VonMarvin K. Hoffmannschließen
Das alte Hoesch-Gebäude in Dortmund gleicht einem Palast, der zusehends verfällt. Der Lost Place ist Millionen wert. Doch ein Verkauf gestaltet sich als schwierig.
Dortmund – Wie ein Palast wirkt dieses riesige Gebäude, das so gar nicht in das Viertel zu passen scheint. Einst diente es als Sitz der Konzernvorstände der Hoesch AG, die jüngeren Dortmunder kennen es vielleicht noch als Versorgungsamt – inklusive der gleichnamigen Stadtbahn-Haltestelle. Alles ist längst Vergangenheit. Die Schrott-Immobilie an der Rheinischen Straße 173, in unmittelbarer Nähe zur City, ist geblieben – und ist einer der bekanntesten Lost Places in Dortmund. Das sollte sich jetzt eigentlich ändern.
Käufer für Lost Place mitten in der Stadt gesucht: Es erinnert an die Stahl-Vergangenheit
Wohnungen und Büros sollten mal in dem denkmalgeschützten Gebäude entstehen, zuletzt war auch die Rede von einem Hotel. Aus den Plänen wurde nichts. Zu teuer wären die Renovierungsarbeiten am einstigen Prachtbau gewesen. Dann kam eine neue Idee auf.
Wie die Ruhr Nachrichten schreiben, soll Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal die Sparkasse Dortmund damit beauftragt haben, die Möglichkeiten eines Kaufs und einer anschließenden städtischen Nutzung zu prüfen. Von einem Einzug des Jugendamtes sei die Rede gewesen.
Keine schlechte Idee. Immerhin steht das Gebäude bereits seit 2011 leer und wird immer wieder Opfer von Vandalismus. Schmierereien und Einbrüche stehen nahezu an der Tagesordnung. Der Bau, der die industrielle Geschichte der Stahlstadt Dortmund imposant widerspiegelt, verfällt zusehends. Besserung scheint aber vorerst nicht in Sicht.
Lost Place mitten in Dortmund: Kauf durch Sparkasse gescheitert
Dem Bericht zufolge ist der Kauf durch die Sparkasse gescheitert. „Trotz großer Anstrengungen ist es (…) leider nicht gelungen, ein schlüssiges und wirtschaftliches Nutzungskonzept für das historische Gebäude an der Rheinischen Straße zu entwickeln“, wird die Sparkasse zitiert. „Sie hat sich deshalb aus dem Vorhaben zurückgezogen“, heißt es. Der Oberbürgermeister sei über den Schritt im Bilde. Als Grund werden die zu hohen Sanierungskosten aufgeführt – da half offenbar auch nicht die angebliche Senkung des Kaufpreises von kolportierten 12,5 Millionen Euro auf mittlerweile 6,5 Millionen Euro.
Wie es mit dem alten Hoesch-Gebäude in Dortmund nun weitergeht, ist also weiterhin unklar. Bis auf Weiteres steht nur eines fest: Es bleibt ein Lost Place mitten in der Stadt.
Rubriklistenbild: © Hans Blossey/Imago

