Geschwindigkeitsreduzierung

Viele neue Tempo-30-Abschnitte in Hamm - auch auf wichtigen Straßen

  • schließen

Tempo-30-Schilder wird es in Kürze an deutlich mehr Stellen im Stadtgebiet in Hamm geben als bisher. Auch auf Hauptverkehrsstraßen.

Hamm – Die Stadt Hamm will bis zum Monatsende weitere sieben Abschnitte damit versehen. Am Dienstag kamen bereits zwei neue hinzu. Dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) geht vor allem eine Maßnahme noch nicht weit genug.

Viel Ärger wegen Tempo 30 auf dem Daberg

Tempo-Reduzierungen sind ein heikles Thema. Zuletzt gab es viel Kritik an einem neuen Tempo-30-Bereich auf der Kamener Straße vor der Kita „Sara“ auf dem Daberg, weil die Stadt nach Ansicht vieler Bürger mit der Beschilderung übers Ziel hinaus geschossen war.

Dort sollte auch samstags maximal Tempo 30 gefahren werden – obwohl die Kita dann geschlossen bleibt. Obendrein kassierte die Polizei per Blitzgerät wenige Tage nach Einrichtung des 30er-Bereichs kräftig ab. Zumindest das samstägliche Tempo 30 wurde inzwischen von Straßen-NRW wieder einkassiert.

Schon im vergangenen Jahr gab es in Hamm politische Diskussionen und hitzige Debatten, nachdem für verschiedene Stellen neue Tempo-30-Bereiche beschlossen wurden. An diesen Stellen macht die Stadt nun ernst und setzt die Beschlüsse um.

Gleich zwei neue Abschnitte am Dienstag

Am Dienstag neu eingerichtet wurde ein Tempo-30-Abschnitt vor dem Amalie-Sieveking-Haus auf dem Alten Uentroper Weg (siehe dazu Seite Uentrop). Ebenfalls am Dienstag ausgeschildert – und bisher von der Stadt noch gar nicht als neuer 30er-Bereich benannt – wurde ein Abschnitt der Antonistraße in der Innenstadt zwischen der Brüderstraße und dem Nordenwall. Begründet wird die Temporeduzierung durch den nahen Standort der Marienschule.

Abschnitte an der Kita St. Josef und am Perthes-Haus sind ebenfalls bereits fertig ausgeschildert.

Achtung, Tempo 30: Diese Hinweis-Tafeln gibt es seit Dienstag an verschiedenen Stellen in der Stadt, wie hier an der Antonistraße.

Bis zum Monatsende sollen weitere 30er-Bereiche auf der Werler Straße (Nahe der Kita Spatzennest, vor dem EVK und vor der Kinderklinik), am Marienhospital II, vor dem DRK-Seniorenstift Marker Allee, an der Hammer Straße in Höhe der Kita Sterntaler und des Ludgeristifts sowie auf der Wilhelmstraße vor der Kita Outlaw hinzu kommen.

ADFC will Tempo 30 auf der ganzen Wilhelmstraße

Der ADFC in Hamm setzt sich indes nachdrücklich für die Einführung von Tempo 30 auf der ganzen Wilhelmstraße ein. Hintergrund der Forderung sind zahlreichen Unfälle zwischen Pkw und Radfahrern sowie Fußgängern auf der Wilhelmstraße. Allein im Jahr 2022 ereigneten sich nach Angaben des ADFC 14 solcher Unfälle, hinzu kamen zwei weitere Unfälle mit Fahrradbeteiligung.

„Die Wilhelmstraße stellt aufgrund der hohen Unfallhäufigkeit und der vielen Kreuzungen und Einmündungen eine besonders gefährliche Strecke für den Radverkehr dar“, heißt es in einer Mitteilung. „Zudem ist die Straße ein wichtiger Schulweg für viele Schüler, die die Schulen am Friedrich-Ebert-Park, die Wilhelm-Busch-Schule und die Berufskollegs am Vorheider Weg besuchen.“

„Ein vertretbarer Zeitverlust“

Langfristig soll die Wilhelmstraße als Teil der Radhauptrouten fahrradfreundlich umgebaut werden. Das erkennt der ADFC zwar an. „Darauf können wir aber nicht warten.“ Tempo 30 sei daher eine „unverzichtbare Sofortmaßnahme“ für diese zentrale Radverbindung in den Westen, nach Herringen und Pelkum. Sie sei kostengünstig und einfach umzusetzen.

Für die 2,2 Kilometer lange Strecke der Wilhelmstraße würde sich die Fahrzeit für Pkw und Busse überdies „nur“ von 2,6 auf 4,4 Minuten erhöhen, rechnet der ADFC vor. „Angesichts der Ampelschaltungen und Stopps auf der Strecke ist dies ein vertretbarer Zeitverlust im Vergleich zu den Vorteilen“, erklärt der Verband.

Rubriklistenbild: © Szkudlarek

Kommentare