Wie es weiter geht

Geplanter Stellenabbau bei Mubea: Betriebsrat und Gewerkschaft äußern sich

+
Die Firma Mubea mit Stammsitz in Attendorn plant einen Stellenabbau.
  • schließen

Bei der Firma Mubea sollen 300 Stellen wegfallen. Die Unruhe beim Betrieb mit Stammsitz in Attendorn ist groß. Der Betriebsrat hofft auf einen sozialverträglichen Stellenabbau.

Attendorn - Die Meldung von Mittwoch dieser Woche, dass die Firma Mubea, genauer gesagt die Muhr und Bender Unternehmensgruppe, 300 Mitarbeiter entlassen muss, kam für viele überraschend. „Eine Kombination aus sinkendem Verbrauchervertrauen, Rezession und Inflation sowie Unsicherheiten bei neuen Antriebstechnologien haben die Situation in den letzten Monaten zunehmend verschärft“, begründete das Unternehmen diesen Schritt in einer Pressemitteilung.

Stellenabbau bei Mubea: Betriebsrat und IG Metall äußern sich

Die Unruhe ist seit dieser öffentlichen Meldung entsprechend groß. Viele der 5000 Mubea-Beschäftigten in Deutschland bangen um ihre Jobs, denn die weltweit tätige Unternehmensgruppe will die 300 Stellen bis zum Jahr 2025 ausschließlich hierzulande streichen - konkret in den Werken in Daaden (Rheinland-Pfalz), Weißensee (Thüringen) und eben auch am Stammsitz in Attendorn mit seinen rund 1400 Mitarbeitern. „Hier herrscht natürlich Unruhe“, wie der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Jens Arndt im Gespräch mit sauerlandkurier.de beschreibt. „Man wird im Moment an allen Ecken und Enden angesprochen.“

Für den Betriebsrat komme die Entscheidung des Stellenabbaus nicht komplett überraschend. „Man hat in die E-Mobilität investiert und Stellen aufgebaut für Aufträge, die da waren und die jetzt wegbrechen“, erklärt Arndt. „Dass dann die Struktur nicht mehr stimmt, ist auch klar - und dass es dann leider zu solchen Einschnitten kommen muss.“

Die Gespräche über den geplanten Stellenabbau seien noch ganz am Anfang, berichtet Arndt. Ihm und dem Betriebsrat sei vor allem wichtig, dass die Stellen sozialverträglich abgebaut werden, sprich dass von den Kündigungen nicht diejenigen betroffen sein werden, die zum Beispiel gerade Eltern geworden sind und/oder auf einem großen Kredit für ein Eigenheim sitzen.

Diese Sozialverträglichkeit beim Stellenabbau ist auch der IG Metall wichtig, wie der 1. Bevollmächtigte im Kreis Olpe, Andre Arenz im Gespräch mit sauerlandkurier.de betont. Positiv ist, dass die Mubea-Unternehmensführung in ihrer Mitteilung bereits versichert hat, dass eben jenes sozialverträgliche Programm erarbeitet werden soll.

„Wir bedauern den Stellenabbau sehr“, ergänzt Arenz von der IG Metall. Es brauche hier dringend ein Umdenken auf Bundesebene. Ähnlich äußert sich auch Jens Arndt aus dem Mubea-Betriebsrat. Die E-Mobilität sei spürbar ins Stocken geraten; „die Hersteller drücken noch mehr Verbrenner in den Markt“, sagt Arndt. Für Unternehmen wie Mubea, die auf den schnellen Umstieg auf die E-Mobiltät gesetzt haben, sind das keine guten Entwicklungen.

Aufgrund dieser Marktsituation hatte Mubea bereits im Juni für 600 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet - ursprünglich nur für drei Monate. Diese Maßnahme, durch die die betroffenen Mitarbeiter vier Tage im Monat weniger arbeiten, ist bereits bis Ende des Jahres verlängert worden, „aber das wird nicht reichen“, sagt Arndt, der damit rechnet, dass die Kurzarbeit auch im neuen Jahr weitergehen wird.

Betroffen von der Kurzarbeit und den geplanten Kündigungen ist ausschließlich die Autombil-Abteilung bei Mubea, in dem der Großteil der Mitarbeiter an den deutschen Standorten arbeitet. Darüber hinaus ist Mubea bekanntlich dabei, weitere Standbeine aufzubauen, allen voran in der Luftfahrtindustrie, im autonomen Drohnen-Verkehr oder auch für Fahrzeuge für die letzte Meile, sprich E-Scooter oder Pedelecs.

Jens Arndt vom Betriebsrat bleibt optimistisch, dass es auch für die Automobilbranche und die E-Mobilität wieder positivere Zeiten geben wird. „Dass es irgendwann zum Umstieg auf E-Mobilität kommen wird, ist klar. Dann wird es auch für uns wieder aufwärts gehen.“

Kommentare