Stelle drei Mal ausgeschrieben

Suche hat ein Ende: Neue Schulleiterin eilt zur Realschule Mark

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Ankommen, schauen, auspacken und einrichten: Dr. Beatrix Günnewig sorgt nach langer Vakanz in der Realschule Mark für Leben im Büro der Schulleitung.
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Die Leitungsspitze an der Realschule Mark dünnte seit längerem aus und war zuletzt komplett weg. Höchste Zeit für eine Stellenbesetzung. Dr. Beatrix Günnewig eilte schließlich herbei. Sie ist die neue Schulleiterin.

Mark – Nach rund drei Jahren ohne Steuermann oder, in diesem Fall passender, Steuerfrau und nach drei Stellenausschreibungen ging es auf den letzten Metern in Richtung Mark schwindelerregend schnell: Erst am Montag meldete sich die Bezirksregierung Arnsberg bei Dr. Beatrix Günnewig mit der Urkunde. Einen Tag später gab es einen zum Teil „tränenreichen“ Abschied nach 16,5 Jahren an der Hauptschule Kamen, und am Mittwochmittag fand sich die 55-Jährige schon als neue Schulleiterin in der Realschule Mark wieder. So „gnadenlos“ die Verabschiedung, die geforderte Spontanität und Flexibilität scheint ihr wenig anzuhaben. „Finde ich spannend“, sagt sie.

Eine Schulleitung zu übernehmen, ist ihr alles andere als neu. Nach dem Studium in Hannover zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Junior-Professorin in Alter Geschichte in Hannover und Braunschweig im Einsatz, nahm sie als „Seiteneinsteigerin“ Kurs auf das Lehramt. Die Deutsch- und Geschichtslehrerin machte ihr Referendariat an der Martin-Luther-Schule in Heessen, ging an die Hauptschule Kamen, wurde 2013 Konrektorin und übernahm 2016 die Schulleitung. „Eine tolle Schule“, sagt sie. Aber eine neue Aufgabe und der Ortswechsel lockten.

Die gebürtige Hammerin ist in Heessen aufgewachsen und lebt dort. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Der Weg nach und von Kamen ist vergleichsweise weit und die Fahrt konnte sich ziehen. Arbeitstage wurden auch mal sehr lang. Als leidenschaftliche Radfahrerin freut sie sich nun auf den Weg vom Heessener Dorf durch die Lippeauen, am Kurpark entlang in die Mark. Dort wartet eine neue Aufgabe auf sie. „Ich hatte schon länger den Gedanken, mich zu verändern“, sagt sie, „im Leben noch mal was anderes machen, wäre spannend.“

Lange Suche nach Schulleitung für die Realschule Mark

Sie hinterlässt eine „funktionierende Schule, aber irgendwann fängt die Routine an“, erklärt sie. Um beim Bild zu bleiben, mit dem Funktionieren ist das an der Realschule Mark so eine Sache gewesen. Nur rund ein Jahr war Iris Luig als Schulleiterin aktiv, als sie längere Zeit ausfiel und letztlich im Sommer 2021 nach Meschede wechselte.

Als sich Martina Dunker-Schade zum Februar dieses Jahres als zweite Realschulkonrektorin – ohne Nachfolger – in den Ruhestand verabschiedete, verblieb Christiane Kräling-Lietzke als stellvertretende Schulleiterin, bis mit ihrem Ausfall die Schulleitung ganz verwaist gewesen ist. Das könnte die Eile für Günnewigs Wechsel von Kamen in die Mark erklären, nachdem dann auch die langwierigen formalen Erfordernisse erfüllt gewesen sind.

Wechsel zur Realschule Mark früh eingeleitet

Den Wechsel hatte sie mit ihrer Bewerbung eigentlich schon im Frühjahr eingeleitet. Vorher bereits im Stellenportal immer mal nach neuen Herausforderungen in der Region Ausschau gehalten, wurde sie auf die dritte Ausschreibung für die Mark aufmerksam. Mit ihrem Plan hielt sie nicht hinterm Berg. „Mir ist es wichtig, transparent zu arbeiten“, sagt sie. So hatte sie ihr Kollegium in Kamen frühzeitig in Kenntnis gesetzt und ihren Wechsel vorbereitet.

Als sie dann vor den Herbstferien in einer ersten Schulkonferenz in der Mark erschien, rechnete sie eher damit, im November an die Dorfstraße zu kommen. Der formale Weg war dann aber offenbar schneller beschritten.

Als Leiterin in der Realschule Mark angekommen

Und so saß sie am Mittwoch in einem seit langer Zeit ungenutzten Schulleitungsbüro, kannte im Grunde kaum jemanden. „Ich kenne meine Telefonnummer nicht und habe keine E-Mail-Adresse“, sagt sie und nimmt es mit Humor, „finde ich lustig“.

In den ersten Tagen plant sie ein „Onboarding“. „Ich laufe so ein bisschen mit“, sagt sie über ihre Integration ins Realschulteam. Kontakt will sie möglichst bald mit den Schulen im Stadtbezirk aufnehmen.

Neustart an der und für die Realschule Mark

Als „spannend“ bezeichnet sie vor allem die neuen Herausforderungen. „Die Realschule ist ein anderer Schultyp“, sagt sie im Vergleich zur Hauptschule, die in Kamen mehrfach Förderpreise für inklusive Schulentwicklung erhalten hat. „Die Realschule macht andere Arbeit möglich. Ich freue mich, hier einen neuen Neustart hinzulegen“, sagt sie über sich und die Schule, die mit ihr wieder eine Leitung hat.

Ob als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und Fairtrade-Einrichtung, „hier laufen so viele Projekte“, erkennt sie „viel Potenzial“. Ohne den genauen Stand an der Realschule zu kennen, ist ihr das Thema Digitalisierung „sehr wichtig“.

Schulpolitik und die Realschule Mark

Themen setzt sie auch in der Lokalpolitik. Nach 2020 rückte die Christdemokratin im September wiederholt in die Bezirksvertretung Heessen nach und hat sich die Schul- und Bildungspolitik auf die Fahne geschrieben. „Ich möchte mich dafür einsetzen, dass das dreigliederige Bildungssystem im Bezirk gepflegt wird“, kündigte sie vor ihrer Einführung an. In der Mark hat die Gelegenheit, das als Schulleiterin in die Tat umzusetzen.

Dort ist sie erst einmal angekommen und muss sich einarbeiten und, „wenn es klappt“, sagt sie, „wird es vielleicht Ende des Jahres eine Einführungsfeier geben.“

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