesen werden. Heißt: Die Rotorblätter können auch aus der Fläche herausragen; nur der Mastfuß müsse innerhalb der Fläche liegen. Nach dem Einleitungsbeschluss soll ein Planungsbüro Planunterlagen erstellen. Später wird auch die Öffentlichkeit beteiligt.

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