VonMarkus Hannekenschließen
Gemeine Serie: Auffällig viele wehrlose Polizistinnen wurden in den vergangenen Tagen in Hamm attackiert. Mal wurde ein Kopf abgetrennt, mal die Hände - mal auch beides.
Hamm - Zumeist sollen die uniformierten Alu-Frauen auf die neuen Tempo-30-Zonen aufmerksam machen. Nun fallen sie zumindest noch mehr ins Auge als zuvor. Nach Informationen der Stadt wurden bis Dienstag acht der zwölf frisch verwendeten Warnaufsteller - so der Fachbegriff - mutwillig beschädigt. An der Marker Allee wurde sogar einer komplett gestohlen, wie die Polizei mitteilte.
Seitens der Stadt werden alle Fälle zur Anzeige gebracht. „Gegen die Leute wird damit auf jeden Fall ermittelt“, sagt Polizeisprecher Hendrik Heine. „Werden unsere Kollegen angegangen, verstehen wir keinen Spaß - auch wenn sie nur aus Alu sind“, ergänzt er augenzwinkernd.
Polizei-Aufsteller in Hamm zerstört: Infos zum Straftatbestand
Tatsächlich gelte mindestens der Straftatbestand der einfachen Sachbeschädigung. Womöglich würde aber auch „gemeinschädliche Sachbeschädigung“ draus - sollte sich zeigen, dass der jeweilige Täter Kenntnis davon habe, „dass er eine Sache zerstört oder beschädigt, die dem öffentlichen Nutzen dient oder zumindest in Kauf nehmen, dass es sich um eine solche Sache handelt“. So steht es im Paragraf 304 StGB. Bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe kann das zur Folge haben; obendrauf kämen zivilrechtliche Ansprüche, also Strafen in Höhe des Materialwerts.
Nach Angaben von Stadtsprecher Tom Herberg kostet eine Figur rund 400 Euro - übrigens unabhängig vom Geschlecht, auch wenn für die Tempo-30-Zonen derzeit „nur“ Frauen angefragt werden. Reparaturen seien „prinzipiell nicht möglich, somit liegt jeweils ein Totalschaden vor“. Der Schaden summiere sich somit derzeit auf 3200 Euro. Spätestens im Herbst sollen alle Figuren ohnehin abgebaut werden, da sie ja lediglich auf die Neuerungen aufmerksam machen sollen.
Polizei-Aufsteller in Hamm zerstört: Uniformen nicht aus NRW
Erstmals augenfällig wurden die uniformierten Aufsteller im April 2023 im Hammer Süden an der Kreuzung Richard-Wagner-Straße/Fritz-Reuter-Straße. Manche Beobachter waren verwundert, weil die Uniformen so gar nicht nach NRW aussehen. Wie sich damals herausstellte, hatte die Stadt Hamm die Aufsteller bei einer Schilderfirma aus Münster erstanden – und damit Amtshilfe aus Sachsen eingekauft. Die Wappen, die bei der Bestellung nicht sichtbar waren - wurden neutralisiert...
Die „echte“ Polizei hofft nun auf Zeugen: Wer Personen bei der Beschädigung beobachtet hat oder sogar kennt, soll sich melden: telefonisch unter 02381-9160 oder per Mail an hinweise.hamm@polizei.nrw.de.
Unlängst hatte sich an der Münsterstraße in Hamm ein alkoholisierter Mann so sehr über eine Radar-Messung aufgeregt, dass er die Anlage umtrat. Die Polizei stellte ihn.

