Bundestagswahl 2025

BSW fehlten Stimmen: Fehler beim Auszählen in einigen NRW-Wahlkreisen

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In mehreren Wahlkreisen in NRW ist es bei der Bundestagswahl 2025 zu Fehlern bei der Stimmauszählung gekommen. Davon betroffen ist das BSW. Ergebnisse wurden bereits korrigiert.

Hamm/Kreis Soest – Bei der Bundestagswahl 2025 ist es offenbar in mehreren Wahlkreisen in Nordrhein-Westfalen zu Fehlern bei der Stimmauszählung gekommen. Das geht es aus einer Mitteilung des Kreiswahlausschusses des Kreises Soest hervor. Dieser trete demnach erneut zusammen, um das Endergebnis der Bundestagswahl im Wahlkreis 145 Soest korrigiert festzustellen. In den 63 weiteren Wahlkreisen in NRW wird es ebenfalls zu einer Überprüfung kommen – vermutlich werden auch dabei kleinere Abweichungen festgestellt. Auf das Endergebnis der Wahl dürften sie allerdings wenig Einfluss haben.

Fehler bei Auszählung: BSW fehlten Stimmen aus NRW

Einem Bericht von fr.de zufolge sammelte das rechtskonservative Bündnis Deutschland bei der Bundestagswahl am 23. Februar insgesamt 79.000 Stimmen. Das ist ein Anteil von 0,2 Prozent; die Partei hat also kaum Wähler. Es gebe demnach allerdings Ausreißer in einigen Gemeinden. Das ist auch dem BSW, dem nur wenige Stimmen für den Einzug in den Bundestag fehlen, nicht verborgen geblieben. Unter anderem gehe es darum, dass nach Darstellung des BSW in einzelnen Wahllokalen das BÜNDNIS DEUTSCHLAND auffällig viele und das BSW auffällig wenig Stimmen erhalten habe. Erbeten wird für NRW eine Überprüfung in insgesamt 64 Wahlkreisen.

Der Wahlkreis 145 Soest ist davon jedenfalls betroffen. Im Kreis Soest ist es nach Angaben einer Sprecherin zu einer „fehlerhaften Übermittlung von Zweitstimmen aus dem Wahllokal Schmerlecke für das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) an die Landeswahlleitung“ gekommen.

Sahra Wagenknecht am Montag auf der Bundespressekonferenz, daneben: Die Wahlergebnisse aller Städte und Gemeinden zur Bundestagswahl

Stimmen für BSW in NRW-Wahlkreisen falscher Partei zugeordnet

Auch im Briefwahlbezirk (B505) der Stadt Oelde im Wahlkreis 129 Warendorf wurde das Ergebnis überprüft. „Offenbar waren einige Stimmen für das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in einer Ergebnisliste dem Bündnis Deutschland (BD), das in der Wahlniederschrift eine Zeile darüber aufgeführt ist, zugeordnet worden. Nach einem Hinweis des BSW an den Landeswahlleiter in Düsseldorf war, wie in weiteren NRW-Kommunen, eine erneute Auszählung angeordnet worden“, erklärt der Kreis Warendorf. Bei der erneuten Auszählung sei festgestellt worden, „dass insgesamt 10 Stimmen für das BSW irrtümlich dem BD zugeordnet worden waren“. Diese Stimmen hätten allerdings keine Auswirkung auf das Ergebnis im Wahlkreis 129 (Warendorf).

„Die erneute, öffentlich zugängliche Auszählung sorgt für Transparenz. Es hat sich herausgestellt, dass die Stimmen des Bündnis Sahra Wagenknecht versehentlich einer anderen Partei zugeordnet worden sind. Dass derartigen Hinweisen nachgegangen wird und ein Ergebnis korrigiert werden kann, ist Ausdruck unseres funktionierenden Wahlsystems“, erklärt Bürgermeisterin Karin Rodeheger. Kreiswahlleiter Dr. Stefan Funke ergänzt: „Übertragungsfehler können beim Auszählen von über 175.000 Wahlzetteln passieren. In unserer rechtsstaatlichen Demokratie nehmen wir Hinweise ernst und räumen Zweifel durch transparentes Handeln aus.“

Welche anderen Wahlkreise ebenfalls betroffen sind, das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar. Überprüft werden jedenfalls alle.

„Angesichts des knappen Ergebnisses des BSW und einer entsprechenden Prüfbitte des BSW selbst, hat die Landeswahlleitung die zuständigen Kreiswahlleiter gebeten, bei den ihnen gesetzlich ohnehin zugewiesenen Prüfungen auf Auffälligkeiten und Unregelmäßigkeiten ein besonderes Augenmerk auf die Stimmenverteilung des BSW zu legen und bei Unregelmäßigkeiten diese durch die Kreiswahlausschüsse noch vor der Sitzung des Landeswahlausschusses am 11. März einer erneuten Überprüfung zu unterziehen“, erklärte eine Sprecherin der Landeswahlleiterin am Mittwoch, 5. März, auf wa.de-Nachfrage.

Ergebnisse der Bundestagswahl 2025 in den NRW-Wahlkreisen werden überprüft

Die Landeswahlleitung habe demnach die Wahlkreise am Dienstag, 4. März, dazu aufgefordert, diese Überprüfung durchzuführen. „Die Ergebnisse müssen vor der Sitzung des Landeswahlausschusses am Dienstag, 11. März, vorliegen“, erklärt der Kreis Soest und ergänzt: „Im Wahllokal Schmerlecke wurden in der Schnellmeldung am Wahlabend 13 Zweitstimmen beim BÜNDNIS DEUTSCHLAND erfasst, die auf das BSW entfallen sind.“ Die falsche Zuschreibung sei bei der Überprüfung nicht aufgefallen. „Aus diesem Grund ist das amtliche Endergebnis im Wahlkreis 145 Soest zu korrigieren. Damit beschäftigt sich der Kreiswahlausschuss am morgigen Mittwoch“, hieß es in der Mitteilung von Dienstagabend.

BSW hält Verwechslungen beim Auszählen der Stimmen für möglich

Beim BSW hält man es durchaus für möglich, dass es beim Auszählen zu einzelnen Verwechslungen kam. Unabsichtlich, wie BSW-Europapolitiker Fabio de Masi gegenüber fr.de betont. „Ich habe nie gesagt: Bei der Wahl wurde manipuliert. Fehler sind menschlich. Aber bei einem sehr knappen Ergebnis ist es unsere Aufgabe, alles dafür zu tun, dass man das prüft.“ Zur Erinnerung: Das BSW erreichte laut vorläufigem Ergebnis 4,972 Prozent der Stimmen – und scheiterte damit denkbar knapp an der 5-Prozent-Hürde.

Wie die Bundeswahlleiterin in dem Bericht zudem zitiert wird, könne es bis zum amtlichen Endergebnis noch leichte Änderungen geben: „Zum aktuellen Zeitpunkt und in den nächsten Tagen finden die Prüfungen der Kreiswahlleitungen und die insgesamt 299 Sitzungen der Kreiswahlausschüsse statt.“ Womöglich wird in auffälligen Wahlbezirken – wie etwas im Kreis Soest – also noch einmal nachgezählt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Carsten Koall

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