Neue Erkenntnisse

Todesursache der Tigerbabys im Allwetterzoo Münster ist klar - Sie hatten kaum eine Chance

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Beide starben Anfang der Woche: Die Tigerbabys im Allwetterzoo Münster sind tot. Nun steht auch die Todesursache fest.

Münster – Die Trauer nach dem Verlust der beiden Tigerwelpen, die erst in der Nacht zum 27. Januar im Allwetterzoo Münster geboren worden waren, wiegt in Münster und darüber hinaus noch immer schwer. Eine pathologische Untersuchung der Tiere ergab nun neue Erkenntnisse. Demnach konnten die beiden Welpen nicht überleben: Tiger-Dame Raya hatte zu wenig Milch.

Erst am vergangenen Samstag hatte die freudige Nachricht über die unvorhergesehene Geburt der beiden Welpen bei Fans und Besuchern des Zoos in Nordrhein-Westfalen für Begeisterung gesorgt. Am Montag und Dienstag folgte dann aber die traurige Gewissheit: Beide Tigerwelpen haben es nicht geschafft. Wie die Westfälischen Nachrichten am Freitagmorgen berichteten, steht nun das Ergebnis einer pathologischen Untersuchung fest.

Tote Tigerwelpen in Münster: Sie hatten keine Überlebenschance

So habe das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) bei der Obduktion der Tiere herausgefunden, dass Tiger-Mutter Raya keine beziehungsweise viel zu wenig Milch produziert hat und deshalb ihre Welpen nicht ernähren konnte. Dass der erste Wurf einer jungen Großkatze verstirbt, sei jedoch keine Seltenheit. Ohne vorhandene Milch konnte die Mutter die Kleinen nicht säugen und somit keine hormongesteuerte Bindung zu ihren Kindern aufbauen.

Das habe dafür gesorgt, dass sie schnell das Interesse an ihnen verlor. Ein Sprecher des Zoos bestätigte diese Angaben auf Nachfrage von wa.de. Dass niemand die Trächtigkeit bemerkt hat, sei ebenfalls nicht ungewöhnlich. „Bei einer Hauskatze sieht und fühlt man es“, sagte Zooleiterin Dr. Simone Schehka den WN. Aufgrund des Winterfells sei das Gesäuge der Raubkatze nicht sichtbar gewesen. Da zuerst alles gut ausgesehen habe und die Tiger-Dame sich rührend um ihren Nachwuchs kümmerte, hätten die Tierpfleger nicht eingegriffen. „Es sah gut aus“, betonte Schehka.

Trotz aller Betroffenheit sei die Fortpflanzung der beiden Tiger Fedor und Raya ein gutes Zeichen und lasse darauf hoffen, dass auch in Zukunft mit neuem Nachwuchs gerechnet werden könne. Um die Lebensbedingungen für die sibirischen Tiger im Allwetterzoo zu verbessern und die Nachzucht der bedrohten Art voranzutreiben, wurde die Anlage im Jahr 2017 grundlegend neugestaltet.

Ein Wermutstropfen: Das Artenschutzzentrum des Allwetterzoos hat einen vom Aussterben bedrohten Vogel gerettet. Der Riesenibis wurde gesund gepflegt.

Rubriklistenbild: © dpa

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