VonMarkus Wilczekschließen
Verdi ruft erneut zum Warnstreik bei der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) auf. Viele Busse im MK fallen am Freitag, 3. März, aus.
Lüdenscheid/MK - Für Freitag, 3. März, ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zum dritten Mal innerhalb von gut zwei Wochen zum Warnstreik bei der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) auf. ÖPNV-Nutzer müssen sich an diesem Tag im gesamten Märkischen Kreis wieder darauf einstellen, dass zahlreiche Busse nicht fahren.
Linien, die von privaten Unternehmern im Auftrag der MVG bedient werden, sind nicht betroffen, wie das Verkehrsunternehmen mit Sitz in Lüdenscheid mitteilt.
Wieder Streik im MK: Viele Busse der MVG fallen am Freitag aus
Bedingt durch den Warnstreik können auch die telefonische Erreichbarkeit der MVG und die Öffnung der Kunden-Center in Iserlohn und Lüdenscheid (Büssken) eingeschränkt sein. Zahlreiche Fahrten im Märkischen Kreis führen Auftragnehmer der MVG durch. Diese Fahrten werden möglicherweise nicht bestreikt.
Mit dem Streik möchte Verdi den Druck auf die Arbeitgeber im Rahmen der Tarifverhandlungen weiter erhöhen. „Die Arbeitgeber haben in der zweiten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Bund und Kommunen am 22./23. Februar ein völlig indiskutables Angebot vorgelegt. Neben äußerst geringen prozentualen Steigerungen von insgesamt fünf Prozent über 27 Monate fordern sie auch noch Sonderopfer einzelner Beschäftigtengruppen zum Beispiel in Krankenhäusern und bei Sparkassen.
Streik oder Warnstreik - wo liegt der Unterschied?
So manch eine Diskussion wurde bestimmt schon darüber geführt: Was ist Streik, und was ist ein Warnstreik? wa.de erklärt den Unterschied und worauf es ankommt.
Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten. Ein solches Angebot ist eine Provokation ohnegleichen. Die Beschäftigten werden sich das nicht gefallen lassen und jetzt verstärkt für ihre Forderungen kämpfen“, sagt die stellvertretende Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Bettina Schwerdt.
Verdi sieht Probleme auf dem Land und in den Ballungszentren
Aus diesem Grund werde der Druck jetzt erhöht. „Deshalb rufen wir die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Nahverkehr, für die der Tarifvertrag TV-N gilt und die in kommunaler Hand liegen, zu einem ganztägigen Warnstreik auf.“
Bettina Schwerdt erklärt: „Bei den Anforderungen an den ÖPNV werden die bestehenden Probleme überdeutlich. Im ländlichen Raum gibt es zu wenig Verkehrsanbindungen, in den Ballungszentren hingegen übervolle Busse und Bahnen. Es ist zu wenig Personal vorhanden. Aufgrund eines Sparkurses sind in den letzten 20 Jahren immer mehr Stellen abgebaut worden, während gleichzeitig die Verkehrsleistung stetig gestiegen ist. Aufgrund von Personalmangel müssen Verbindungen sogar ausfallen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.“
Der ÖPNV als Arbeitsplatz müsse auch mit besserer Bezahlung deutlich attraktiver werden, damit Beschäftigte die Betriebe nicht verließen und neue Beschäftigte gewonnen werden könnten.
Schon am Montag fielen viele Busse aus
Erst am Montag hatte Verdi den bislang letzten Warnstreik im Märkischen Kreis durchgeführt und für diesen neben den Mitarbeitern der MVG den gesamten öffentlichen Dienst zur Teilnahme aufgerufen.
