Tradition trifft Trockenheit

Eins wurde schon abgesagt: Alle Osterfeuer auf der Kippe

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    Frank Zacharias
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Die anhaltende Trockenheit bedroht die Durchführung der traditionellen Osterfeuer. Experten sind dagegen. Eine große Veranstaltung wurde schon abgesagt.

Meinerzhagen – Wenn in den Abendstunden des Osterwochenendes Rauchsäulen am Himmel stehen, ist das normalerweise kein Grund zur Sorge. Allein in Meinerzhagen haben Veranstalter insgesamt 20 Osterfeuer angemeldet, was normalerweise auch kein Problem ist. Weder für das Ordnungsamt, noch für die Feuerwehr. In diesem Jahr ist aber alles anders. Denn eben jene Rauchsäulen waren bereits in den vergangenen Tagen zu sehen: Immer wieder musste die Wehr in der gesamten Region zu Wald- und Flächenbränden ausrücken. So auch in Meinerzhagen. Die anhaltende Trockenheit bereitet Sorge – die Brauchtumsfeuer stehen auf der Kippe.

Eins wurde schon abgesagt: Alle Osterfeuer auf der Kippe

Auf Anfrage der Redaktion kann die Stadt mit Blick auf die Gefahrenlage den Organisatoren der Osterfeuer keinen Freibrief ausstellen. Ganz im Gegenteil: „In der Tat beobachten auch wir die Entwicklung der Situation engmaschig und stehen im Austausch mit den beteiligten Akteuren, darunter der Freiwilligen Feuerwehr, dem Märkischen Kreis und den Nachbarkommunen“, heißt es dazu von der Pressestelle der Verwaltung. Ob die Osterfeuer in der kommenden Woche stattfinden können, hänge maßgeblich von der Wetterentwicklung der kommenden Tage ab. Die Veranstalter des großen Haaner Feuers haben indes bereits die Reißleine gezogen.

Das Haaner Osterfeuer ist seit jeher ein Publikumsmagnet: In diesem Jahr fällt es allerdings aus. Die Veranstalter haben infolge der Trockenheit bereits in dieser Woche die Reißleine gezogen.

Bereits in dieser Woche hat die Osterfeuergemeinschaft Haan in Valbert „schweren Herzens beschlossen, dieses Jahr aufgrund der Trockenheit kein Osterfeuer zu veranstalten“. Das teilten die Organisatoren jetzt mit. Grünschnitt wird daher von ihnen auch nicht, wie sonst üblich, eingesammelt. Genauso wenig finde eine alternative Abendveranstaltung statt.

Waldbrandgefahr bleibt akut

Am Mittwoch, 9. April, zeigte der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes in NRW die Stufe drei (von fünf) an. Bis zum Wochenende fällt er zeitweise auf die Stufe zwei zurück. Entwarnung geben will Christian Bösinghaus, Chef der Meinerzhagener Feuerwehr, allerdings nicht. „Der Waldbrandindex ist relevant, der Graslandfeuerindex aber noch ausschlaggebender, weil wir hier ja zahlreiche Kalamitätsflächen haben, von denen eine besondere Gefahr ausgeht“, erklärt Bösinghaus. Die auf den kahlgeschlagenen Flächen wachsenden Gräser und Farne trocknen bei der aktuellen Wetterlage schnell aus und „brennen wie Zunder“, wie der Feuerwehr-Leiter sagt. Auch hier schwankt der Wert für die Messstelle Lüdenscheid in dieser Woche zwischen zwei und drei. Ein erhöhtes Risiko für die kommende Woche ist aber nicht auszuschließen.

Dass der Index nicht bereits jetzt aufgrund der anhaltenden Trockenheit die Stufen vier oder gar fünf erreicht hat, liege an verschiedenen Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung oder Windstärke und -richtung. Kurzum: Nicht der Regen allein kann zur Senkung des Brandrisikos führen.

Doch so lange ein Restrisiko besteht, übt sich auch die Stadtverwaltung in Vorsicht. „So sehr uns allen das Brauchtum Osterfeuer am Herzen liegt: Sicherheit geht an allen Stellen vor. Wir werden deshalb Anfang kommender Woche in enger Abstimmung mit den beteiligten Stellen entscheiden, ob die Osterfeuer wie geplant stattfinden können, und die Bürgerinnen und Bürger gegebenenfalls zügig dazu informieren“, heißt es aus dem Rathaus.

Feuerwehr noch besser ausstatten

Geht es nach Revierleiter Markus Gumpricht, sollten die Osterfeuer in diesem Jahr besser abgesagt werden. Im Bauausschuss am Dienstag äußerte er sich diesbezüglich unmissverständlich. Eigentlich war Gumpricht eingeladen worden, um über den Wiederaufbau flutgeschädigter Waldwege zu berichten. Doch schnell schlug er die Brücke zum Thema Waldbrandgefahr: „Wege sind auch ein Waldbrandthema“, betonte er. Denn: Im Ernstfall müssen Feuerwehrfahrzeuge die Waldwege befahren können – was an einigen Stellen aufgrund der Flutschäden von Juni 2021 kaum noch möglich war, zum noch Teil ist.

Vor dem Hintergrund der beiden jüngsten Waldbrände in Meinerzhagen nutzte der Förster die Gelegenheit, um eindringlich vor den Gefahren zu warnen. Besonders kritisch sieht er die bevorstehenden traditionellen Osterfeuer. „Man muss klären, ob sie in diesem Jahr überhaupt Sinn machen“, sagte Gumpricht und appellierte an Politik und Verwaltung, sich dazu frühzeitig abzustimmen.

Waldbrand auf der Nordhelle

Waldbrand an der Nordhelle.
Waldbrand an der Nordhelle. © Sarah Lorencic
Waldbrand an der Nordhelle.
Waldbrand an der Nordhelle. © Sarah Lorencic
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Waldbrand an der Nordhelle. © Sarah Lorencic
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Waldbrand an der Nordhelle.
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Waldbrand an der Nordhelle. © Sarah Lorencic
Waldbrand an der Nordhelle.
Waldbrand an der Nordhelle. © Sarah Lorencic

Die Gefahr für Waldbrände sei laut Gumpricht nicht nur aktuell, sondern langfristig erhöht. Unabhängig vom Klimawandel bestehe durch die weitläufigen Kalamitätsflächen in den kommenden 30 bis 40 Jahren eine „besondere Gefährdung“. Solange keine neuen Wälder nachgewachsen seien, stelle das trockene Gras unter dem jungen Baumbestand ein erhebliches Risiko dar. Eine solche Fläche habe auch an der Nordhelle gebrannt, wie Gumpricht berichtete.

Mit Blick auf den zweiten Brand, der sich am Folgetag an einem Steilhang ausbreitete, riet er der Stadt, die Feuerwehr gezielt für den Einsatz im schwierigen Gelände zu schulen und bei der Anschaffung neuer Fahrzeuge und Geräte auf bessere Geländegängigkeit zu achten. Auch an der Nordhelle sei man mit den vorhandenen Fahrzeugen „an Grenzen gestoßen“.

Lob fand der Förster für den Einsatz der Feuerwehr: „Die eingesetzten Feuerwehrleute waren hoch motiviert und haben unter großer körperlicher Belastung die Brände gelöscht.“ Während die Glutnester im Bereich „Großer Hahn“ noch maschinell beseitigt werden konnten, mussten die Einsatzkräfte am Voßsiepen den Boden per Hand umgraben. Dabei verletzte sich laut Gumpricht ein Feuerwehrmann am Steilhang.

Rubriklistenbild: © Othlinghaus, Björn

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