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NRW-CDU von Wüst stärker als Partei im Bund – kein Heimatbonus für Merz

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Fast die Hälfte der Wahlberechtigten in NRW ist mit der schwarz-grünen Landesregierung zufrieden. Einen Heimatbonus für den aus NRW stammenden Friedrich Merz gibt es derweil nicht.

Düsseldorf - Fast jeder zweite Wahlberechtigte in NRW (49 Prozent) ist mit der Arbeit der schwarz-grünen Landesregierung zufrieden. Bei einer Landtagswahl jetzt käme die CDU auf 41 Prozent. Das wäre der höchste Stimmenanteil der Partei bei einer Landtagswahl seit 2005. Damals holte Jürgen Rüttgers 44,8 Prozent. Die Grünen kämen auf 14 Prozent der Stimmen, also eine satte Mehrheit für Schwarz-Grün. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der nordrhein-westfälischen Tageszeitungen.

NRW-CDU von Wüst stärker als Partei im Bund – kein Heimatbonus für Merz

Die lange Zeit in NRW regierende SPD könnte derzeit bei einer Landtagwahl nur noch mit 16 Prozent der abgegebenen Stimmen rechnen. Vierte Fraktion im Landtag wäre die AfD mit 13 Prozent. An der 5-Prozent-Hürde scheitern würden die FDP, das Bündnis Sahra Wagenknecht mit jeweils 3 Prozent und die Linke mit 2 Prozent.

So wurde NRW wählen, wenn jetzt Landtagswahl wäre.

Die CDU von Landeschef Hendrik Wüst steht in dieser Umfrage besser da als die CDU im Bund, die in NRW bei einer Bundestagswahl derzeit „nur“ mit 36 Prozent rechnen könnte. Das liegt vor allem an Wüst. Der Anteil der mit der Arbeit des Ministerpräsidenten Zufriedenen ist seit September 2022 stetig größer geworden. Derzeit sind 57 Prozent aller Wahlberechtigten in NRW mit der Arbeit ihres Ministerpräsidenten zufrieden. Und: Neben Wüst sind die beiden CDU-Minister Herbert Reul und Karl-Josef Laumann die bekanntesten Politiker in NRW.

Zustimmung für Kanzlerkandidat Merz hält sich in Grenzen

Obwohl er aus dem Sauerland kommt, hält sich die Zustimmung für Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz in NRW in Grenzen. Könnte man den Kanzler beziehungsweise die Kanzlerin direkt wählen, würden sich von den Wahlberechtigten in Nordrhein-Westfalen 27 Prozent für Friedrich Merz entscheiden. Robert Habeck (Grüne) liegt mit 23 Prozent auf Platz zwei. Jeweils nur 11 Prozent würden für den amtierenden Kanzler Olaf Scholz (SPD) und AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel stimmen. 28 Prozent würden sich für keinen der vier Aspiranten entscheiden.

Einer aktuellen Umfrage zufolge steht Ministerpräsident Hendrik Wüst (links) mit der NRW-CDU aktuell besser da als Kanzlerkandidat Friedrich Merz mit der Union im Bund.

In Nordrhein-Westfalen zeigen sich sehr deutlich die Vorbehalte vieler weiblicher Wahlberechtigten gegen Merz: Während er bei den Männern auf 32 Prozent kommt, würden sich nur 23 Prozent der weiblichen Wahlberechtigten an Rhein und Ruhr für ihn entscheiden.

Positive Auswirkungen von einer Union geführten Bundesregierung erwarten 29 Prozent. 22 Prozent rechnen mit eher negativen Auswirkungen.

Die Umfrage

Beim NRW-Check handelt es sich um eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von 39 Tageszeitungen aus Nordrhein-Westfalen, auch unsere Zeitung ist dabei. 1 508 Wahlberechtigte über 18 Jahre aus NRW wurden zwischen dem 26. November und 4. Dezember 2024 dafür befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ und somit bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 2,5 Prozentpunkten auf die Gesamtheit der wahlberechtigten Bevölkerung in NRW übertragbar.

Rubriklistenbild: © NRW-Check/Forsa

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