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Nach fast 80 Jahren – Traditionsreiche Spedition muss Insolvenz anmelden

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Ein starker Umsatzrückgang bei der Spedition Maier in Plettenberg-Lettmecke führte nun zum Insolvenzantrag. Das Traditionsunternehmen gibt es seit fast 80 Jahren.

Plettenberg - Auch in der Industriestadt Plettenberg reißen die Negativ-Schlagzeilen nicht ab. Nach den Insolvenzanträgen der Firma Schulte Tengler und dem Sägezentrum Plettenberg musste nun auch die im Oestertal ansässige Spedition Maier am 13. November einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Hagen stellen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Martin Plappert von der Kanzlei Bergfeld & Partner in Lüdenscheid bestellt.

Nach fast 80 Jahren: Traditionsreiche Spedition muss Insolvenz anmelden

Auf die Frage an den Insolvenzverwalter, ob bei der Plettenberger Spedition nach fast 80 Jahren die Lichter ausgehen, sagte Plappert: „Wir bemühen uns, dass das Licht an bleibt. Es gibt mehrere Interessenten aus Plettenberg und Umgebung, die die Spedition fortführen wollen“.

Die Spedition Maier an der Attendorner Straße in Plettenberg-Lettmecke musste Insolvenz anmelden.

Insgesamt verfüge die Spedition, die ihren Sitz an der Attendorner Straße im Ortsteil Lettmecke hat, über ein halbes Dutzend Lkw mit Aufliegern und beschäftige elf Mitarbeiter. Befördert werden von der Spedition überwiegend Güter für die stahlverarbeitende- und Automobilindustrie in Plettenberg und Umgebung, aber auch andere Produkte werden zugestellt. Der Fuhrpark der Spedition umfasst laut Plappert ausschließlich Sattelzüge mit Coilmulde. Damit werden bei Bandstahlproduzenten oder deren Kunden die einzeln mitunter bis zu 25 Tonnen schweren Coils in der speziellen Mulde gesichert und zum Kunden gebracht.

Doch da sich ein Hauptkunde in Plettenberg bereits seit längerer Zeit in Kurzarbeit befinde und die Produktion stark gedrosselt habe, wirke sich das auch auf die Spedition aus. „Starke Umsatzrückgänge führten in den letzten Wochen zum Insolvenzantrag“, betonte Plappert, der zugleich von einer „sehr schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation“ und damit verbunden von einer „geringen Auslastung“ bei den Speditionen sprach. Zudem seien die Rückgänge in der Stahl- und Automotive-Sparte sowie die Rückzahlungen von Corona-Darlehen ein großes Problem.

Sein Hauptaugenmerk liege derzeit darauf, den Betrieb aufrechtzuerhalten und eine Weiterbeschäftigung der elf Mitarbeiter sicherzustellen. „Es sieht nicht schlecht aus und auch die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes ist bewilligt worden, was mich positiv stimmt“, erklärte der Insolvenzverwalter. Damit seien die Löhne für die Monate Oktober, November und Dezember gesichert.

Verhandlungen über Fuhrpark

Plappert hofft, bis zum Jahresende eine Einigung mit einem der Interessenten gefunden zu haben, um am Jahresbeginn das Insolvenzverfahren eröffnen zu können. Bis dahin soll auch geklärt sein, ob und in welchem Umfang der Fuhrpark übernommen oder aufgelöst werde. Dass die Spedition ihren Standort an der Attendorner Straße in der Lettmecke behält, sei allerdings ungewiss, zumal sich das Betriebsgebäude im Eigentum der KG befinde.

Die nächste Hiobsbotschaft gab es derweil auch aus der Auto-Branche: Nach Renault Wahl und Ford Pflug wird ein weiteres Autohaus in Lüdenscheid schließen.

Rubriklistenbild: © Georg Dickopf

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